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Lars Scharff

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Modell: IJN Heavy Cruiser Takao (1944) Hersteller: Skywave (Pit-Road) Maßstab: 1/700 Art. Nr.: W57 Material: Spritzguss Zubehör: IJN Heavy Cruiser Takao Class-Ätzteilesatz von Pit-Road
Sonntag, 09. Dezember 2007
Original Die Royal Navy versuchte in der Nachkriegszeit neue Kreuzer und Zerstörer anzuschaffen. Aber trotz zahlreicher Studien, wurden aus Kostengründen keine Schiffe gebaut. Die Kreuzer-Entwürfe waren zu groß (mehr als 18 000 t) und damit zu teuer. Der Entwurf für einen Kreuzer/Zerstörer als Gegengewicht gegen die russischen Leichten Kreuzer der Sverdlov-Klasse scheiterte ebenso. Der Versuch ein Lenkwaffensystem in eine verbesserte Daring-Klasse (1946-59 gebaute Zerstörer-Klasse) einzubauen, führte zu einer starken Größenzunahme. Angesichts fehlender Kreuzer-Neubauten wurde dieser Entwurf weiter vergrößert und sollte so auch als Flaggschiff dienen können. Er erhielt deshalb nicht nur erweiterte Kommandoeinrichtungen, sondern auch Räume für einen Admiral und seinen Stab. Ansonsten wurde der Entwurf von den Erfordernissen für die Flugabwehrrakete Seaslug dominiert. Ihr Magazin für 24 Raketen (39 nach anderen Quellen) reichte vom Starter achtern bis unterhalb des Fockmasts! Die Schiffe fielen letztendlich doppelt so groß wie die Vorgänger-Klasse aus, so dass man die Klassifikation als Zerstörer damals wohl in erster Linie wählte, um die Schiffe leichter finanzieren zu können. Die Wahl von typischen Kreuzer-Namen unterstreicht, welchen Stellenwert die Klasse bei der Royal Navy hatte. HMS Glamorgan gehörte zum zweiten Baulos der Devonshire- bzw. County-Klasse mit verbesserten Seaslug-Raketen und Radars. Das auffälligste Merkmal des zweiten Bauloses war die "doppelte" 965-Radarantenne. Dieses Baulos erhielt 1972 zur Verbesserung der Anti-Schiffs-Fähigkeiten statt des zweiten 11,4 cm-Geschützes vier Exocet-Starter. Glamorgan war 158,7 m lang und 16,5 m breit. Bei 6800 t Verdrängung betrug der Tiefgang 6,3 m. Ihre vier Gasturbinen und zwei Dampfturbinen (COSAG-Antrieb) leisteten zusammen 60000 PS und wirkten auf zwei Schrauben, womit 32,5 kn erreicht wurden. Bewaffnung 1966 4 x 11,4 cm Mk VI Mod 1 (zwei Zwillinge) 2 x 2 cm Oerlikon 1 x Seaslug-SAM-Zwillingsstarter (24-39 Raketen) 2 x Seacat-SAM-Achtfachstarter (60 Raketen) 1 x Westland Wessex-Bordhubschrauber Bewaffnung 1982 2 x 11,4 cm Mk VI Mod 1 (zwei Zwillinge) 2 x 2 cm Oerlikon 4 x Exocet MM.38-SSM-Starter 1 x Seaslug-SAM-Zwillingsstarter (24-39 Raketen) 2 x Seacat-SAM-Achtfachstarter (60 Raketen) 6 x 32,4 cm STWS.1-Torpedorohre (zwei Drillinge) 1 x Westland Wessex-Bordhubschrauber Bewaffnung 1984 2 x 11,4 cm Mk VI Mod 1 (zwei Zwillinge) 2 x 4 cm Bofors 2 x 2 cm Oerlikon 4 x Exocet MM.38-SSM-Starter 1 x Seaslug-SAM-Zwillingsstarter (24-39 Raketen) 6 x 32,4 cm STWS.1-Torpedorohre (zwei Drillinge) 1 x Westland Lynx-Bordhubschrauber HMS Glamorgan wurde von 1962-66 von Vickers, Tyne gebaut. 1972 erhielt sie Exocet-Starter. Bei Ausbruch des Falkland-Kriegs wurde Glamorgan am 2.4.1982 als Flaggschiff von Admiral Woodward zu den Falkland-Inseln beordert. Dort bombardierte sie am 1.5.1982 zusammen mit den Fregatten Arrow und Alacrity Port Stanley, wobei sie von argentinischen Mirage III bombardiert wurde. Nahtreffer verursachten leichte Schäden am Heck. Am 14. und 15. Mai unterstützte Glamorgan einen Angriff der SAS gegen ein Flugfeld auf Pebble Island und bombardierte mit ihren 11,4 cm-Geschützen argentinische Stellungen. In den folgenden Tagen folgten weitere Bombardierungseinsätze, später auch zu Unterstützung der britischen Truppen an Land. Bei zwei von diesen Einsätzen, am 25. und 30. Mai, wurde sie erfolglos mit Exocet angegriffen. Als sie am 12.6. zur Unterstützung von britischen Truppen auf Two Sisters abgeordnet wurde, erzielten argentinische Kräfte mit einem landgestützten Exocet-Starter einen Treffer, der dazu führte, dass der Hangar und Teile des Decks darunter ausbrannten und wohl durch das Löschwasser die Decks (u.a. das Seaslug-Magazin) darunter geflutet wurden. Nach ersten Reparaturen mit Hilfe des Reparaturschiffs Stena Seaspread erfolgten weitere Reparaturen nach der Kapitulation der argentinischen Truppen am 14.6. Eine Woche später konnte sie in Richtung Portsmouth abreisen, wo sie am 10.7. eintraf. Nach den Reparaturen, die 1983 abgeschlossen waren, erfolgte 1984 ein Einsatz zur Unterstützung britischer Truppen im Libanon. 1986 wurde Glamorgan an Chile verkauft und als Almirante Latorre in Dienst gestellt. 1998 erfolgte die endgültige Außerdienststellung. 2005 soll sie auf der Fahrt zum Abwracken gesunken sein. Das Modell Für das Internationale Schiffsmodellbautreffen in Laupheim Anfang November 2007 wollte ich ein Modell passend zum diesjährigen Thema "25 Jahre Falklandkrise" bauen. Für mein Sammelgebiet kam da nur die General Belgrano, HMS Antrim, HMS Glamorgan und HMS Bristol in Frage. Über die nötigen Umbauten von einem der erhältlichen Bausätze der Brooklyn-Klasse (Corsair Armada, Niko Models) zur General Belgrano hatte ich kaum Unterlagen und auch keine Zeit mehr, um den Umbau noch rechzeitig fertig zu bekommen. Von der Bristol gibt es zwar von Jecobin Plans gute Pläne, aber ein Eigenbau sollte es auch nicht sein. Blieben also die beiden Schiffe der County-Klasse. Es gibt einen Bausatz der Devonshire von Hi Mold (Pit-Road), aber der ist a) sehr teuer und b) stellt ein Schiff des falschen (d.h. ersten) Bauloses dar. Deshalb habe ich dann beschlossen den Skytrex-Bausatz zu kaufen. Als Ziel habe ich mir dann die Darstellung der Glamorgan während der Unterstützung des Kommandounternehmens gegen Pebble Island am 14/15.5.1982 vorgenommen. Der Bausatz von Skytrex gibt die Formen sehr gut wieder, größere Korrekturen waren so nicht nötig. Es war lediglich ärgerlich, dass Skytrex eine Mischung des Bauzustandes im Falkland-Krieg und nach der Reparatur der Schäden durch den Exocet-Treffer fabriziert hat. So mussten die Plattformen mit den zusätzlichen Störkörperwerfern neben dem Brückenaufbau entfernt