Modellsuche

Suchen


Heller: Viermastbark Pamir in 1/750 Drucken
Samstag, 10. März 2007 um 11:26


Hersteller: Heller
Maßstab: 1/750
Art.Nr.: 80058
Preis: Nicht mehr im Programm

Das Original


Die Viermastbark Pamir ist aufgrund ihres tragischen Schicksals wohl der bekannteste Flying-P Liner der Reederei Laeisz.
Das Schiff lief am 29. Juli 1905 bei der Blohm&Voss Werft in Hamburg vom Stapel und wurde schon im Oktober des gleichen Jahres von der Reederei in Dienst gestellt. Bis zum ersten Weltkrieg bewährte sich der Segler auf der Salpeterroute um Kap Horn nach Chile.
Während des Krieges war die Pamir auf den kanarischen Inseln interniert und kam schließlich als Kriegsbeute nach Italien. Ohne passende Großseglerbesatzung blieb das Schiff aufgelegt bis es 1924 für wenig Geld von der Reederei Laeisz zurückgekauft werden konnte.
Bis 1931 war die Pamir wieder auf ihrer angestammten Salpeterroute unterwegs, bis schließlich der Kunstdünger diesen Fahrten die wirtschaftliche Grundlage entzog. So wurde der Segler an einen finnischen Reeder verkauft.
Im zweiten Weltkrieg wurde die Pamir abermals Kriegsbeute und ging nach Neuseeland. 1948 kam der Segler wieder in finnischen Besitz um nur kurz darauf an eine belgische Abwrackwerft verkauft zu werden. Zusammen mit der Passat wurde die Pamir aber vor dem Schneidbrenner gerettet um als Segelschulschiff für die deutsche Handelsmarine zu dienen.
Am 21. September 1957 ereilte die Pamir schließlich ihr tragisches Schicksal. Im Hurrikan "Carrie" verrutschte die schlecht gestaute Ladung argentinischer Gerste und brachte die Viermastbark ca. 600 Seemeilen westlich der Azoren zum kentern. Nur 6 Überlebende konnten in einer der bis dahin aufwändigsten Such- und Rettungsaktion gerettet werden.
Quelle: Wikipedia

Der Bausatz


Mit der Cadet Serie hat Heller in den 1960er und 1970er Jahren eine Reihe von einfach zu bauenden Segelschiffsmodellen in einem sehr kleinen "Boxscale" Maßstab herausgebracht, die vor allem für den Nachwuchs gedacht waren.
Dementsprechend ist dieser Bausatz auch bei mir mit Kindheitserinnerungen verbunden - eine Zeit in der Vorbildtreue oder gar Recherche kein Thema waren und Farbe, wenn überhaupt, nach Belieben auf das Modell gekleckst wurde. Aber das Wichtigste war einfach der unglaubliche Spaß, den man beim Bau hatte sowie der kindliche Stolz an seinem Werk. Und man konnte damit auch noch so schön spielen!



Nüchtern betrachtet ist dieser Bausatz natürlich nicht mehr zeitgemäß. Grobschlächtige Details am Rumpf, "kugelsichere" Spritzgußsegel mit angeformten Rahen und jeder Menge Auswurfmarken auf der Innenseite, sowie ein Deck daß mit seiner Holz- und Plankengravur einem Schützengraben alle Ehre machen würde. Meine Erwartungshaltung bezüglich Paßgenauigkeit ist entsprechend niedrig...



Aber allen Mängeln zum Trotz, die Eleganz des Originals mit seinem langen schanken Rumpf und dem Klipperbug, sowie den beeindruckenden Segelgebirgen kann man in diesen Bauteilen wiedererkennen.



Die Bauanleitung besteht aus einer einzigen Skizze sowie einer Farbtabelle für Humbrolfarben. Das reicht eigentlich nicht wirklich aus - wenn man als Kind denn Bauanleitungen überhaupt gelesen hätte...

Fazit


Ich kann diesen Bausatz drei Zielgruppen empfehlen: Sammlern, Hardcore-Bastlern mit Hang zum Scratchbau, sowie Kindern. Alle anderen sollten auf Tauschbörsen oder Schnäppchenmärkten die Finger davon lassen.
Stefan
ohne Wertung