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Modell: Admiral Nakhimov
Hersteller: Kombrig
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: 70 132
Preis: ca. 25 Euro
Original
Die Admiral Nakhimov (oder Admiral Nachimov) gehört zu den frühen Panzerkreuzern und war eine Kopie der britischen Imperieuse-Klasse. Sie wurde von 1884-87 in der Baltischen Werft in St. Petersburg gebaut. Sie war 103,3 m lang (101,5 m an der Wasserlinie) und 18,59 m breit. Die Verdrängung betrug 8524 t. Die Geschwindigkeit war ursprünglich 16 kn mit 8000 PS und nach dem Umbau 1898/99 17,5 kn mit 9000 PS. Die ursprünglich vorhandene Briggtakelage wurde um 1895 stark reduziert und 1898/99 komplett entfernt. Bei dem Umbau 1898/99 wurden auch die Aufbauten modifiziert. Entsprechende Zeichnungen sind in Morskaya Kollektsiya N° 2 1995 zu finden.

Bewaffnung:
1887:
8 20,3 cm L/35 (vier Zwillingsbarbetten)
10 15,2 cm L/35
4 8,7 cm L/20
6 4,7 cm
4 3,7 cm
4 MGs
3 35,5 cm Torpedorohre (über Wasser)
1899:
8 20,3 cm L/35
10 15,2 cm L/35
12 4,7 cm
4 3,7 cm
6 MGs
3 38,1 cm Torpedorohre (über Wasser)
Admiral Nakhimov war oft im Pazifik eingesetzt, u.a. zur Inbesitznahme von Port Arthur 1897 und bei der Intervention gegen den Boxer-Aufstand 1900. Im Russisch-Japanischen Krieg war Admiral Nakhimov Teil der Baltischen Flotte (2. Pazifisches Geschwader). Den ersten Teil der Schlacht von Tsushima überstand sie trotz 30 Treffer ohne schwere Beschädigungen, wurde aber dann in der Nacht von japanischen Torpedobooten am Bug torpediert und am nächsten Tag (28.5.1905) selbstversenkt.
Bausatz
Das Modell stellt den Zustand nach dem Umbau 1898/99 da, also ist es möglich Admiral Nakhimov zum Zeitpunkt der Schlacht von Tsushima zu bauen. Der Umbau zum ursprünglichen Zustand sollte nicht sehr aufwendig sein, wenn man über entsprechende Zeichnungen verfügt. Der Bausatz besteht aus Resin.
Der Rumpf ist etwas zu groß, aber insgesamt stimmig. Die Detaillierung ist ok.
Die restlichen Teile sind überwiegend gut ausgeführt, positiv hervorzuheben sind die 4,7 cm Geschütze, wobei ein Teil dieser beschädigt ist – allerdings sind auch 16 beigelegt sind, während nur 12 gebraucht werden. Im Gegensatz zur Anleitung sollte man die 4,7 cm Geschütze nicht zur Darstellung der MGs auf der Heckgalerie und den Mastkörben verwenden, sondern diese neu anfertigen.

Die 20,3 cm Geschütze waren nicht in Türmen, sondern in überdachten Barbetten, deren Seiten in der Regel mit Persenning verhängt waren. Laut Gomm „Die russischen Kriegsschiffe 1856-1917“ wurden bei dem Umbau gepanzerte Türme eingebaut. Auf den Photos sind aber eindeutig weiter die alten offenen Barbetten erkennbar. Deren seitliche „Panzerung“ bestand im wesentlichen nur aus Vorrichtungen um Hängematten als Splitterschutz zu verstauen. Im Gegensatz zur Anleitung bestehen diese „Türme“ nur aus einem Teil, was nicht die Darstellung der offenen Barbette erlaubt. Es ist zu empfehlen die „Türme“ mit angebrachten Persenning darzustellen, um ohne größere Eigenbauten eine stimmige Darstellung zu erreichen. Im Gegensatz zu früheren Kombrig-Bausätzen sind die Beiboote auch mit Ruderbänken dargestellt. Hervorzuheben sind bei beiden Torpedokutter mit Bugtorpedorohr.
Anleitung
Die Anleitung besteht nur aus der üblichen Explosionszeichnung, was aber angesichts der geringen Teilezahl kein Problem darstellen sollte. Eine kurzer Lebenslauf ist in russisch und englisch vorhanden. Russische und englische Bemalungshinweise gibt es für einen weißen Tropenanstrich (1900-1903 als Teil der Pazifikflotte), einen olivgrünen Anstrich (1903 - 04) und einen grauen Anstrich (1904-05). Morskaya Kollektsiya dagegen beschreibt einen grauen Anstrich für die Zeit um 1895, danach den weißen Tropenanstrich gefolgt 1904 von einem schwarzen Anstrich mit gelben Schornstein (plus schwarzen Rand oben), weißen Persenning um die Barbetten und holzfarbenen Steuerhäusern (siehe Deckelbild). Auf dem letzten (unscharfen) Photo vor ihrer Versenkung scheint der Schornstein immer noch gelb zu sein.

Fazit
Dieser Kombrig-Bausatz dürften ohne größere Änderungen eine gute Darstellung dieses frühen Panzerkreuzers erlauben.
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