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Mirage Hobby: deutsches Torpedoboot A 86 (1/350) Drucken
Dienstag, 14. Januar 2014 um 06:00

Deckelbild

Modell: A86 Torpedoboot
Hersteller: Mirage Hobby
Maßstab: 1/350
Material: Polystyrol
Art.Nr.: 350505
Preis: 10,5 €

Das Original

Die Torpedoboote der Klassen A I bis A III stellen einen speziell für die Küstengewässer-Kriegsführung im Bereich Flanderns entworfenen Torpedobootstyp dar.

Das Hauptaugenmerk vor allem bei der ersten Serie lag darauf, diese Boote per Bahn in ihr Operationsgebiet verbringen zu können, da die entsprechenden Seewege vom Gegner kontrolliert wurden. Diese Maßgabe führte dazu, dass die Boote extrem schlank und leicht gebaut waren. Das bedingte dann auch ihre als zu schwach betrachtete Bewaffnung. Durch diese Mängel, verschärft durch ihre für Torpedoboote zu geringe Geschwindigkeit von max. 25 kn, wurden ihre operativen Verwendungsmöglichkeiten noch stärker eingeschränkt. Mit der Serie A II wurde versucht, diesen Mängeln zu begegnen, jedoch erwiesen auch sie sich den in sie gesetzten Erwartungen nicht als gewachsen. Um wenigstens einen Teil der Boote besser nutzen zu können, wurde klassenübergreifend die Torpedobewaffnung entfernt um die Artillerie so stärken zu können, was allerdings nur minimale Verbesserungen brachte.

Dies führte zum Entwurf der Boote des Typs A III, zu denen das vorliegende A 86 gehört. Diese Boote waren in allen Dimensionen gewachsen und stellten den am Besten gelungenen Küstentorpedobootstyp dar. Sie zeigten wesentlich verbesserte See- und Manövriereigenschaften und konnten den in sie gesetzten Erwartungen demzufolge auch wesentlich besser gerecht werden. Insgesamt wurden 91 Boote der verschiedenen Typen bis Kriegsende gebaut und in Dienst gestellt.

Der Bausatz

Der Bausatz besteht aus etwas über einhundert Teilen, verteilt auf zwei Spritzlinge und einem kleinen Bogen mit Decals.

Was beim Öffnen des Kartons fast sofort ins Auge fällt, ist die zu knapp bemessene Größe desselben. Dies hat, entsprechender Recherche zufolge, nicht nur beim vorliegenden Exemplar dazu geführt, dass das Teil für das Hauptdeck abgebrochen ist - was letztlich vermeidbar gewesene, unnötige Zusatzarbeit nach sich zieht, um die Bruchstellen zu versäubern.

Die Teile sind alle sauber gespritzt und weisen keine Fischhaut sowie Grate auf. Lediglich an ein paar Stellen lässt sich ein minimaler Formenversatz erkennen.

Für jene, die die Produkte dieses Herstellers kennen, bietet der Bausatz keine großen Überraschungen. Halt ein typisches Produkt aus dem Hause Mirage Hobby. Die Trockenpassung einiger Bauteile ließ keine großen Problemstellen erkennen, so dass sich der großflächige Einsatz von Spachtelmasse wohl lediglich auf die erwähnten Bruchstellen beschränken dürfte.

Die Details sind allerdings nicht auf der Höhe dessen, was heutzutage möglich ist. Streckenweise sind sie ziemlich grob ausgeführt oder auch schlicht gar nicht vorhanden. So sind einige der Bauteile an sich sehr simpel ausgeführt und erinnern damit eher an die alten Heller-Schiffsbausätze oder an das V-106 aus eigenem Hause. Das merkt man vor allem an den Geschützen und Oberflächendetails der Aufbauten.

Durch die vertikale Längsteilung des Rumpfes wird der geneigte Wasserlinien-Modellbauer wohl nicht um den Einsatz der Säge herum kommen.

Dem Bausatz liegt ein Ständer bei, für den im Rumpf bereits eine Öffnung vorgesehen ist. Dies stellt allerdings eine nicht allzu gelungen Wahl dar, vor allem, wenn man sein Vollrumpfmodell auf einem anderen Ständer oder im Dock liegend darstellen will. Hier gilt es dieses Loch vorher zu verschließen.

Abziehbilder

Die beiliegenden Decals sind sauber und versatzfrei gedruckt und umfassen die Kennung des Bootes sowie Hoheitsflaggen und Stander.

Die Anleitung

Die übersichtliche und kurze Anleitung besteht aus insgesamt vier Seiten und führt in einfachen Schritten auf zwei Seiten zum Ziel. Die letzte Seite zeigt eine computergrafische Darstellung des fertigen Modells, während die erste Seite einen kurzen, zweisprachigen, historischen Abriss sowie die Farbangaben enthält.

Allerdings wird z.B. bei der Anbringung der Rettungsringe darauf verwiesen, diese an der Reling anzubringen, welche dem Bausatz aber nicht beiliegt.

Die Bemalungsanleitung liegt in Hochglanz auf A4 ausgeführt separat bei. Diese Seite enthält ebenfalls einen rudimentären Takelplan. Die Farbangaben beziehen sich auf das Sortiment von Vallejo, allerdings sind die entsprechenden RAL-Angaben ebenfalls mit abgedruckt.

Quellen

  • Harald Fock: "Z-Vor - Internationale Entwicklung Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten 1914 - 1939"
  • Harald Fock: "Schwarze Gesellen - Torpedoboote bis 1914"
  • Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten 1914 & 1918

Fazit

Trotz seiner Schwächen dürfte dieser Bausatz eine willkommene Ergänzung des Sortiments an Spritzguss-Bausätzen von Einheiten der Kaiserlichen Marine sein. Der ambitionierte Modellbauer findet hier eine gute Ausgangsbasis vor, aus der sich unter Einsatz der entsprechenden Zeit und Mühe ein ansehnliches Modell bauen lässt.

Für den Anfänger stellt dieser Bausatz die Möglichkeit dar, in recht kurzer Zeit ein, teils recht grobes, Modell eines Bootes der Kaiserlichen Marine zu erhalten.

Aufgrund der mangelhaften Verpackung und des damit fast zwangsweise verbunden Bruchs, samt der daraus resultierenden Arbeiten, sowie der recht oberflächlichen Detaillierung halte ich den Bausatz für

alt brauchbar

Mathias Carl

Wir danken Glow2B für das Bausatzmuster