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Japanischer Zerstörer Wakazuki (PitRoad, 1/700) von Ralf Schuster Drucken
Mittwoch, 31. März 2010 um 07:00

Wakazuki

Das Original

Für das Projekt der IG-Waterline, die Darstellung der Schlacht von Kap Engano in einem Diorama, das erstmals auf dem DPMV-Konvent in Fuldatal bei Kassel (10. Und 11. April 2010) gezeigt wird, steuere ich einen Zerstörer der Akizuki-Klasse bei. Dabei fiel die Wahl auf die Wakazuki.

Die Zerstörer der Akizuki-Klasse waren die größten der Kaiserlich Japanischen Marine. Sie wurden hauptsächlich als Geleitschiffe zur Luftabwehr in der Trägerstreitmacht entworfen. Ursprünglich sollten sie nicht einmal Torpedos erhalten. Dies wurde aber später mit einem Vierersatz geändert. Aufgrund der Linien mit nur einem Schornstein wurden sie gelegentlich vom Gegner mit der Yubari-Klasse verwechselt und als Kreuzer angesprochen.

Durch ihre Größe, rund 15 m länger und 700 t schwerer als die vorausgegangenen Klassen, konnte ein vierter Hauptgeschützturm installiert werden, ohne Probleme mit Kopflastigkeit zu bekommen. Ab 1943 erhielten sie auch 15 bis 51 25 mm Maschinenkanonen, deren Anzahl im Laufe des Kriegs anstieg, und auch Radar der Typen 21 und 22.

Sechs der 12 tatsächlich fertiggestellten Schiffe der Klasse gingen verloren, eins durch Torpedierung, zwei durch Luftangriff und drei in Gefechten mit Überwasserstreitkräften.

Wakazuki

Baudaten:
Kiellegung: 9.3.42
Stapellauf: 24.11.42
Fertigstellung: 31.5.43
Werft: Mitsubishi, Nagasaki
Schicksal: Versenkt 11.11.44

Länge ü. a.: 134,2 m
Max. Breite: 11,6 m
Max. Tiefgang: 4,15 m
Verdrängung: 3878 t
Reichweite: 8000 sm bei 18 kt
Entwurfsgeschwindigkeit: 33 kt
Leistung: 52000 WPS auf zwei Wellen
Besatzung: 263 Mann

Bewaffnung:
4x2 10 cm; 2x2 25 mm; 4 MG; 1X4 61 cm Torpedorohre; 2 Wasserbombenwerfer; Ablaufschienen für Wasserbomben.

Wakazuki

Werdegang:
31.5.43: Indienststellung
8.6.43: Hilft, als das Schlachtschiff Mutsu im Hafen explodierte.
August-Oktober 1943: Geleitmissionen zwischen Truk und Eniwetok.
2.11.43: Schlacht in der Kaiserin Augusta Bucht. Gefecht mit einer Gruppe von US Kreuzern und Zerstörern. Drei Tage später Schäden durch einen Nahtreffer in einem Luftangriff auf Rabaul.
11.-25.11.43: Geleit für Kashima und Chogei. Danach nach Yokosuka zu Reparaturen.
Februar-Juni 1944: Geleit für Flugzeugträger. Dabei am 6.6.44 Rettung Überlebender der torpedierten Minazuki während eines Konvois mit Tankern.
19.-20.6.44: Schlacht in der Philippinen See: Unterstützung für die torpedierte Taiho und Rettung Überlebender. Danach wieder Konvoidienst.
16. Oktober 1944: Hilfe für die torpedierte Suzutsuki

25. Oktober 1944: Teilnahme an der Schlacht von Kap Engano. Rettete Überlebende der versenkten Träger Zuikaku und Zuiho.
11.11.44: Geleit für Truppen-Konvoi. Angriff durch US-Flugzeuge der Task Force 38 in der Ormoc Bucht. Mehrere Bomben- und Torpedotreffer. Explodierte mit hohem Verlust unter der Besatzung. Die genaue Zahl an Toten ist unbekannt.

Wakazuki

Das Modell

Verwendet wurden: 1/700 Pit-Road W-83E; Ätzteilset von Voyager für die Akizuki-Klasse; FineMolds Nano Dread Type 96 25mm Machine Cannon (Drillinge mit Schilden und Einzelflak), verschiedene Ätzteile, Draht und Kleinteile aus der Grabbelkiste.

Die Suche nach Unterlagen zum Vorbild im Zustand während der Schlacht gestaltete sich schwierig. Die Google-Suche nach „Wakazuki“ und „Wakatsuki“ ergab zwar in einem Fall viele recht hübsche Bilder eines japanischen Models – aber nur mit einem „L“! Am ehesten erwies sich dieser Blog mit vielen tollen Modellphotos als hilfreich: http://blog.roodo.com/aprstar/archives/1328404.html, der unter einer anderen Adresse fortgeführt wird: http://blog.sina.com.cn/aprstar1984. Ich entschied mich, beim Bau der Wakazuki mich an diesem Modell zu orientieren.

Begonnen wurde der Bau mit dem Aufbohren der Bullaugen, die danach zum Teil wieder dichtgesetzt wurden mit den Ätzteilen von Lionroar. Dann wurde die MES-Schleife angeklebt und das angeformte Riffelblech der Stahldecks entfernt, da dies durch die Ätzteile von Voyager ersetzt wurde. Am Bug mussten dadurch auch Ankerkette, Winde, Poller und Wellenbrecher ersetzt werden.

Wakazuki

Bevor nun die geätzten Messingstreifen für das Linoleumdeck des Zerstörers aufgeklebt werden konnten, bekam der Bausatz einen ersten Anstrich. Ich verwendete dafür Acrylfarben von Modelmaster (Yokosuka Naval Arsenal), Tamiya (Red Brown XF-64) und Revell Aqua Color. Leider musste ich feststellen, dass die Metallstreifen im Set für das gesamte Deck nicht ausreichten. Das nachgekaufte Material unterscheidet sich leider etwas, sollte aber nicht allzu sehr auffallen.

Wakazuki

Da mir die geätzten Kabeltrommeln zu groß erschienen, habe ich auf die normalen Plastikteile zurückgegriffen. Die Masten bestehen aus einer Kombination von Teilen aus dem Bausatz und Draht. Der Flakstand neben dem Schornstein ist weder im Bausatz noch im Ätzteilsatz so vorgesehen. Er wurde deshalb aus veränderten Bausatzteilen und Ätzteilen erstellt.

Wakazuki

Die Takelage habe ich aus versilbertem Lautsprecherdraht hergestellt und wie die meisten Ätzteile mit Uhu Coll geklebt.

Wakazuki

Quellen

  • Navy Yard Vol. 11: Battle of Destroyer Squadron
  • Gakken IJN Fleet Scale Model Photo Book
  • Mechanism of Japanese Destroyers
  • Morskaja Kollektsija 5/2001: Akizuki
  • Warship 2003
  • M.J. Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg
  • IJN Wakatsuki: Tabular Record of Movement

Wakazuki

Ralf Schuster