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Japanisches Schlachtschiff Yamato (1/350, Tamiya) von Wolfgang Wurm Drucken
Mittwoch, 08. April 2015 um 05:00

 

07.04.1945 - 70 Jahre Operation Ten-gō

 

Der Kern der Operation Ten-Go war das Schlachtschiff Yamato, das größte je gebaute Schlachtschiff. Es sollte vor 70 Jahren die alliierte Flotte vor Okinawa angreifen, wurde aber auf dem Weg dorthin am 7. April 1945 von US-Trägerkampfflugzeugen durch 13 Torpedo- und mindestens acht Bombentreffer versenkt (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Beim Untergang riss eine Explosion das Schiff in zwei Teile. 3055 Mann der Besatzung starben beim Untergang, nur 269 konnten gerettet werden.

Das Original

Die japanische Marine verfügte über weniger Schiffe als ihre potentiellen Gegner – einerseits durch die Flottenverträge und andererseits durch eine schwächere industrielle Kapazität bedingt. Deshalb wurden die einzelnen Schiffstypen nach dem Prinzip entworfen, dass sie besser als vergleichbare Schiffe anderer Marinen sein sollten. Auch die Schlachtschiffe der Yamato-Klasse entstanden auf dieser Grundlage. Das Ergebnis waren die größten und am stärksten bewaffneten und gepanzerten Schlachtschiffe, die je gebaut wurden.

Der Washingtoner Flottenvertrag von 1922 hatte den japanischen Schlachtschiffbau gestoppt. Nach der japanischen Besetzung der Mandschurei 1931 führten die anschließenden Konflikte mit anderen Staaten des Völkerbunds dazu, dass Japan 1934 den Völkerbund verließ und den Flottenvertrag kündigte. Sofort wurde mit der Planung einer neuen Schlachtschiff-Klasse begonnen. Diese wurde mit 46 cm-Geschützen bewaffnet und die Panzerung gegen dieses Kaliber ausgelegt. Die Schiffe sollten dadurch mit 40,6 cm-Geschützen bewaffneten Schlachtschiffen überlegen sein, wie sie die US Marine nach dem Scheitern der Londoner Flottenkonferenz von 1936 baute. Die Schiffsform fiel, wie auch bei anderen japanischen Schiffen der Epoche, innovativ aus: um einen besseren Schutz einbauen zu können, war die Yamato-Klasse sehr breit, sodass u.a. durch Verbesserung der Bugform eine hohe Geschwindigkeit erreicht wurde. Zur Gewichtserleichterung fiel das Deck vor den Aufbauten nach vorne ab und stieg erst in Richtung Bug wieder an. Wegen des enormen Gasdrucks der 46 cm-Geschütze erhielten alle Flak-Geschütze geschlossene Lafetten. Die Beiboote wurden achtern auf dem Hauptdeck untergebracht. Auch der Hangar für die Bordflugzeuge befand sich dort, während die Katapulte darüber auf dem Oberdeck angebracht waren. Die Panzerung folgte dem "Alles oder Nichts"-Prinzip, das heißt die Panzerung wurde auf eine Kasematte mittschiffs beschränkt, die die Antriebsanlage und Munitionskammern umfasste. Der Seitenpanzer war schräggestellt, um seine Schutzwirkung zu steigern.

Ursprünglich waren fünf Schiffe der Yamato-Klasse geplant. Der Bau erfolgte unter strenger Geheimhaltung. Die Schiffe wurden hinter Tarnvorhängen gebaut und die wirklichen Baukosten wurden verschleiert, um zu verhindern, dass daraus auf die Größe der Schiffe geschlossen werden konnte. Die 46 cm-Geschütze erhielten die Tarnbezeichnung 40 cm/45 Typ 94. Die Tarnung funktionierte. Die US Marine erfuhr erst nach dem Krieg, wie groß und stark bewaffnet die Schiffe wirklich waren. Auf die Yamato-Klasse sollte eine noch größere Klasse mit 50,8 cm-Zwillingtürmen folgen. Die Yamato-Klasse sollte eventuell mit diesen Geschützen nachgerüstet werden. Der Zweite Weltkrieg machte diese Pläne zunichte. Nur die ersten beiden Schiffe – Yamato und Musashi – wurden als Schlachtschiffe fertiggestellt. Nach dem Verlust von vier Flugzeugträgern bei der Niederlage bei Midway wurde das dritte Schiff, die Shinano, als Flugzeugträger fertiggestellt. Das vierte Schiff wurde kurz nach Baubeginn wieder verschrottet, das fünfte wurde nie fertiggestellt.