werden. Zusätzlich habe ich Niedergänge vor den Exocet-Startern, die Corvux-Störkörperwerfer, die 324 mm-Drillingstorpedorohre, eine Andeutung eines Krans auf dem Achterdeck und fast alle Details an den Masten entfernt, um diese durch bessere Teile ersetzen zu können. Um die Davits musste ich eine Menge Grat wegschnitzen. Die Verarbeitung des Weißmetalls erwies sich dabei leichter als gedacht, teilweise ist die Biegsamkeit des Materials sogar ein Vorteil, weil man verbogene Teile problemlos wieder zurecht biegen kann. An der Bordwand musste noch ein paar Luftlöcher verspachtelt werden. Nachdem ich das Rumpfteil soweit bearbeitet hatte, montierte ich die beiden Masten. Am Fockmast habe ich noch die obere der beiden nach vorne ragenden Plattformen entfernt – hier waren beim Original nur leichte Antennenträger vorhanden. Am Großmast waren noch die Plattformen für die SCOT-Satellitenantennen angebracht. Bei dem Bausatzteil ist hier der Bogen der Stützkonstruktion nur angedeutet, so dass ich ihn freigeschnitzen musste. Den Laufweg, der vorne am Mast vorbei führt, habe ich aus Plastikplatten neu gemacht. Der fertige Rohbau wurde mit Fine Surface Primer von Tamiya grundiert, die Holzdecks mit Vallejo 976 Buff, die Stahldecks mit 867 Darkbluegray und die vertikalen Flächen mit 907 Pale Greyblue bemalt. Anschließend wurden die wenigen verbliebenen Teile des Bausatzes angeklebt. Statt der Bausatzteile habe ich für die Typ 278- und Typ 965- (AKE-2) Radarantennen geätzte Teile aus dem Modern British Warship Fittings Set von GMM benutzt. Die im Bausatz enthaltenen Oerlikons habe ich durch Teile von Pit-Road für die Lafette und gezogene Gussäste für das Rohr ersetzt. Die komplexe Gitterstruktur des Seaslug-Starters wäre natürlich besser durch ein Ätzteil dargestellt, aber ein solches ist nicht erhältlich – so dass ich sie Struktur nur durch die Bemalung darstellen konnte. Die Antennenträger an den Masten und dem vorderen Schornstein sowie diverse Peitschenantennen wurden aus gezogenen Gussästen hergestellt. Die ECM (?)-Antennen am Großmast sind eine recht komplizierte Konstruktion, die ich aus gezogenen Gussästen (Haltekonstruktion), Plastikplatten (Plattformen) und Plastikvierkantstäben (Antennen) gebaut habe. Die Typ 975- und Typ 992-Radarantennen am Fockmast bestehen aus runden Plastikstäben verschiedener Dicken. Das gleiche Material habe ich für den Bau der 32,4 cm-Drillingstorpedorohre benutzt. Letztere wollte ich noch mittels dünner Plastikplatten um diverse Details bereichern. Einen Teil der Platten, u.a. die Kästen mit dem Mechanismus für die Rohrdeckel, habe ich allerdings wieder entfernt, weil sie einfach nicht maßstäblich gewirkt haben. Die Corvux-Störkörperwerfer bestehen aus einer dünnen Plastikplatte für den Abweiser und gezogenen Gussästen. Der Werfer hat acht Rohre, die sich in zwei 3er-Gruppen und eine 2er-Gruppe unterteilen. An den Unterbauten der GWS22/Typ 904-Feuerleitgeräte für die Seacat-Flugabwehrraketen befand sich nach achtern zeigen jeweils ein kleiner Kran. Genauso stand auf dem Achterdeck ein Kran, der wohl für das Minenräumgeschirr benutzt wurde. Diese habe ich jeweils durch Teile aus diversen Polystyrol-Vierkant- und Rundstäben ergänzt. Inzwischen würde ich sagen, dass es wohl besser gewesen wäre, auch die Davits der Beiboote neu zu bauen – ich habe allerdings nur die oberen Teile der vorderen Davits durch gebogenen Heftklammern ersetzt. Dem Bausatz lag kein Bordhubschrauber bei. Glamorgan hatte eine Westland Wessex HAS Mk.3. Mir standen S-58/Westland Wessex von White Ensign Models und das RN Navy Aircraft Set von Fujimi zur Verfügung. In beiden Fällen hat man einen Rumpf, der für eine HAS Mk.3-Variante modifiziert werden muss. Ich wählte den Rumpf von Fujimi, der mir wegen der deutlichen (und damit leicht zu bemalbaren) Ausprägung der Fenster und weiterer Details besser gefiel. Das Fahrwerk, den Heckrotor, das Höhenleitwerk und ein Teil der Befestigung für den Hauptrotor wurden entfernt. Dazu musste ich noch eine Sinkstelle auf beiden Seiten des Rumpfes verspachteln. Mit Magic Sculp habe ich dann den vergrößerten Bug, den Ausläufer hinter dem Hauptrotor und die Radarantenne auf dem Rumpfrücken modelliert. Das Fahrwerk, das Höhenleitwerk und die Rotoren sind Ätzteile von WEMs Wessex. Angestrichen habe ich die Wessex mit Vallejo 867 Darkbluegray. Zuletzt bemalte ich die Sendeantenne des Seacat-Starters gelb, die SCOT-Satellitenantennen schwarz (im Original waren dies schwarze Schutzbezüge), die Innenseiten der Beiboote rot und die Aufbauten der Beiboote weiß. Das hintere Beiboot steuerbord hatte dazu einen dicken roten Streifen am Rumpf, den man auf den Photos nach dem Exocet-Treffer gut erkennen kann. Die Beiboote waren im Falkland-Krieg mit grauen Persenning abgedeckt, auf die ich verzichtet habe, um ein paar mehr Farbtupfer auf dem grauen Schiff zu haben. Die Kennnummer (D19) war bei Glamorgan wohl zeitweise übermalt. Auf den Photos um den 14.5.1982 herum kann man sie nicht ausmachen. Auf Photos nach dem 12.6. sieht man dagegen wieder Reste der Kennnummern. Blätterte die Farbe, die zum Übermalen genutzt wurde, wieder ab? Oder wurden die Kennungen wieder aufgemalt? Die Flugdecksmarkierungen waren stark reduziert. Ich habe deshalb mit einem weißen wasserfesten Stift nur zwei Linien aufgemalt – und ansonsten das Flugdeck gealtert. Der Schlusspunkt war ein Versuch, den verwitterten und verrosteten Zustand der britischen Schiffe nach dem langen Einsatz im Südatlantik wiederzugeben. Quellen HMS Glamorgan D19 (1984) 1:192-Plan von Jecobin Plans British Destroyers and Frigates: The Second World War and After von Norman Friedman. London, 2006 From Daring to Devonshire von George Moore. In Warship 2005 The Encyclopedia of Warships from World War II to the present day von Robert Jackson (Herausgeber), London, 2006 Flottes de combat 1982 von Jean Labayle-Couhat, Paris, 1981 HMS Glamorgan Association (Photos 1) HMS Glamorgan Association (Photos 2) HMS Glamorgan Association (Photos 3) County-Klasse bei Wikipedia HMS Glamorgan bei Wikipedia County-Klasse bei Hazegray.org Fazit Trotz des ungewohnten Materials und der nötigen Detailverbesserungen ging der Bau der Glamorgan recht zügig über die Bühne - und sie wurde einen Tag vor der Abreise nach Laupheim fertig. Insgesamt kann ich jedem, der diese Klasse in 1/700 darstellen will, den Bausatz empfehlen. Lars
