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Flusskanonenboot SMS Rhein

Das Original

Die Flusskanonenboote der Rhein-Klasse wurden von der Kaiserlichen Marine in Auftrag gegeben, um die Grenzflüsse zu Frankreich zu beschützen, den Rhein und die Mosel. Geplant wurden die Schiffe nach dem Vorbild der österreichisch-ungarischen Flusskanonenboote Leitha und Maros. Die Klasse bestand aus SMS Rhein und SMS Mosel.

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Gebaut wurden beide Schiffe in der AG Weser Werft in Bremen in den Jahren 1872 bis 1874. Sie waren 49,6 m lang und hatten eine Breite von 7,85 m. Im Gefecht konnte der Rumpf teilweise geflutet werden, so dass nur der Aufbau aus dem Wasser ragte. Die Bewaffnung bestand aus zwei 12-cm-Bronzegeschützen, die in einem von Hand drehbaren Turm untergebracht waren. Auf dem Turm befand sich ein gepanzerter Kommandostand. Der Antrieb bestand aus zwei liegend angeordneten 2-Zylinder-Dampfmaschinen. Zwei Propeller erlaubten eine Höchstgeschwindigkeit von 8,25 Knoten. Die Besatzung setzte sich aus einem Offizier und 22 Mannschaften zusammen. Am 25. April 1874 wurden beide Flusskanonenboote in Dienst gestellt und fuhren über Rotterdam den Rhein hinauf. Anfangs hatten die Schiffe ihren Liegehafen in Mainz, später in Koblenz. Aufgrund des technischen Fortschrittes und der geringen Gefahr eines Angriffes von Frankreich wurde die Rhein-Klasse schon 1875 wieder außer Dienst gestellt und 1884 zum Verschrotten verkauft.

Flusskanonenboot SMS Rhein

Das Modell

Der Bausatz der SMS Rhein stammt von dem chinesischen Kleinserienhersteller Oceanmoon. Das Besondere an dem Bausatz ist, dass er fast komplett aus Ätzteilen besteht. Bei der einfachen Form ist dies allerdings auch kein Nachteil. Zusätzlich liegen noch zwei gedrehte Rohre für die Geschütze bei, zwei Plastikrundstäbe für die Lüfterrohre und der übliche Standardspritzling von S-Model. Dieser enthält viele Teile, die man für Schiffe aus dieser Zeit benötigt wie diverse Geschütze, Beiboote und Lüfter. Die Anleitung besteht aus einem DIN-A4-Blatt und erklärt gut den Zusammenbau. Farbangaben fehlen. Ich habe mich an einem  Papiermodell von PaperShipwright orientiert, welches die SMS Rhein mit dunkelgrauem Rumpf, weißem Oberdeck und weißen Deckshäusern zeigt.

Der Bau war recht problemlos. Ich ergänzte nur die Sonnensegel zu Testzwecken. Deren mittlere Stützen lagen dem Bausatz bei und somit musste ich nur die äußeren aus Draht hinzufügen. Die Sonnensegel an sich erstellte ich aus Holzleim, den ich mit weißer Farbe vermischt hatte. Bei meinem ersten Versuch nur mit Holzleim löste sich der Leim beim anschließenden Bemalen auf. Deswegen folgten mehrere Schichten mit dem Holzleim-Farbmix.

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Fazit

Die chinesischen Hersteller überraschen immer wieder mit exotischen Modellen aus der Zeit des Imperialismus. Oceanmoon hat zwar primär chinesische Schiffe bzw. Schiffe anderer Nation, die in China fuhren, wie z.B. die jüngst aufgelegten Yangtze-Kanonenboote der Briten, Amerikaner etc. Aber sie bieten mit der Rhein, der Hagen und auch der Wespe-Klasse frühe Schiffe der Kaiserlichen Marine an und bereichern somit das Angebot. Alles in allem hat mir der Bau sehr viel Spaß gemacht.

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Christian Höltge