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O-Class Zerstörer

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Leider wurde mein Baueifer in letzter Zeit durch Dienstreisen ziemlich ausgebremst und so ging es nur langsam voran. Ich habe die Ätzteile zum Lackieren wieder mit doppelseitigem Klebeband bzw. Tamiyaband als Puffer fixiert. Nachdem Durchtrocknen der Farbe wiederholt sich das Spielchen mit der Rückseite der Ätzteile. Dabei habe ich wieder was gelernt... Irgendwie sprühe ich die Enamelfarben zu naß. Durch die zu breiten Klebeflächen der Reling am Klebeband haben sich dort häßliche Farbränder gebildet die ich mühsam mit dem Skalpell wieder runterkratzen mußte - ohne die Reling zu verbiegen. Deshalb: Möglichst dünne Farbschichten eher trocken sprühen und die Reling nur mit minimaler Auflagefläche fixieren! Mit gespritztem Gittermast und Schornstein aber vor Anbringen der Reling und weiterer Kleinteile sieht die HMS Pathfinder nun so aus: Zum Biegen der Ätzteile hat mir ein Freund ein sehr nützliches Werkzeug gebaut. Im Handel ist es unter der Bezeichnung "Hold&Fold" für relativ viel Geld zu haben (z.B. bei RaiRo). Das Biegen sauberer Winkel geht damit wirklich gut und leicht von der Hand. Beim Anbringen der Reling bin ich nach Salamitaktik vorgegangen. Da der Edelstahl federt habe ich auf ein Vorbiegen der Reling verzichtet. Die Reling wird mit dünnflüssigem Sekundenkleber auf ca. 1-2cm Länge von einem Ende her festgeklebt und in dieser Position mit allen möglichen Hilfsmitteln fixiert. Ist der Kleber getrocknet, arbeitet man sich so Stück für Stück bis zum Ende der Reling entlang. Das dauert so vielleicht etwas länger, ist aber wesentlich streßfreier und man kleckst deutlich weniger mit dem Sekundenkleber rum. Das Aufkleben der restlichen Kleinteile - Brückenverstrebung, Antennen, Kräne, Bootsdavits, Flaggenstöcke - klappt relativ zügig und problemlos. Lediglich ein kleiner Kran ist in den unendlichen Weiten des Teppichbodens auf alle Zeiten entfleucht. Hier nun das Ergebnis: Es fehlen jetzt nur noch zwei Bauabschnitte bis zur Fertigstellung: die Wasseroberfläche als Ständer (darüber werde ich hier nicht mehr berichten, siehe stattdessen Minibaubericht Seediorama) das Rigg, also die Verspannungen und Antennendrähte. An dieser Stelle habe ich noch überhaupt keinen Plan welches Material ich verwende und wie ich das Rigg anbringe... Erstellt am 16.10.2004
Samstag, 16. Oktober 2004
Mein Modell hat endlich einen Namen: HMS Pathfinder Aus den beiliegenden Decals für die O-Class Zerstörer läßt sich mit G17 (HMS Onslow) und G04 (HMS Onslaught) die taktische Kennung für den P-Class Zerstörer G10 HMS Pathfinder zusammenschnipseln. Die HMS Pathfinder war im Pazifik unterwegs und wurde nach einem japanischen Bombenangriff am 11. Februar 1945 zu einem konstruktiven Totalverlust (irreparable Schäden) erklärt. Das Tarnschema und die Ausrüstung paßt wunderbar mit meinem Modell zusammen. Bei den PE-Teilen hat sich einiges getan. Die Oerlikons aus dem Ätzteilsatz sind zwar sehr schön, haben aber zwanglsäufig einen flachen Sockel. Ich habe also den Sockel der Bausatz-Oerlikons mit den Ätzteilen (Schild und Kanone) kombiniert. Diese Aktion hat mich an die Grenzen meiner Feinmotorik gebracht. Als nächstes kam der Gittermast an die Reihe. Die vier Seitenwände sind am Mastfuß zu einem Teil verbunden und müssen entsprechend gefaltet werden. Nach einigem Grübeln bin ich wie folgt vorgegangen: Zunächst wurden alle Biegekanten angeknickt um das spätere rechtwinklige Ausrichten zu erleichtern. Dann wurde eine Seitenwand plan auf doppelseitiges Klebeband