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Schlachtschiff Bismarck 1/350 von Willy Menzel Drucken
Dienstag, 03. November 2009 um 07:00

Schlachtschiff Bismarck 1/350 von Willy Menzel

Kein Modell habe ich so oft gebaut wie das der Bismarck. Für mich ist dieses Schiff einfach nur schön. Dieses Mal sollte es im Maßstab 1/350 sein - mein erstes Modell in diesem Maßstab. Als Bausatz wählte ich den von Tamiya aus, die Fotoätzteile von GMM und von Eduard. Mein Vorbild war die Bismarck von Herrn Jos Visser, da ich dieses mal ein Modell bauen wollte, dass dem Original so nahe wie möglich kommen sollte. Das Projekt wurde geplant und das Modell in Baugruppen aufgeteilt um nicht die Übersicht zu verlieren. Jede Baugruppe wurde mit Bildern des Originals verglichen und die einzelnen Schritte festgelegt. Grundsätzlich gehe ich nach folgendem Prinzip vor. Entferne das was man durch schönere oder selbstgebaute Teile ersetzen möchte. Bohre und schleife wo es nötig ist. Bringe evtl. selbst hergestellte Teile an und dann ergänze die Baugruppe mit Fotoätzteilen. Es war ein Freude die PE Teile anzubringen. Diese werten das Modell mächtig auf. So einfach sich meine Vorgehensweise auch anhört, so schwer fällt es mir dann einfach ein Teil zu entfernen. Der Bausatz könnte irreparabel beschädigt werden und was dann?

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Mit der Zeit und Erfahrung stellt man dann fest, dass es für jedes Problem oder besser gesagt jeden Schnitzer eine Lösung gibt. Man darf sich halt nur nicht entmutigen lassen. Ein Beispiel dafür sind die Feuerleitgeräte auf der Brücke der Bismarck. Ich habe diese Rechtecksäulen nicht entfernt, sondern als Optik 2 cm Zwillingsgeschütze mit verkürzten Rohren darauf angebracht. Diese stammen aus einem PitRoad Kit 1/700 (Zubehör IJN). Optisch führte das zu einem akzeptablen Kompromiss. Die Vierlings - und Zwillingsflakgeschütze wurden ebenfalls selbst hergestellt. Auch hier musste die Japanische Marine aushelfen. Die Rohreiniger, Munitionskästen und Schränke sowie Lüfter, Kompasssäulen und Entfernungsmesser auf der Brücke wurden aus Evergreen Strip Styrene nachgebaut. Die Scheinwerfer wurden entsprechend mit Luken und Handräder modifiziert.
Bullaugen, Türen und Luken waren ein Schwerpunkt meiner Bismarck. Die glatten Wände der Aufbauten gefielen mir gar nicht. Nun war ich froh beide PE Sätze gekauft zu haben. So hatte ich ausreichend Material und Auswahl. Jedes Bullauge erhielt eine eigene Bohrung, sofern diese nicht geschlossen dargestellt wurde. Die Bullaugen am Rumpf wurden ebenfalls aufgebohrt. Aber an die Wasserabweiser traute ich mich nicht heran, die Herstellung erschien mir als zu aufwendig. Das Flugzeugkatapult, die Hangartore, die Kräne am Schornstein, die Radarantennen, die Artillerie und Verkehrsboote wurden mit Fotoätzteilen aufgewertet. Jede Baugruppe war ein kleines Kunstwerk. (Na ja zumindest in meinen Augen). So machte mein Projekt gute und zügige Fortschritte.

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Bei der Farbgebung habe ich mich für den Tarnanstrich der Bismarck am 21.5.1941 im Grimstadt Fjord entschieden. So bekam der Rumpf die weiße Bug – und Heckwelle sowie die schwarz-weißen Tarnstreifen. Bei den Aufbauten konnte ich also darauf verzichteten, was ich doch sehr begrüßte. Ich setzte bei diesem Modell zum ersten Mal eine Airbrush ein. Der Umgang mit der Airbrush ist zwar eine Wissenschaft für sich, aber das Ergebnis spricht für sich. Verwendet habe ich Revell Airbrush Farben, weil mir zum einen die Erfahrung im Umgang mit Airbrush fehlte, zum anderen weil Revell ein umfangreiches Farbenangebot mit eindeutiger RAL Zuordnung hat.

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Das Display habe ich nach dem Vorbild von Herrn Visser erstellt. So brauchte ich den Rumpf nicht absägen und trotzdem schwimmt meine Bismarck in ihrem Element. Die Darstellung von Wasser habe ich immer ein wenig vernachlässigt. Mir genügte es bisher immer das Element Wasser anzudeuten. Was ich bisher aber bei Modellmarine zu diesem Thema gesehen und gelesen habe gab mir doch die Anregung und das Vertrauen meine Technik auch hier verbessern zu wollen.

Nach neuen Monaten war meine Bismarck fertig gestellt und mit dem Ergebnis bin ich doch recht zufrieden. Ja auch ein wenig stolz auf mein handwerkliches Geschick. Auch wenn ich feststellen musste, dass es doch noch einige Unterschiede zum Original und zum Modell von Herrn Visser gibt.

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Drei Monate nach der Fertigstellung stieß ich im Internet auf die Webseite von WEM und sah deren Fotoätzteile für die Bismarck. Ich war nur noch begeistert. Zu meinem Geburtstag bekam ich die Bücher von Herrn Josef Kaiser über „seine“ Bismarck von meiner Frau geschenkt. Was nun folgte war einfach nicht zu vermeiden. Ich habe mir die Fotoätzteile von WEM, GMM und Eduard sowie die Bismarck von Tamiya wieder bestellt und ein neues Bismarck Projekt begonnen. Das ist aber eine andere Modellbauergeschichte...

Willy Menzel