Samstag, 24. November 2007
Modell: Infanta Maria Teresa Hersteller: WSW Maßstab: 1/700 Art. Nr.: 700-048 Material: Resin, Draht Preis: ca. 50 Euro Das Original Die Infanta Maria Teresa war das Typschiff der ersten Klasse spanischer Panzerkreuzer. Die drei Schiffe wurde in Spanien mit Hilfe der britischen Werft Palmer gebaut, weshalb es nicht überrascht, dass die Infanta Maria Teresa-Klasse eine Weiterentwicklung der britischen Panzerkreuzer der Orlando-Klasse, von der Palmer zwei Schiffe baute, darstellte. Die spanischen Schiffe fielen größer aus und hatten stärkere Maschinen, mit denen sie eine höhere Geschwindigkeit erreichten. Die Aufstellung der Bewaffnung wurde beibehalten. Statt der 23,4 cm der britischen Schiffe erhielten die spanischen Schiffe aber 28 cm-Geschütze, bei der Mittelartillerie wählte man leichtere 14 cm- statt 15,2 cm-Geschütze. Die Panzerung fiel ähnlich wie bei den britischen Schiffen aus. Der Gürtelpanzer war zwar zwischen 25,4 cm stark und 30,5 cm stark, reichte aber nur knapp über die Wasserlinie. Abgesehen von einem dünnen Panzerdeck, den Barbetten der 28 cm-Geschütze und des Kommandoturms war der Großteil des Schiffes ungepanzert. Infanta Maria Teresa war 110,94 m lang und 19,87 m breit. Bei einer Verdrängung von 6890 ts (Standard) betrug der Tiefgang 6,58 m. Ihre beiden vertikalen Dreifachexpansionsmaschinen leisteten 13700 PS, womit 20,25 Knoten erreicht wurden. Bewaffnung 2 x 28 cm L/35 Modell 1883 Hontoria (in Barbetten mit leicht gepanzerten Schutzhauben) 10 x 14 cm Hontoria 8 x 5,7 cm Hotchkiss 8 x 3,7 cm Hotchkiss 2 x 2,2 cm Nordenfeld MG 8 36,5 cm-Torpedorohre (zwei Unterwasser) Infanta Maria Teresa wurde von 1889-1893 von Sociedad Astilleros del Nervión in Bilbao gebaut. In den folgenden Jahren war sie u.a. bei der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel dabei. Im Spanisch-Amerikanischen Krieg wurde sie als Flaggschiff von Admiral Cervera gemeinsam mit den Schwesterschiffen Vizcaya und Almirante Oquendo, dem Panzerkreuzer Cristobal Colon (dessen schwere Artillerie noch nicht installiert war!) sowie den Zerstörern Furor und Pluton zum Schutz der spanischen Kolonien in der Karibik nach Kuba verlegt. Nach ihrer Ankunft in Santiago de Cuba wurde das Geschwader von einem überlegen US-amerikanischen Geschwader unter Rear Admiral Sampson, was aus vier Schlachtschiffen, zwei Panzerkreuzern und zwei bewaffneten Jachten bestand, blockiert. Am 3.7.1898 versuchte Cervara auszubrechen, wurde aber von dem US-Geschwader in der sich daraus entwickelten Schlacht vor Santiago gestellt. Infanta Maria Teresa wurde sofort nach dem Verlassen des Hafens schwer von dem Panzerkreuzer Brooklyn und dem Schlachtschiffen Iowa sowie eventuell den Schlachtschiffen Texas, Oregon und Indiana schwer getroffen, wobei das Achterschiff in Brand geriet. Um die Besatzung zu retten, wurde das brennende Schiff auf Strand gesetzt. Nach der Schlacht wurde das Schiff von der US-Marine geborgen und sollte zur Reparatur nach Norfolk geschleppt werden. In einem Tropensturm mussten allerdings die Schleppleinen gekappt werden, worauf die Infanta Maria Teresa auf ein Riff der Cat Island/Bahamas lief. Das Wrack kann dort im flachen Wasser heute noch besichtigt werden. Das Modell Die Infanta Maria Teresa wollte ich direkt aus dem Bausatz von WSW bauen. Es sollte ein schnelles Projekt werden. Der Bausatz bot sich dafür an, da ich keinerlei Fehler oder größere Probleme erkennen konnte. Der Rumpf und die Aufbauten bestehen nur aus wenigen Teilen, die schnell zusammengebaut sind. An der Wasserlinie musste ich ein paar kleine Luftblasen verspachteln, danach folgte aber schon die Grundierung. Etwas umständlich war die Entfernung des Grates von den Bootshalterungen. Diese sollte man auch erst ankleben, wenn man die 14 cm-Geschütze montiert hat. Als Anstrich wählte ich nicht den ursprünglichen Anstrich, bei dem die Aufbauten oberhalb des Oberdecks weiß gestrichen waren, sondern den Anstrich, den sie wahrscheinlich zum Zeitpunkt der Schlacht von Santiago trug. Bei dieser Variante wurden auch die Aufbauten außen oberhalb des Oberdecks schwarz gestrichen. Den Rumpf, die Aufbauten außen und die Schutzschilder der 14 cm-Geschütze habe ich mit Anthrazit (Revell 9) gestrichen. Das holzbeplankte Deck habe ich mit Revell 89 bemalt, die Aufbautendecks mit Humbrol 100. Letzteres sollte Linoleum darstellen, was ich hier vermutete. Die Aufbauten innen habe ich weiß gestrichen, die Dächer der Aufbauten um die Schornsteine Anthrazit. Das Steuerhaus, was mit Holz verkleidet war, erhielt einen Anstrich mit Humbrol 98. Die Schutzkupeln der 28 cm, die Lüfter, Masten und Schornsteine habe ich mit der Ölfarbe Yellow Ochre gestrichen, was dem ocker-farbenen Originalton sehr nahe kommen dürfte. Beim Anstrich der Lüfter bemerkte ich, dass mehrere fehlten. Aber da ich mir ja vorgenommen hatte, den Bausatz aus dem Kasten zu bauen, und die fehlenden Lüfter von der Seite nicht sichtbar sind, habe ich sie nicht ergänzt. Auf die schwarzen Rumpfseiten kamen drei weiße Zierstreifen: die Wasserlinie, an der Kante des Oberdecks und an der Oberkante der Aufbauten. Hier wäre es geschickter gewesen, erst den Rumpf weiß zu streichen, die Streifen abzukleben und erst dann den Rumpf schwarz zu malen. Mein Rumpf war aber schon schwarz, so dass mehrere Schichten nötig waren – wobei das Abkleben wegen der Rumpfform, insbesondere der Schwalbennester für die 14 cm-Geschütze, sehr mühsam war. Die Streifen machten aus einem schnellen Projekt doch eines, was sich über zwei Monate hinzog. Danach folgten die Boote, die ich innen mit Humbrol 98 dunkelbraun und außen weiß strich. Die Davits waren mir zu dick, so dass ich hier doch die Originalteile durch selbst gebogene aus Kupferdraht ersetzte. Dazu habe ich die Flaggstengen vorne und achtern sowie die