mit einer Zwischenlage Tamiya-Band geklebt (das doppelseitige Klebeband klebt viel zu extrem, das Teil würde beim Entfernen garantiert kaputtgehen!). Jetzt kann man die anderen Seitenteile in Ruhe ausrichten. Anschließend läßt man dünnflüssigen Sekundenkleber über die Kapillarwirkung in die Stoßkante der Seitenteile laufen. Das hat mit etwas Geduld ganz gut geklappt. Es fehlt jetzt noch die Reling um die Mastplattform sowie eine weitere Antenne. Aktuell sieht der Mast nach dem Ankleben der Seitenarme so aus: Nun zum Schornstein. Die "Kuppel" mit dem angedeuteten Schornsteingitter wurde plan geschliffen und durch ein PE-Schornsteingitter ersetzt. Schwieriger gestaltete sich das Anbringen der Schornsteinplattform mit Reling und Leiter. Die V-förmige Plattform aus dem PE-Set ist etwas zu schmal. Ich habe mit meiner Resinsäge vorsichtig Schlitze in den Schornstein gesägt. Die Plattform paßt nun hinein und hat gleichzeitig eine stabile Klebenut. Parallel dazu habe ich mit einem Skalpell die Farbkanten entfernt (ging recht gut) und den Rumpf mit einer sehr dünnen Schicht Erdal Glänzer auf die Decals vorbereitet. Nach 48 Stunden Trocknungszeit können die Decals mit Weichmacher (Gunze) aufgebracht werden. Mit den aufgelegten unlackierten Teilen sieht meine HMS Pathfinder aktuell so aus: Es warten noch mehr als genug Ätzteile auf mich... Erstellt am 26.09.2004
Freitag, 01. Oktober 2004
Nachdem nun der Rumpf auch seinen blauen Farbbalken bekommen hat (offizielle Farbbezeichnung B20) kann es ans Entfernen des Tamiyabandes gehen! So aufgeregt war ich nicht mehr seit ich vor 20 Jahren meine erste Frau entblättert habe :D Stück für Stück muß das Abdeckband weichen... Sieht schon mal ganz vielversprechend aus. Nach einem kleinen Geduldsspiel mit Sonde und Pinzette steht das Modell nun nackt vor mir. Ich finde der Aufwand für das Abkleben hat sich gelohnt! Ab und zu ist die Farbkante etwas dick geraten oder steht sogar hervor. Das läßt sich aber mit einem Skalpell sicher bereinigen. Das Sprühen der Enamelfarben hätte ich besser vorher geübt, dann wäre die Farbschicht mit Sicherheit dünner geworden. Ich hab's natürlich nicht lassen können und hab schon mal lose alle fertigen Teile aufgesteckt. Ich finde das sieht schon fast wie ein Zerstörer aus :-) Mit der hellen Farbe kommen die gebohrten Bullaugen richtig gut rüber. Meine Digitalkamera hat bei Kunstlicht übrigens einen starken Grünstich. Das Blau ist deutlich "blauer". In dieser vergrößerten Aufnahme kann man auch gut die Farbkante am Decksrand erkennen. Jetzt kann es also mit den Fotoätzteilen richtig losgehen... Das heißt daß dieser Baubericht mit Sicherheit etwas an Tempo verlieren wird! ;-) Erstellt am 22.09.2004
Donnerstag, 23. September 2004
Die abgeklebten Teile und auch sonst alles was eine hellgraue Farbe bekommen soll wurde von mir in diesem leicht bräunlichen Hellgrau gesprüht (offizielle Bezeichnung G45). Mit dem Sprühen der Enamels hab ich noch so meine Probleme. Sie trocknen sehr viel langsamer als die Acrylfarben die ich sonst verwende. Der Auftrag geriet mir deshalb arg naß, ist aber nochmal gut gegangen. Auf dem folgenden Bild seht Ihr mal meine Airbrush Ecke mit dem tollen Ikea Zubehör: Der hölzerne Airbrush-Drehteller stammt ebenso aus der Ikea Küchenabteilung wie die Airbrush-Reinigungsstation (Bonbonglas). Sehr praktisch und sehr preiswert! Um die Trockenzeit zu nutzen habe ich mich nun mit den Fotoätzteilen beschäftigt. Das Material Edelstahl für PE-Teile ist eine zwiespältige Sache. Es hält einiges aus und ist so gesehen für Anfänger ideal. Um Rundungen zu biegen ist es aber geradezu