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Schwedisches Kanonenboot, 1775

Modell: Schwedisches Kanonenboot, 1775
Hersteller: Amati / Krick (Vertrieb)
Maßstab: 1/40
Material: Verschiedene Holzsorten und -arten, Takelgarn, Stoffbahnen, Messing- und Metallbauteile
Art.Nr.: 1550 (bei Krick: 25007)
Preis: zwischen 110,00 - 130,00 Euro

Das Original

Im Jahr 1760 begann der Schiffsbauer H.F. Chapman zusammen mit Offizieren der neugegründeten schwedischen Skärgårdsflottan (Archipel-Flotte zur Küstenverteidigung) neue Typen für Galeeren zu entwickeln. Ziel war es die Kombination aus Feuerkraft, Manövrierbarkeit, Schutz, Unterkunft der Besatzung und den Nutzen für amphibische Operationen zu verbessern. Das Ergebnis waren zwei neue Galeeren-Typen, die in der Lage waren, die in der Mittelachse angeordnete Geschütze zu beiden Seiten abzufeuern. Nachteilig am Entwurf war, dass die Geschütze nicht feuern konnten, wenn das Schiff gerudert wurde. Die Typen waren daher für offensive Aktionen nicht geeignet.

Mitte der 1770er Jahre entwickelte Chapmann einen absolut neuen Typ, der zwei schwere 24 Pfünder Geschütze, die nach vorne und achtern feuerten, in Längsachse des Schiffes trug. Nach 1778 wurde ein kleiner Typ, die Kanonjolle, entwickelt, welcher ein schweres, nach hinten feuerndes Geschütz in der Mittelachse trug. Beide Typen wurden hauptsächlich für die Hafenverteidigung entworfen.

Der Bausatz stellt eine Kanonjolle dar.

Quelle: Robert Gardiner: the Line of Battle, Conway Maritime Press, 1992

Der Bausatz

Die verschiedenen Bauteile bestehen, aus zwei Laser-vorgeschnittene Sperrholzplatten mit dem Kiel, einer überschaubaren Anzahl Spanten, der Helling und dem Deckstück. Aus Nussbaumholz sind zudem diverse Kleinteile, wie das Ruder oder die Lafette mit Laser vorgeschnitten. Dazu gibt es zwei Leistenpakete mit Buche- und Nussbaumfurnier. Die Leisten sind jeweils ca. 3 mm breit. Außerdem sind noch Rundhölzer und Leisten für das Interieur und die Barkhölzer enthalten. Zusätzlich gibt es eine Kanone, Anker, Gräting sowie zwei Rollen Takelgarn, diverse Blöcke, Messingteile, eine Spill, ein Dutzend Ruder sowie eine schwedische Kriegsflagge. Insgesamt eine sehr übersichtliche Anzahl Bauteile.

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Die Bauteile sind unterm Strich eher enttäuschend. Das Kanonenrohr hat mit Schweden nichts zu tun und ist interessanterweise die gleiche Kanonenart, die schon der Wappen von Hamburg (1669) von Corel beiliegt. Das Takelgarn ist gewohnt billig, die Ruder sind allesamt noch nachbearbeitungsdürftig. Das Holz für die Beplankung - Buche und Nussbaum - ist nicht nur grobporig, sondern auch noch an den Kanten fransig. Das Einzige was halbwegs gefällt, sind die Laserausschnitte und der Stoff für die beiden Segel.

Die Anleitung

Der Plan besteht aus einem großformatigen, einseitig bedruckten Bogen (ca. A2) - der alle relevanten Details und sehr ausführlich die Takelage des Kanonenbootes darstellt. Alle wichtigen Beschreibungen und Beschriftungen sind auf dem Plan allerdings in italienischer Sprache. Bis auf die Teileliste sind aber vor allem die Zeichnungen selbsterklärend und auch maßstäblich gehalten. Zur Ergänzung liegt außerdem eine 4-seitige deutsche Übersetzung bei. Die allerdings wohl in einer Zeit geschrieben wurde, als man den Absatz und Zeilenumbruch noch nicht erfunden hatte. Der eine oder andere Übersetzungsfehler hat sich ebenfalls eingeschlichen. Immerhin sind die Zeichnungen vom Plan noch einmal in Worte gefasst worden.

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Fazit

Man nehme Kiel und Spanten sowie die anderen Laserausschnitte, greift sich den Plan und tritt den Rest in die Tonne. Dann lässt sich daraus sicherlich ein wundervolles Modell bauen. Alles andere könnte schnell zu einer gewissen Frustration führen - es sei denn man schraubt seinen Anspruch auf ein überschaubares Niveau zurück. Ich persönlich hatte diesen Bausatz eigentlich als kleine Spielerei für zwischendurch angesehen, aber im Angesicht dessen, was man alles verbessern müsste, umschleicht mich doch gerade eine gewisse Müdigkeit...

alt brauchbar


Marcel Brethauer, Informationen zum Vorbild: Christian