Ankerkräne aus gezogenen Gussästen ergänzt. Die fehlende Ankerkette habe ich aus dem Fotoätzteilsatz für die Slava-Klasse von WEM geborgt. Ich habe nicht versucht, die leichte Artillerie (5,7 cm, 4,7 cm, MGs) darzustellen, da deren Positionen bzw. deren Rohre auf den Photos nicht eindeutig ausmachbar waren. Das Bausatzteil für das Sonnensegel auf der Brücke habe ich durch ein Papierstück ersetzt. Die Takelung erfolgte mit gezogenen Gussästen, wobei ich die Taue montierte, die ich auf den Photos erkennen konnte und die mir nach einem Vergleich mit zeitgenössischen britischen Kreuzern logisch erschienen. Die Quellen Spain's Farewell to greatness: The Battle of Santiago, 3 July 1898 von Peter Brook, in Warship 2001-2002 Conway’s All the World’s Fighting Ships 1860-1905 von Robert Gardiner (Herausgeber), London, 1979 Wrackführer Kuba Cruceros Acorazados del Tipo "Infanta María Teresa" (spanischer Baubericht eines Eigenbaus) Plasticllero: Pläne Cruzeros Clase Vizcaya Cruiser INFANTA MARIA TERESA Revistanaval: Infanta María Teresa Wikipedia: Infanta María Teresa Wikipedia: Battle of Santiago de Cuba Naval Historical Center: Infanta Maria Teresa (Armored Cruiser, 1890-1898) Spanish Naval Guns: 28 cm/35 Model 1883 Spanish Navy in 1898 Das Fazit Der WSW-Bausatz der Infanta Maria Teresa eignet sich für ein schnelles Projekt zwischen durch – wenn nicht der aufwendige Anstrich wäre. Verbesserungsmöglichkeiten würden sich noch bei den fehlenden Lüftern und den Relings der Brücken ergeben. Abgesehen von den Lüftern ermöglicht der Bausatz eine originalgetreue Wiedergabe dieses Panzerkreuzers, dessen Versenkung den Niedergang der imperialistischen Großmacht Spanien deutlich machte. Lars
Mittwoch, 18. Juli 2007
Modell: USS Mustin DDG-89 Hersteller: Dragon Maßstab: 1/700 Art. Nr.: 7044 Material: Spritzguss Preis: 25 €
Samstag, 13. Januar 2007
  Link zum Baubericht
Mittwoch, 13. September 2006
Modell: Russian Sovremenny Class Destroyer Hersteller: Dragon Shanghai Maßstab: 1/700 Art. Nr.: 7027 Material: Spritzguß Preis: 19,95 € Original Die Otlichniy ist das dritte Schiff der Sovremenny-Klasse (Projekt 956). Die Produktion der Zerstörer der Sovremenny-Klasse auf der Zhdanov-Werft folgte der der Großen U-Jagdschiffen (Kreuzern) der Kresta II-Klasse. Sie haben eine ähnliche Verdrängung und Maschinenanlage wie die Vorgänger-Klasse, allerdings ist die Sovremenny-Klasse, wie die größere Slava- und Kirov-Klasse, auf die Bekämpfung von Schiffen ausgelegt. Dafür hat sie zwei Vierfachstarter für 2,5 Mach schnelle Moskit-Antischiffsraketen mit einer Reichweite von 120 km. Die Artilleriebewaffnung fällt außergewöhnlich stark aus (höheres Geschoßgewicht pro Minute als z.B. das der britischen Leichten Kreuzer der Town-Klasse bei ähnlicher Reichweite). Daneben haben sie eine starke Luftabwehrbewaffnung, aber nur eine schwache U-Jagdabwehr. Für die U-Jagd waren die parallel gebauten Schiffe der Udaloy-Klasse vorgesehen. Im Gegensatz zur Kresta II-Klasse (und den meisten Schiffen der Udaloy-Klasse mit Ausnahme des Typschiffs) haben die Schiffe der Sovremenny-Klasse traditionelle Zerstörernamen, d.h. sie sind nach Adjektiven benannt. Otlichniy bedeutet z.B. ausgezeichnet. Insgesamt wurden zwischen 1977 und 2006 23 Schiffe der Klasse begonnen. 17 davon wurden zwischen 1980 und 1994 für die Marine der UdSSR bzw. Russlands in Dienst gestellt, wobei heute nur noch sechs im Einsatz sind und fünf überholt werden. Zwei Schiffe wurden für China 1999 und 2000 fertig gestellt, während zwei weitere nach einem leicht verbesserten Entwurf 2006 an China geliefert wurden. Ein Schiff für die russische Marine ist unfertig, eines wurde als Lagerhulk fertiggestellt, während der Bau von zwei weiteren vor der Kiellegung suspendiert wurde. Die einzelnen Schiffe unterscheiden sich – angesichts der langen Bauzeit der Klasse nicht unerwartet - in Bezug auf die elektronische Ausstattung. So haben die ersten drei Schiffe (Sovremenny, Otchayanny, Otlichniy) Top Steer-Radar, die nächsten beiden Einheiten (Osmotritel'nyy, Bezuprechnyy) Plate Steer-Radar, während ab Boyevoy alle Schiffe inklusive der chinesischen Einheiten Top Plate-Radar haben. Auch gibt es Unterschiede bei der ECM-Ausrüstung, der Form des Großmast und in Bezug auf ein zusätzliches Deckshaus zwischen Brücke und Schornstein. Die letzten beiden chinesischen Schiffe haben leicht veränderte Aufbauten, nur einen 13 cm Turm und das Kashtan-CIWS-System statt der AK-630M. Die Otlichniy ist 156,37 m lang und 17,19 m breit. Bei einer Verdrängung von 7940 t hat sie einen Tiefgang von 7,79 m. Mit zwei Dampfturbinen, die je 49750 PS leisten, erreichte sie 33,4 Knoten. Bewaffnung Otlichniy 4 x 13 cm L/70 A-218 (zwei Zwillingstürme) 2 x 4,5 cm (Salutgeschütze) 4 x 3 cm AK-630M (vier sechsrohrige Geschütze) 8 x 3M80E Moskit-SSM (SS-N-20 Sunburn, zwei Vierfachstarter) 2 x Uragan-SAM-Starter (SA-N-7 Gadfly, Einzelstarter, insgesamt 48 Raketen) 2 x RBU-1000-Sechsfach-Ujagd-Starter (48 Raketen) 4 x 53,3 cm Torpedorohre (zwei Zwillinge) 1 x Kamov Ka-27-Bordhubschrauber (Helix) Otlichniy wurden von 1978-1983 auf der Severnaya-Werft (A.A. Zhdanova, Nördliche Werft) in Leningrad gebaut und war Teil der Nordmeerflotte. 