Yamato war 263 m lang, 36,9 m breit und verdrängte voll beladen etwa 72 000 t. Der Antrieb erfolgte über zwölf Kessel und vier Turbinensätze, die vier Schrauben trieben, und leistete 150 000 PS. Damit wurden 27 kn erreicht. Die Besatzung setzte sich anfangs aus etwa 2500 Personen zusammen. Durch die verstärkte Flak vergrößerte sich die Besatzung, sodass beim letzten Einsatz der Yamato 3331 Mann an Bord waren.

Bewaffnung April 1945
9 x 46 cm L/45 Typ 94 (drei Drillingstürme)
6 x 15,5 cm L/60 Typ 3 (zwei Drillingstürme)
24 x 12,7 cm L/40 Typ 89 (sechs geschlossene und sechs offene Zwillingslafetten)
152 x 2,5 cm L/60 Typ 96 (24 geschlossene und 26 offene Drillingslafetten, zwei Einzellafetten)
7 Aichi E13A und Mitsubishi F1M Bordflugzeuge

Die Yamato wurde 1937-41 auf der Marinewerft Kure gebaut und kurz nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in Dienst gestelllt. Den Zweiten Weltkrieg verbrachte sie überwiegend im Hafen, um sie für "die Entscheidungsschlacht" gegen die amerikanische Flotte zu schonen. Entsprechend gaben die Kreuzer- und Zerstörerbesatzungen ihr den Spitznamen "Hotel Yamato". Zu dieser Entscheidungsschlacht sollte es jedoch nie kommen und die Yamato traf nie auf gegnerische Schlachtschiffe. Sie war bei wenigen Einsätzen dabei, etwa bei der Hauptflotte während der Schlacht bei Midway Anfang Juni 1942 und der Schlacht in der Philippinensee im Juni 1944. In beiden Fällen kam sie aber nicht selbst zum Einsatz. Zwischen diesen Schlachten wurde sie sogar als Truppentransporter eingesetzt, wobei sie am 25. Dezember 1943 von dem U-Boot USS Skate torpediert wurde und deshalb für Reparaturen zurück nach Kure verlegt werden musste. Ihren ersten richtigen Einsatz hatte Yamato in der Schlacht um Leyte als Teil von Admiral Kuritas Geschwader. Am 24. Oktober erhielt sie in der Sibuyan-See drei Bombentreffer, blieb aber einsatzfähig. Am nächsten Tag griff sie die amerikanischen Geleitträger bei Samar an und war an der Versenkung der Gambier Bay sowie eines Zerstörers und eines Geleitzerstörers beteiligt. Nach der Schlacht wurde sie zurück nach Japan verlegt, bevor sie am 6. April 1945 zu ihrem letzten Einsatz, der Operation Ten-Go, auslief. Am 7. April wurde sie durch Trägerkampfflugzeuge der US Navy versenkt, wobei der Großteil der Besatzung getötet wurde.

Das Modell

Die Yamato ist aus dem neuen Bausatz von Tamiya gebaut. Bei der Auswahl der Zubehörsets ist Vorsicht geboten, da viele der im Handel erhältlichen Sets für den alten Bausatz von Tamiya entworfen wurden. Hier kamen unter anderem Fotoätzteile von Artwox und Eduard sowie das Holzdeck von Artwox zum Einsatz. Für die 46 cm-Geschütze habe ich die im Bausatz enthaltenen Aluminiumrohre verwendet, während die Rohre der 15,5 cm-Geschütze aus Rohren des Bismarck-Modells im Maßstab 1/200 angepasst wurden (mit einem Akkuschrauber als "Drehbank"). Einige Teile habe ich durch Eigenbauten ersetzt, so die Rohrbegrenzer der 12,7 cm-Flak aus Silberdraht oder die ebenfalls aus Draht hergestellten Schornsteingitter. Die Chrysantheme am Bug ist mit echtem Gold vergoldet. Die Takelage wurde aus Anglerschnur hergestellt.

Für die Bemalung habe ich Farben von Revell, Vallejo sowie AK Interactive verwendet. Der Seeschlag am Rumpf und die Struktur der Decksplatten auf dem Achterschiff sind mittels Illlusionsmalerei angedeutet.

Wolfgang Wurm

(Text von Lars)