teuflisch. Ständig federt es zurück, man hat immer eine Hand zu wenig und zu guter letzt bricht ein Teil ab Mit dem Radar Typ 285 habe ich so einen verzweifelten Kampf ausgefochten. Mit etwas Sekundenkleber konnte ich das Ganze aber beheben. Aus Rundmaterial habe ich noch einen Entfernungsmesser hingebastelt. Dann habe ich mich mit dem Pom-Pom Flugabwehrgeschütz beschäftigt. Es besteht aus vier Einzelteilen und muß zusammengebaut werden. Hier mußten nur rechte Winkel gebogen werden was auch mit Edelstahl gut klappt. Beim Zusammenbau ist die Stabilität von Edelstahl dann ein echter Vorteil! Ich weiß noch nicht wie ich die Teile vor dem Lackieren reinigen soll, es sind jede Menge Fingerabdrücke darauf. Und wie ich das Pom-Pom befestige damit es von der Airbrush nicht einfach weggeblasen wird... Erstellt am 21.04.2004
Donnerstag, 23. September 2004
Vorsicht, der folgende Bericht ist nichts für Ungeduldige oder Leute mit schwachen Nerven! Wer vor hat meinem Wahnsinn zu folgen sollte zur Entspannung beruhigende Musik auflegen, etwa die Kantate "Ich habe genug" von Johann Sebastian Bach. Um die angegossenen Details auf dem Deck mit der richtigen Farbe zu versehen hilft nur eines: Abkleben im Mikrometerbereich. Ein Stück Tamiya-Klebeband wird mit dem Messer in dünne Streifen und winzige Rechtecke geschnitten. Und die werden dann malerisch um die Decksobjekte drapiert... Anfangs war ich noch guter Dinge da die zu umklebenden Formen noch einfach waren. Mittschiffs ging es deshalb noch gut voran. Die Runde Kanonplattform, die Wasserbombeneinrichtungen sowie das Vorschiff haben dann aber ihren Tribut an meiner Geduld und an meinen Nerven gefordert. Nach etwa fünf Stunden war es vollbracht... Geschafft! Hmm ... da war doch noch was... Richtig, auch die Aufbauten haben Decks Also nochmal ca. 1 Stunde Feinmotorik für Fortgeschrittene. Morgen folgt das Sprühen dieses Dramas, heute habe ich einfach nicht mehr die Nerven dazu. Ich hoffe daß sich der Aufwand gelohnt hat und ich die Klebestreifen wieder alle runterbekomme... Erstellt am 19.09.2004
Donnerstag, 23. September 2004
Das Deck der britischen Schiffe war teilweise mit einem Antirutschbelag versehen, dem sog. Semtex. Über die Farbe dieses Materials gibt es weltanschauliche Diskussionen unter Modellbauern. Die Skala reicht von mittelgrau bis grau-grün. Ich habe mich für die mittelgraue Variante in Form von Tamiya XF-53 entschieden. Die Stahldecks waren in einem Blauton gestrichen (offizielle Bezeichnung B15). Für diese und alle weiteren Farben habe ich mir die Enamels von White Ensign Models besorgt. Ich bin zwar kein Fan von Enamels (Lösungsmittelsauerei, Gestank), für Schiffsfarben aus WW2 gibt es zur Zeit aber nichts besseres. Nach der ersten grauen Schicht folgt die Montage der geätzten Kanonenplattform sowie ein erster Vorgeschmack auf noch anstehende Abklebearbeiten. Die mit Semtex beschichteten Laufwege müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Nach dem Aufsprühen der zweiten Farbschicht sieht das Ganze nun so aus: Mal abgesehen von den Nebenwirkungen lassen sich die Enamels von WEM gut verarbeiten. Zum Verdünnen habe ich Revell Color Mix verwendet. Wenn morgen alles gut durchgetrocknet ist beginnt der Spaß erst so richtig... Erstellt am 18.09.2004
Donnerstag, 23. September 2004
