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25.04.1982 - 40 Jahre Falklandkrieg

 

U-Boot ARA Santa Fé (1/700)


Am 25. April 1982, heute vor 40 Jahren, wurde das argentinische U-Boot ARA Santa Fé beim Auslaufen aus Grytviken von Hubschraubern eines britischen Verbands überrascht und schwer beschädigt (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Santa Fé hatte sich auf einer Versorgungsmission zur Verstärkung der argentinischen Besatzungstruppen auf Südgeorgien befunden. Der Lenkwaffenzerstörer Antrim, die Fregatten Brilliant und Plymouth, das Antarktispatrouillenschiff Endurance und die Versorger Tidespring und Brambleleaf sollten Südgeorgien zurück erobern (Operation Paraquet), als ihre Hubschrauber die Santa Fé entdeckten. Der britische Verband erreichte nicht nur dieses Ziel, sondern konnte auch das argentinische U-Boot erobern.

Das Original

Das argentinische U-Boot ARA Santa Fé (S-21) war eines von vier im Zweiten Weltkrieg für die US Navy gebauten U-Booten der Balao-Klasse, die für die argentinische Marine fuhren. 1960 wurde zwei Exemplare gekauft, die nicht modernisiert waren und in Santa Fé und Santiago del Estero umbenannt wurden. 1971wurden diese beiden U-Boote durch zwei modernisierte U-Boote ersetzt, die die Namen der Vorgänger erhielten. Die zweite Santiago del Estero war ein GUPPY 1A-Umbau, während die zweite Santa Fé nach dem umfangreicheren GUPPY II-Programm modernisiert worden war. Beide U-Boote hatten noch in US-Diensten einen neuen Turm erhalten, das sogenannte "Plastic Sail". Santiago del Estero war zu Beginn des Falklandkriegs nicht mehr einsatzfähig, während Santa Fé trotz ihres Alters - sie sollte auch bald außer Dienst gestellt werden - noch im Falklandkrieg zum Einsatz kam.

U-Boot ARA Santa Fé (1/700)


Santa Fé war 95,0 m lang, 8,3 m breit und verdrängte 1550 t (2460 t getaucht). Der Antrieb erfolgte mit drei Dieselmotoren bzw. zwei durch Batterien betriebene Elektromotoren, womit 16,4 kn über Wasser und 14,6 kn unter Wasser erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 77 Mann, die Bewaffnung aus zehn 53,3-cm-Torpedorohren (sechs am Bug, vier achtern; 15 Mk 14-Torpedos (ungelenkt) und acht Mk 37 Mod 3-Torpedos) (gelenkt)).

Santa Fé wurde 1944-45 von Electric Boat Company in Groton als USS Catfish (SS-339) gebaut. Im Zweiten Weltkrieg fuhr sie nur noch eine Patrouille. 1948-49 wurde sie im Rahmen des GUPPY II-Programms modernisiert. Sie war im Korea- und Vietnamkrieg im Einsatz. 1971 wurde sie an Argentinien verkauft und in Santa Fé umbenannt. 1978 wurde sie für Operación Soberanía, einen abgebrochenen Angriff auf Chile, mobilisiert. Im Falklandkrieg unterstützte sie am 2. April die Operation Rosario, die Landung auf den Falklandinseln, in dem sie Kampftaucher absetzte, die die Landungsszone markierten, sowie später den Leuchtturm bei Kap Pembroke besetzten.

Am 16. April wurde sie nach Südgeorgien geschickt, um weitere Soldaten, Waffen und Vorräte für die Besatzungstruppen zu transportieren. Sie erreichte die Insel am 24. April und schaffte es dabei irgendwie, dem dort warteten britischen Jagd-U-Boot HMS Conqueror auszuweichen. Sie lief aber am 25. April wieder aus, um der nahenden britischen Kampfgruppe zu entkommen. Sie wurde aber noch an der Oberfläche von einem Wessex-Hubschrauber des britischen Zerstörers HMS Antrim entdeckt und mit zwei Wasserbomben beschädigt. Sie wurde darauf von einem Lynx der Fregatte HMS Brilliant und drei Wasp der Fregatte HMS Plymouth bzw. dem Polarpatrouillenschiff HMS Endurance angegriffen und mit MG sowie AS.12-Anti-Schiffraketen weiter beschädigt. Sie kehrte nach Grytviken zurück und wurde dort von gelandeten britischen Truppen besetzt. Ein Mann der Besatzung starb - aber nicht während der Angriffe der Hubschrauber, sondern dieser wurde am nächsten Tag durch einen britischen Soldaten erschossen, der fälschlicherweise annahm, dass der argentinische Seemann die Santa Fé selbst versenken wollte. In der folgenden Verwirrung blieben nach dem Versuch des Argentiniers die Schlagseite zu korrigieren einige Seeventile offen und Santa Fé sank. Das Wrack sank in den folgenden Jahren bei Stürmen immer tiefer, wurde aber am 11. Februar 1985 wegen der Gefahr für die Umwelt durch das enthaltene Öl und Batteriesäure wieder gehoben. Nach Entfernung dieser Stoffe wurde das U-Boot am 20. Februar in tieferen Wasser versenkt.

U-Boot ARA Santa Fé (1/700)

Das Modell

Das Modell habe ich vor langer Zeit auf Ebay von dem Nutzer jra002 gekauft. Es war ein Set mit zwei Wasserlinienmodellen mit ARA Santa Fé und ARA San Luis der Klasse 209. Für Santa Fé war ein gut gegossener Resinrumpf enthalten, einige Plastik- und Drahtteile für die Ausfahrgeräte sowie eine Zeichnung des U-Boots.

Ich baute einige der Ausfahrgeräte und Antennen am Turm, wobei ich mich an der Zeichnung des Basusatzes, der Zeichnung in Argentine Navy Operations during the Falklands War sowie an Fotos orientierte. Die Bemalung erfolgte mit 168 (862) Schwarzgrau von Vallejo Model Color.

Hier ein Vergleich mit zwei anderen U-Booten der Balao-Klasse: USS Halfbeak (GUPPY II-Umbau mit Originalturm) und USS Sennet (Originalzustand):

U-Boot ARA Santa Fé (1/700)


und Santa Fé zusammen mit einem der britischen Schiffe, von dem aus Hubschrauberangriffe auf Santa Fé geflogen wurde: HMS Brilliant:

U-Boot ARA Santa Fé (1/700)

Quellen

Lars