1985 besuchte sie Havanna auf Kuba und 1989 Norfolk an der Ostküste der USA. Dazwischen erfolgten diverse Übungseinsätze, u.a. auch im Mittelmeer. Bei einem dieser Einsätze erfolgte im Juli 1988 an einem Liegeplatz in Sizilien eine Kollision mit einem unter der Flagge Panamas fahrenden Frachter, wobei die Otlichniy schwer beschädigt wurde. Die Schäden wurden anschließend in Sewastopol repariert. Im Oktober 1991 wurde Otlichniy in die Reserve überführt und im November 1998 wurde sie nach gefahrenen 150535 sm gestrichen. Das Modell Ursprünglich wollte ich die Bestrasshniy bauen – ein spätes Schiff der Sovremenny-Klasse, was inzwischen in Admiral Ushakov umbenannt wurde, und was man neben Bystry laut Anleitung des alten Bausatz hätte bauen können. Im Dragon-Bausatz fehlte aber das Deckhaus zwischen Schornstein und Brücke, das man auf den späten russischen sowie den frühen chinesischen Schiffen findet. Ich habe danach den neuen Dragon-Bausatz gekauft, der dieses Deckhaus enthält. Allerdings fehlten die Plattformen für diverse Antennen, die z.B. auf Besstrashniy vorhanden waren. Da ich über diese keine guten Informationen gefunden habe, entschloss ich mich das Deckelbild des neuen Dragon-Bausatz als Anregung zu nehmen. Dies zeigt die Otlichniy. Diese hatte wie die Besstrasshniy zeitweise die taktische Nummer 434, aber statt dem Top Plate-Radar den Top Steer-Radar, kein Deckhaus zwischen Brücke und Schornstein und die alte Mastform. Also wurde aus der angefangenen Besstrashniy die Otlichniy im Zustand von 1989. Die Otlichniy ist zu diesem Zeitpunkt gut dokumentiert, da zahlreiche Photos bei einem Besuch in Norfolk aufgenommen wurden, die man in "Slava, Udaloy and Sovremenny von Steven Zaloga" findet. Der Bausatz ist recht gut detailliert. Spachtelarbeiten sind im Bereich der Aufbauten und am Übergang vom Rumpf zur Wasserlinienplatte notwendig. Verwendet habe ich fast nur die Teile des alten Bausatzes. Aus dem neuen habe ich lediglich die neue Halterung für den Top Steer-Radar verwendet. Hier ist darauf zu achten, dass man die Plattform A17 weglässt, da diese nicht auf den frühen Schiffen mit Top Steer-Radar vorhanden war. Der neue Dragon-Bausatz enthält zwar auch Ätzteile, wobei aber nicht zwischen den verschiedenen Varianten des Großmasts unterschieden wird. Die Top Steer-Radarantenne ist auch nur reliefgeätzt. Ich habe deshalb diverse Teile aus dem "Modern Soviet Cruiser/Destroyer-Set" von Gold Medal Models (GMM) verwendet: den Top Steer-Radar, die Palm Fond-Radarantennen, die Ausleger am Fockmast, den Großmast (die frühe Version), den Antennenausleger am Schornstein, die Peilantenne vor der Brücke sowie die Positionslichter. Neben den Ätzteilen wurden noch weitere kleinere Veränderungen gegenüber der Anleitung durchgeführt. Die MR-123 Vympel-Feuerleitgeräte (Bass Tilt) für die 3 cm wurden durch übrig gebliebene Teile aus dem Kalinin-Bausatz von Trumpeter ersetzt, da die im Bausatz enthaltenen Teile nicht einmal entfernt dem Original ähneln. Die ZIF-121-Störkörperwerfer am Heck habe ich selbst hergestellt, da Dragon diese nur durch eine leichte Deckserhebung darstellt. Die 4,5 cm Salutgeschütze habe ich versucht zu verbessern. Die Bootskräne habe ich durch gezogene Gießäste ersetzt, aus denen ich auch die zahlreichen Peitschenantennen hergestellt habe. Die Kamov Ka-27 von Dragon habe ich durch eine von Trumpeter ersetzt, da deren Rumpfform besser gelungen ist und sie nicht so hochbeinig wie die von Dragon ist. Da der Abstand zwischen den Rotoren viel zu gering ist, habe ich einen 0,7 mm dicken und 6 mm langen Plastikstab als neue Rotorachse eingefügt. Die vertikalen Flächen habe ich mit Humbrol 127 und die Decks mit Humbrol 98 bzw. 132 gestrichen. Die Wasserlinie der Otlichniy habe ich mit einem weißen und einem schwarzen Streifen dargestellt. Ich habe mit Ölfarben versucht die Vertiefungen und Höhen hervorzuheben (was mir nicht wirklich gelungen ist), sowie diverse Alterungsspuren angebracht. Quellen Slava, Udaloy and Sovremenny von Steven Zaloga, Hong Kong, 1992 Soviet Navy 1945-1995. Cruisers, Large Anti-Submarine-Ships, Destroyers. Morskaya Kollektsiya N°1 1995 von S.S. Berezhnoy navsource.narod.ru otl-434.narod.ru www.fas.org 956 Sovremennyy class Fazit Der alte Dragon-Bausatz ist – obwohl der Bausatz inzwischen in die Jahre gekommen ist – immer noch eine gute Grundlage für den Bau einer Sovremenny. Das Ätzteilset des neuen Dragon-Bausatz lohnt sich aber nicht, wenn man über das Modern Soviet Cruiser/Destroyer-Set von Gold Medal Models (GMM) verfügt, was für diesen Bausatz empfehlenswert ist. Allerdings geht Dragon weder im alten, noch im neuen Bausatz auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen russischen Schiffen ein – was umfangreiche Recherchen erforderlich macht, um ein bestimmtes Schiff halbwegs korrekt darstellen zu können. Lars
Donnerstag, 31. August 2006
Modell: USSR Navy Kalinin Battle Cruiser Hersteller: Trumpeter Maßstab: 1/700 Art. Nr.: 05709 Material: Spritzguß Preis: 18,95 € Original Der Schwere Atom-getriebene Raketenkreuzer Kalinin ist das dritte Schiff der Kirov-Klasse (Projekt 1144), die im Westen meist als Schlachtkreuzer bezeichnet wird. Diese Kreuzer sind die größten Kampfschiffe ausgenommen von Flugzeugträgern, die seit dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden. Die Kirov-Klasse ist zur Bekämpfung von Schiffen ausgelegt, wofür sie 20 Granit-SSM mitführt. Daneben verfügt sie eine Luftabwehr bestehend aus weitreichenden Rif-SAM und verschiedenen Nahbereichsabwehrwaffen, sowie U-Jagdwaffen zur Eigenverteidigung. Die einzelnen Schiffe unterscheiden sich deutlich, was durch lange Bauzeit von 1973-98 (!) der Klasse bedingt ist, so dass bei den einzelnen Schiffen jeweils die modernsten Systeme eingebaut wurden. Kalinin hat wie die Schwesterschiffe Frunze (später Admiral Lazerev) und Pyotr Velikiy (ex Yuri Andropov) einen 13 cm Zwilling, während Kirov (später Admiral Ushakov) zwei 10 cm Türme hat. Kalinin hat als erstes Schiff der Kirov-Klasse den Top Plate (Fregat)-Radar auf dem "Hauptmast" und das Kashtan-CIWS-System, verfügt aber im Gegensatz zum jüngsten Schiff, der Pyotr Velikiy, noch nicht über das Kynshal -SAM-System und das dazu gehörige Cross Swords-Feuerleitgerät – auch wenn Platz für diese vorhanden ist. Ein weiterer Unterschied zur Pyotr Velikiy sind die zwei Top Dome-Feuerleitgeräte für die Rif-SAM, während Pyotr Velikiy ein Tomb Stone vorne und einen Top Dome achtern hat. Bei Pyotr Velikiy fehlen auch die beiden Osa-SAM-Starter vor der Brücke. Daneben gibt es noch andere Unterschiede bei den Aufbauten und der Elektronik. Von dieser Klasse ist nur noch Pyotr Velikiy in Dienst, während Admiral Ushakov (ex Kirov) zum Verschrotten verkauft wurde und Admiral Lazarev (ex Frunze) und Admiral Nakhimov (ex Kalinin) inaktiv sind. Kalinin ist 252 m lang und 28,5 m breit. Sie verdrängt 26 190 t voll beladen (nach anderen Angaben 26 396 t) und hat einen Tiefgang von 10,3 m (nach anderen Angaben 9,1 m). Der Antrieb besteht aus zwei Atomreaktoren mit 300 MW und zwei öl-befeuerten Kesseln zusätzlich für die Höchstgeschwindigkeit von 32 kn. Bewaffnung Kalinin/Admiral Nakhimov 2 x 13 cm L/70 (ein Zwillingsturm) 12 x 3 cm (sechs Zwillinge, Teil des Kashtan-CIWS-Systems, kombiniert mit Vierfach-Startern) 20 x 3M 45 Granit-SSM (SS-N-19 Shipwreck) 96 x S-300F Rif-SAM (SA-N-6 Grumble, zwölf Senkrechtstarter) 40 x Osa-MA-SAM (SA-N-4 Gecko, zwei Zwillingsstarter) 192 Kashtan-SAM (sechs Vierfach-Starter, Teil des Kashtan-CIWS-Systems, kombiniert mit 3 cm-Zwilling) 1 x RBU-12000-Zehnfach-Ujagd-Starter (102 Raketen) 2 x RBU-1000-Sechsfach-Ujagd-Starter (40 Raketen) 10 x 53,3 cm Torpedorohre (zwei Fünflinge, für Torpedos und Vodopad-NK-Ujagd-Raketen) 3 x Kamov Ka-27-Bordhubschrauber (Helix) Kalinin wurde von 1983-1988 auf der Baltischen Werft 189 in Leningrad (heute St.Petersburg) gebaut und ist von Anfang an Teil der Nordflotte. 