Erstens kommt's anders und zweitens als man denkt... Beim genauen Betrachten des Baukastens sind mir dann doch ein paar unschöne Dinge aufgefallen. Die Brücke enthält einen zusätzlichen Aufbau den ich so noch nie bei einem britischen Zerstörer gesehen habe. Ein auf dem Deck mit angegossenes Rettungsfloß ist völlig deplaziert weil es dem Torpedosatz im Weg ist. Da aber sowieso die Fräse angeworfen wird um die Pyramidentreppen zum Vorschiff und den Sockel der 4'' Flugabwehrkanone (wird durch PE-Teile ersetzt) zu entfernen, werden halt auch gleich die erwähnten Merkwürdigkeiten weggeputzt. Wegen der Fotoätzteile mußten einige Bohrungen auf dem Deck für z.B. die Bootskräne zugespachtelt werden. Gleiches gilt für die Löcher des Dreibeinmastes - es soll ja mal ein Gittermast dort stehen. Als extrem schwierig erwies sich die Schleiferei auf engstem Raum. Wenn hier jemand gute Tipps und Kniffe weiß - her damit. Der größte Makel des Bausatzes ist aber das völlige Fehlen der Bullaugen! Der Rumpf und die Aufbauten sehen ohne einfach nur nach Spielzeug aus. Also habe ich den Rumpf mit Tamiyaband beklebt und darauf Hilfslinien und die Position der Bullaugen angezeichnet. Mit einem 0,3mm Bohrer ging es dann von Hand mit viel Enthusiasmus los... Lektion Nr.1: Die dünnen Bohrer müssen ganz kurz eingespannt werden. Nachdem ich drei Bohrer abgebrochen habe, hab ich's begriffen. Die Löcher sind jetzt alle 0,4mm im Durchmesser... Lektion Nr.2: Ohne Führungseinrichtung verläuft der Bohrer auf dem Tamiyaband etwas. Das sieht man aber erst nach Entfernen des Klebebandes. Jetzt sieht es so aus als ob die Werftarbeiter stockbesoffen waren. Lektion Nr.3: Von Hand ist das Bohren der ca. 60 Bullaugen ein Scheißjob. Lektion Nr.4: Eine Dremel im Bohrständer ist wegen der hohen Drehzahl zum Bohren in Kunststoff nicht geeignet! Das Plastik schmilzt teilweise auf und bleibt am Bohrer kleben. Der bekommt dadurch eine Unwucht und fängt an zu eiern. Das gibt bei einem 0,4er Bohrer 1,0er Löcher. Also wieder zuspachteln. Irgendwann läßt man's dann aber doch gut sein. Auf dem Bild kann man (hoffentlich) die Bullaugenlöcher erkennen. Zum Größenvergleich die 1 Centmünze... Die erste Decksfarbe ist mittlerweile aufgesprüht und am Trocknen. Und dann ist eine Abklebeorgie im Mikrometerbereich angesagt... Erstellt am 18.09.2004
Donnerstag, 23. September 2004
Als Einstieg in den Modellbau mit Fotoätzteilen habe ich mir von Tamiya den Bausatz der O-Class Zerstörer im Maßstab 1/700 ausgesucht. Es gibt dazu ein sehr schönes PE-Set von White Ensign Models. Die Formen kommen ursprünglich von Skywave und stammen aus den späten 70er Jahren. Die Spritzlinge sind sehr sauber und filigran, die Paßgenauigkeit ist hervorragend. Als besonderes Zuckerl enthält der Karton Teile für zwei Modelle! Der Decalsatz enthält die taktischen Kennungen aller O-Class Zerstörer in weiß und schwarz sowie die Flagge der Royal Navy, den White Ensign. Noch schöner wäre es, wenn auch für die baugleichen P-Class Zerstörer die taktischen Kennungen dabei wären. Aber man kann ja schließlich nicht alles haben. Das Fotoätzteileset von White Ensign Models ist aus Edelstahl und enthält Teile um nahezu alle Varianten an O-, P- und sogar R-Class Zerstörer zu bauen. Die Ätzteile sind unglaublich filigran und sauber - gottseidank habe ich mittlerweile eine Lupenleuchte. Die wunderschönen Gittermasten und das Admiralty Standard Camouflage Scheme der späten Kriegsjahre haben es mir besonders angetan. Dieses Farbschema hatten alle Schiffe der britischen Pazifikflotte zu Kriegsende. Dummerweise waren dort aber keine O-Schiffe sondern nur die P-Schwesterschiffe im Einsatz. Irgendwie werde ich das Problem der taktischen Kennung noch lösen... Um einen Eindruck zu vermitteln wie das ganze aussehen könnte hier ein Bild eines Modells der HMS Javelin in diesem Tarnschema: Mal schauen was daraus wird... Erstellt am 18.09.2004
Donnerstag, 23. September 2004