1992 wurde sie in Admiral Nakhimov umbenannt. Trotz einer Nachrüstung 1994 ist Admiral Nakhimov ab ca. 1997 in Severomorsk inaktiv. Der aktuelle Status ist mir unbekannt. Bausatz Trumpeter hat in Kooperation mit Pit-Road die vier Schiffe der Kirov-Klasse herausgebracht, wobei die Unterschiede zwischen den Schiffen meines Wissens berücksichtigt wurden. Ich habe allerdings nur den Bausatz der Kalinin, der aber viele nicht notwendige Teile enthält, die z.B. für die Kirov/Admiral Ushakov bzw. die Pyotr Velikiy nötig sind. Wahlweise kann eine Wasserlinieversion oder mit Vollrumpf gebaut werden. Der Bausatz ist gut detailliert und gibt die Proportionen der Klasse gut wieder. Der Bau ist teilweise etwas problematisch, z.B. insbesondere bei den Verbindungsstellen der Decksteile und bei den Verkleidungen der Aufbauten, aber auch bei der Deckskante und der Wasserlinienplatte, wo umfangreiche Spachtelarbeiten notwendig sind. Ansonsten ist die Passgenauigkeit gut. Ich habe diverse Teile aus dem "Modern Soviet Cruiser/Destroyer Set" von Gold Medal Models (GMM) verwendet: der Top Pair-Radar, den Ausleger des Fock-Turmmasts, die Ausleger des "Großmasts", die Radar-Antenne des Pop Group-Feuerleitgeräts für die Osa-SAM, Peilantennen und Teile für die Kräne. Diese Teil sind eigentlich leicht verarbeitbar, wobei das Set aber nicht für mehrere Schiffe reicht. ABER: die beiden Antennen des Top-Pair-Radars sitzen zu weit auseinander. Dies habe ich leider erst nach dem Zusammenbau bemerkt, weshalb ich alles noch einmal auseinanderbauen musste. Es ist notwendig die Halterung für die vordere Top Sail-Antenne von Teil 1 abzuschneiden und weiter hinten direkt an die Halterung für die hintere Big Net-Antenne zu kleben. Der Ausleger des Fock-Turmmasts ist eine Gitterstruktur, die GMM gut darstellt. Nur passt sie nicht an den Mast, so dass man die Schräge an den Klebestelle korrigieren muss. Bei mir musste eine Ladung Kleber diese Korrektur übernehmen – was natürlich eine vollkommen suboptimale Lösung ist. Der Umfang der Veränderungen gegenüber dem Bausatz, den ich vorgenommen habe, ist gering. Das Top Plate-Radar sitzt nicht direkt auf der Plattform F24, sondern auf einer erhöhten runden Plattform. Diese habe ich aus Plastikplatten selbst hergestellt. Die angedeuteten Gitterstrukturen an der Plattform F24 habe ich abgeschnitten und durch GMM-Teile ersetzt. Verwendet habe ich für die achteren drei Teile die kurze Variante, während ich das vordere Teil weggelassen habe, da es bei Kalinin nicht vorhanden war. Dazu habe ich die Anordnung der Rettungsinsel nach Originalphotos modifiziert und bei den Top Dome-Feuerleitgeräten den Data Link hinzugefügt. Die vertikalen Flächen habe ich mit Humbrol 127 gestrichen. Die Decks mit Humbrol 132. Hier gibt es Unterschiede zwischen den Originalphotos und der Anleitung, so dass es empfehlenswert ist, sich möglichst viele Photos aus dem Internet zu besorgen, um für den gewünschten Zeitraum alle notwendigen Informationen zu besitzen. Trumpeter legt vier verschiedene Kennnummern für die Kalinin bei, sowie auch verschiedene Decals für die russische und sowjetische Version. Ich habe die Kalinin im Zustand von 1988 dargestellt, von dem ich eine Photoserie gefunden hatte. Die Antennen habe ich in Revell 77, Humbrol 126 und Humbrol 147 bemalt, den Unterwasserumpf der Boote mit Humbrol 76. Die Wasserlinie der Kalinin habe ich mit einem weißen und einem schwarzen Streifen dargestellt. Fazit Der Bausatz der Kalinin ist wegen der Spachtelarbeiten aufwendiger zu bauen, als man auf den ersten Blick denkt. Das "Modern Soviet Cruiser/Destroyer Set" von GMM empfehle ich für diese Klasse wegen der Probleme am Top Sail-Radar und dem Ausleger des Turmmasts nicht. Der Trumpeter-Bausatz ist aber insgesamt EMPFEHLENSWERT Lars
Sonntag, 23. April 2006
Link zum Baubericht
Sonntag, 19. Februar 2006
Modell: Lützow Hersteller: Italeri Maßstab: 1/720 Art. Nr.: 507 Preis: nicht in Produktion, aber gebraucht erhältlich Original Die Deutschland-Klasse war der Versuch ein Kampfschiff innerhalb der Beschränkungen des Versailler Vertrags zu bauen. Die Größe von Schlachtschiffen war auf 10 000 ts und die Hauptbewaffnung auf den Kaliber 28 cm beschränkt. Die letzten Schlachtschiffe der kaiserlichen Marine hatten zum Vergleich eine Standardverdrängung von 28 074 ts und eine Hauptbewaffnung aus acht 38 cm Geschützen. Mit diesen Beschränkungen war nur der Bau eines Küstenpanzerschiffs (starke Panzerung, starke Bewaffnung, niedrige Geschwindigkeit) möglich gewesen. Die Reichsmarine entschied sich aber statt dessen einen Kreuzer zu bauen, also ein Schiff, was nur schwach gepanzert war, aber dafür stärker bewaffnet als jedes schnellere Schiff und schneller als jedes stärkere Schiff. Dieses Schiff war folglich auch nicht zum Küstenschutz, sondern für einen offensiven Einsatz gegen feindliche Handelsrouten vorgesehen. Offiziell wurden die Schiffe der Deutschland-Klasse als Panzerschiffe bezeichnet und erst später (1939) zu Schweren Kreuzer umklassifiziert. Die Deutschland, die spätere Lützow, hatte eine Standardverdrängung von 12 630 t (voll beladen 14 290 t, Typverdrängung 10 600 ts), eine Länge von 186 m (187,9 m nach Umbau), eine Breite von 20,6 m und einen Tiefgang von 7,25 m. Mit dem gewählten Dieselantrieb wurde allerdings mit 48 390 PS nur eine Geschwindigkeit von 28 kn erreicht, so dass die damals bereits einsatzbereiten Schlachtkreuzer Renown, Repulse und Hood schneller waren und die nächste Generation von schnellen Schlachtschiffen (z.B. die King George V.-Klasse, die North Carolina-Klasse und die Dunkerque-Klasse) in Bezug auf die Geschwindigkeit ebenbürtig, aber ansonsten überlegen waren. Neben der schwachen Panzerung und der geringen Geschwindigkeit hatte die Deutschland-Klasse den Nachteil aller damaligen deutschen größeren Kampfschiffe: sie hatte eine getrennte mittlere Artillerie (15 cm) und schwere Flak (8,8 cm später 10,5 cm) statt eines Mehrzweckgeschützes. Bewaffnung 1933 6 x 28 cm L/52 C28 (zwei Drillingstürme) 8 x 15 cm L/55 C28 3 x 8,8 cm L/45 C16 8 x 50 cm Torpedorohre (zwei Vierlinge) Bewaffnung 1941 6 x 28 cm L/52 C28 (zwei Drillingstürme) 8 x 15 cm L/55 C28 6 x 10,5 cm L/65 C33 (drei Zwillinge) 8 x 3,7 cm L/83 C30 (vier Zwillinge) 11 x 2 cm L/65 C30 8 x 53,3 cm Torpedorohre (zwei Vierlinge) 1 x Arado Ar-196 A-1 Bordflugzeug Bewaffnung 1945 6 x 28 cm L/52 C28 (zwei Drillingstürme) 8 x 15 cm L/55 C28 6 x 10,5 cm L/65 C33 (drei Zwillinge) 6 x 4 cm L/56 Bofors 28 4 x 3,7 cm L/83 C30 (vier Zwillinge) 26 x 2 cm L/65 C38 (drei Vierlinge, sechs Zwillinge und zwei Einzelgeschütze) 8 x 53,3 cm Torpedorohre (zwei Vierlinge) 1 x Arado Ar-196 A-1 Bordflugzeug Die Deutschland wurde von 1929-33 in Kiel bei den Deutschen Werken gebaut. Zwischen 1936-37 wurde sie in spanischen Gewässern zur Unterstützung der Faschisten während Spanischen Bürgerkriegs eingesetzt („internationale Seeüberwachung“), wobei sie 29.5.1937 vor Ibiza von repubikanischen Flugzeugen bombardiert wurde. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war Deutschland in den Nordatlantik zur Handelskriegsführung verlegt worden und versenkte zwei Handelschiffe und brachte ein weiteres auf. Wegen schweren Sturmschäden musste aber der Rückzug angetreten werden. Am 16.11.1939 wurde Deutschland in Lützow umbenannt und in Schwerer Kreuzer umklassifiziert. Bei der Teilnahme bei der Eroberung Norwegens wurde Lützow im Oslofjord am 9.4.1940 durch norwegische Küstenbatterien beschädigt, während der begleitende Schwere Kreuzer Blücher versenkt wurde. Beim Rückmarsch wurde Lützow von dem britischen U-Boot Spearfish torpediert, wobei das Achterschiff abknickte. Während der notwendigen Reparatur, bei der Bug um 1,9 m zu einer Sichelform zur Verbesserung der Seeeigenschaften verlängert wurde, wurde sie von britischen Bombern am 9.7.1940 mit einem Blindgänger getroffen. Bei einer erneuten Verlegung nach Norwegen wurde Lützow am 12.6.1941 von britischen Beaufort-Flugzeugen torpediert und erneut schwer beschädigt. 1942 wurde sie nach den erfolgten Reparaturen erneut nach Norwegen verlegt, wo sie gemeinsam mit dem Schweren Kreuzer Admiral Hipper und sechs Zerstörern am 30/31.12.1942 den Geleitzug JW 51B angriff. Im Gefecht bei der Bäreninseln konnten die britischen Leichten Kreuzer Sheffield und Jamaica gemeinsam mit fünf Zerstörer den Angriff abwehren und die Admiral Hipper dabei schwer beschädigen. 1943 wurde Lützow in die Ostsee verlegt und beschoß wiederholt russische Truppen. Am 16.4.1945 wurde Lützow durch britische Bomber versenkt, aber bis zur Sprengung am 4.5. noch als Batterie verwendet. Das Wrack wurde von den Russen geborgen und 1948/49 abgewrackt. Bausatz Das vorgestellte Modell habe ich schon vor einigen Jahren gebaut. Ich denke aber, dass ich für die, die selbst mal die Lützow bauen wollen, ein paar Tipps geben kann. Ich habe die Lützow mit Hilfe des Italeri-Bausatzes gebaut, der detaillierter ist, als der Fujimi-Bausatz. Der Italeri-Bausatz ist im Maßstab 1/720, was aber kaum einen Unterschied zu 1/700 macht. Der Unterschied beträgt pro Meter nur 40 µm, was bei der Gesamtlänge der Lützow sich auf 7,5 mm addiert. Im Gegensatz zum Deckelbild stellt der Bausatz aber nicht zu Zustand von 1941 da, als die Lützow den typischen Ostseeantrich hatte, sondern eine Mischung aus dem Zustand vor und nach 1937. Im wesentlichen ist der Bausatz für sein Alter sehr detailliert und es sind nur eine Reihe von Modifikationen notwendig, wenn man einen bestimmten Bauzustand darstellen will. Ich habe den Zustand vom Mai 1941 mit dem Ostseetarnanstrich darstellen wollen. Hierfür muss der Bug leicht sicherförmig um 2,7 mm verlängert werden, wofür ich etwas Spachtelmasse benutzte. Gleichzeitig wurde auch der hintere der beiden Anker an Backbord entfernt, der also abgeschliffen werden musste. Ab 1937 wurden Gasdruckschotts neben den 15 cm Geschützen montiert, die ich aus Polystyrol-Platten selbst hergestellt habe. Bei dem Fujimi-Bausatz fehlen die achteren Gadruckschotts übrigens ebenfalls, während die vorderen vollkommen falsch dargestellt sind. 1937 wurden die beiden einfachen Ladebäume, die auch als Basis für die Schweinwerferplattformen dienten, gegen zwei unterschiedliche Kräne ausgetauscht und die Schweinwerfer auf eine Plattform am Schornstein verlegt. Dieser Zustand nach dem Umbau ist von Italeri korrekt dargestellt. Ich habe lediglich den Backbordkran gegen einen selbstgebauten ausgetauscht. Die flache Schornsteinkappe (Teil 39) war erst ab 1938 an Bord und wurde 1942 gegen eine deutlich größere ausgetauscht. Ein Problem bei der Italeri-Brücke ist die Position der SL-2 Feuerleitgeräte für die schwere Flak (Teil 28), die ein Deck zu tief montiert sind. Man muss zwei seitlichen Plattformen für diese an Teil 29 montieren, wobei man achtern an diesem Teil gleich die feste Reling z.B. mit Papier ergänzen kann. Die ursprüngliche Plattform auf Teil 27 muss abgeschliffen werden, was ich bei meinem Modell versäumt habe, und die Lücke in der Reling geschlossen werden. Ich habe nur noch den Scheinwerfer vorne auf dem Röhrenmast gegen eine 2 cm Flak ausgetauscht und eine FuMO22-Antenne an den Entfernungsmesser auf dem Röhrenmast montiert. Dazu habe ich versucht die 2 cm Flak durch dünnere Rohre zu verbessern und die 3,7 cm Zwillinge durch selbst gebaute ersetzt. Die im Bausatz beiliegende Heinkel He-60 habe ich gegen eine Arado Ar-196 aus einem Tamiya-Bausatz ausgetauscht. Rettungsboote an den 28 cm Türmen und den Brückennocks sollten noch ergänzt werden, was ich bisher nicht gemacht habe. Quellen Pancerniki Kieszonkow cz. 1 und cz. 3 (Monografie Morskie 7 und 9) von Waldemar Danielewicz und Miroslaw Skwiot, AJ-Press, Warschau, 1997 und 1999 Die Panzerschiffe der Kriegsmarine von Siegfried Breyer, Marine-Arsenal Secial Band 2, Podsun-Pallas, Wöfersheim-Berstadt, 1995 Panzerschiffe der Deutschland-Klasse (Vom Original zum Modell) von Gerhard Koop und Klaus-Peter Schmolke, Bernard & Graefe, Bonn, 1993 Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970 von Siegfried Breyer, Pawlak, Herrsching, ? Fazit Trotz der kleineren Ungenauigkeiten, die ohne viel Aufwand beseitigt werden können, ist dieser Italeri-Bausatz immer noch eine gute Grundlage für den Bau der Lützow und deshalb EMPFEHLENSWERT  Lars 
Dienstag, 01. November 2005
Modell: Panzerkreuzer Sankt Georg (1917/18) Hersteller: WSW Maßstab: 1/700 Art. Nr.: WSW 700-44 Preis: 54,9 Euro Material: Resin plus Ätzteile Original Die Sankt Georg war der dritte Panzerkreuzer nach Kaiserin und Königin Maria Theresia und Kaiser Karl VI. der österreichisch-ungarischen k.u.k.-Marine. Sie wurde als Reaktion auf die italienische Guiseppe Garibaldi-Klasse entworfen und zeichnete sich wie diese durch eine Kalibervielfalt aus. Sie erhielt neben der schweren Artillerie (24 cm) und der mittleren Artillerie (15 cm) noch eine mittelschwere Artillerie (19 cm). Sankt Georg verdrängte 8199 t, hatte eine Länge von 124,3 m, eine Breite von 19,01 m und einen Tiefgang von 7,41 m. Bewaffnung 1905 2 x 24 cm L/40 (ein Zwillingsturm) 5 x 19 cm L/42 (ein Einzelturm, vier in Kasematten) 4 x 15 cm L/40 (in Kasematten) 9 x 6,6 cm L/45 2 x 6,6 cm L/18 Bootsgeschütze 6 x 4,7 cm L/44 Skoda 2 x 4,7 cm L/33 Hotchkiss 4 x 3,7 cm L/33 Hotchkiss 2 x 3,7 cm Vickers (im Vormars) 2 x 8 mm MGs 2 x 45 cm Torpedorohre (seitlich, unter Wasser) Bewaffnung 1918 2 x 24 cm L/40 (ein Zwillingsturm) 5 x 19 cm L/42 (ein Einzelturm, vier in Kasematten) 4 x 15 cm L/40 (in Kasematten) 8 x 6,6 cm L/45 1 x 6,6 cm L/50 BAG (Ballonabwehrgeschütz, ab Ende 1915) 2 x 6,6 cm L/18 Bootsgeschütze 8 x 4,7 cm L/44 Skoda (ab etwa 1914) 2 x 4,7 cm L/33 Hotchkiss (ab etwa 1914) 2 x 8 mm MGs in Ballonabwehrlafetten (ab Ende 1915) 2 x 45 cm Torpedorohre (seitlich, unter Wasser) Sankt Georg wurde am 11.3.1901 im Seearsenal Pola auf Kiel gelegt. Sie lief am 8.12.1903 vom Stapel und die Indienststellung erfolgte am 31.7.1905. Sankt Georg wurde im Ersten Weltkrieg in der Adria für diverse Landbeschießungen und als Rückhalt für die Aktionen der Späkreuzer (Rapidkreuzer) eingesetzt. Am 1.3. 1918 meuterten die Matrosen, übernahmen das Schiff und machten es zur Kommandozentrale des Matrosenaufstands von Cattaro. Nach Niederschlagung des Aufstands wurde Sankt Georg am 14.3.1918 abgerüstet und am 7.4. außer Dienst gestellt. 1920 wurde sie Großbritannien zugesprochen und nach Tarent zum Abwracken verkauft. Das Modell Der Bausatz von WSW stellt die Sankt Georg im Zustand 1917/18 da. Der Rückbau in einen früheren Zustand ist relativ leicht, da lediglich die Plattform für das 6,6 cm BAG modifiziert und das BAG gegen ein 6,6 cm L/45 ausgetauscht werden muss, sowie diverse kleinere Veränderungen an den Masten (Anbringen der T-Antenne am Großmast und kein Krähennest am Fockmast) und den leichten Geschützen durchgeführt werden müssen. Dies würde eine Darstellung im olivgrünen Friedensanstrich ("Montecuccolin") ermöglichen. Ich habe aber vorgezogen Sankt Georg im Zustand des Matrosenaufstands zu bauen. Der Bau dieses Resinbausatzes bereitet keinerlei Probleme. Wie bei WSW gewohnt, ist der Rumpf sehr detailliert und es müssen nur wenige Baugruppen – z.B. die Schornsteine und die Brückendecks – noch hinzugefügt werden. Etwas störend bei meinen Exemplar des Rumpfs sind eine Reihe von sehr kleinen Luftblasen nahe der Wasserlinie. Die Bauanleitung ist sehr übersichtlich und besteht aus Photos, die klar die einzelnen Baustufen zeigen. Die Geschütze sind überwiegend gut dargestellt und für die Kasemattgeschütze liegen Rohre bei. Lediglich die 6,6 cm L/45 mittschiffs gefallen mir weniger, da es hier vereinzelte eingegossene Luftblasen gibt. Für die Davits, die Bootsständer mittschiffs, die Reling der Galerie achtern und für die Schornsteingrille liegen Ätzteile bei. Dazu gibt es noch geätzte Relings und Leitern, die ich aber nicht verwendet habe. Nach Anleitung habe ich die Rahe und das Krähennest aus gezogenen Gießästen selbst hergestellt. Die einzige Veränderung, die ich vorgenommen habe, war die Entfernung eines Lüfters auf dem Vorschiff direkt am Bug, da ich diesen auf keinem Photo entdecken konnte. Dargestellt habe ich den lichtgrauen Anstrich, der auch in der Anleitung beschrieben ist. Die vertikalen Flächen und Teile des Vorder- und Achterdecks habe ich mit Humbrol 64 gestrichen. Sankt Georg hatte hier eine Besonderheit, da das Vorder- und Achterdecks nicht beplankt waren, sondern einen Belag aus Asbestzement hatten, auf dem Linoleum in der Schiffsfarbe angebracht war. Teile des Vorderdecks waren in Dunkelgrau, wofür ich, wie für Teile der Aufbautendecks und die Poller, Humbrol 67 verwendet habe. Das Oberdeck mittschiffs, die Plattform auf dem achteren Aufbau, sowie das Brückendeck und die Innenseiten der Boote sind holzfarben. Die Schornsteinkappen, Scheinwerfer und Ankerketten habe ich schwarz bemalt. Zu der Sankt Georg kann ich "Marine Arsinal 27 Die Kreuzer der k. und k. Marine" (1994), "Die Kreuzer und Kreuzerprojekte der Österreichisch-Ungarischen k.u.k. Kriegsmarine 1884-1918" von Karl Schrott (Elbe-Spree-Verlag, 1995) und "Kreuzer und Kreuzerprojekte der k.u.k. Kriegsmarine 1889-1918" (Mittler, 2002) empfehlen. Fazit Die Sankt Georg von WSW kann ich uneingeschränkt empfehlen. Direkt aus dem Kasten gebaut kann man ein schönes Models dieses Panzerkreuzers der k.u.k.-Marine herstellen. Lars
Montag, 03. Oktober 2005

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