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Deutscher Flugzeugträger Graf Zeppelin (1/700, Orange Hobby) von Norbert Thiel Drucken
Montag, 13. Februar 2017 um 06:00

Das Original

Die Graf Zeppelin war das Typschiff einer Klasse von zwei nie fertig gestellten Flugzeugträgern der Kriegsmarine. Erste Planungen für Träger gab es bereits 1932, der Entwurf wurde 1934 begonnen, die Träger sollten Operationen im Atlantik unterstützen können. Der Träger erhielt eine relativ starke in Zwillingskasematten untergebrachte 15 cm-Bewaffnung, um sich gegen Kreuzer verteidigen zu können. Deren Einbau beschränkte allerdings den Hangarraum, der relativ klein ausfiel.

Die Graf Zeppelin war 262,5 m lang, 36,2 m breit und sollte maximal 33.550 t verdrängen. Der Antrieb hätte über 16 Kessel und vier Dampfturbinensätze mit insgesamt 200.000 PS erfolgen sollen, womit 33,8 kn erreicht werden sollten. Die Besatzung sollte aus 1760 Mann, die Bewaffnung aus 16 15 cm, zwölf 10,5 cm, 22 3,7 cm und 28 2 cm bestehen. 43 Flugzeuge sollten mitgeführt werden.

Der Bau der Graf Zeppelin wurde 1936 bei den Deutschen Werken in Kiel begonnen. 1940 wurde der Bau eingestellt und sie wurde nach Gotenhafen gebracht und als Holzdepot benutzt. 1942 wurde der Bau in Kiel wieder aufgenommen, aber 1943 dann endgültig wieder eingestellt. Bei Kriegsende befand sie sich sich in Swinemünde, wo sie selbst versenkt wurde. Die Sowjetunion übernahm das Schiff als Kriegsbeute und hob es 1946. 1947 wurde es für Waffentests genutzt und schließlich am 16. August nördlich von Władysławowo nach einer Serie von weiteren Tests durch einen Torpedo des Zerstörers Slavny versenkt. Das Wrack wurde am 12. Juli 2006 durch das polnische Forschungsschiff St. Barbara entdeckt.

Das Modell

Dankenswerterweise hat sich die Firma Orange Hobby trotz bereits erschienener Modelle von HP-Models in 1/700 und von Revell in 1/720 im Jahre 2008 entschieden ein Modell des (in Wirklichkeit unvollendeten) Flugzeugträgers Graf Zeppelin herauszubringen und dies in herausragender Qualität.

Der Bausatz besteht aus einem bereits hervorragend detailliertem Rumpf (leider mit sehr dicken Angüssen) einer Vielzahl von sauber gearbeiteten Resinteilen sowie Fotätzteilen und gedrehten Teilen (Masten und Artillerierohre). Daneben enthält der Bausatz Flugzeuge, nämlich Bf 109T, Junkers Ju 87C und Fieseler Fi 167, die ebenfalls sehr schön detailliert sind. Die Ju 87 kann auch mit geklappten Tragflächen gebaut werden. Enthalten sind auch die für den Schleudervorgang vorgesehenen Startwägen und ein Abziehbilderbogen mit Balkenkreuzen für die Flugzeugmodelle. Weiterhin ist eine 14-seitige sehr ausführliche Bauanleitung enthalten.

Ausgesprochen schön sind die Unterbauten des Flugdecks im Vorschiff sowie im achteren Bereich mit Fotoätzteilen gestaltet. Auch die Beiboote sind wunderschön wiedergegeben – diese wurden von mir jedoch noch mit Fotoätzteilen von GMM weiter verfeinert. Die Unterbringung dieser Boote mit Ablaufrutschen und Davits in den dafür vorgesehenen Borwandausschnitten gestaltet sich auf Grund der sehr engen Platzverhältnisse etwas schwierig.

Auf Grund der wirklich sehr guten Bauanleitung geht der Bau trotz häufigem Zwischenlackieren dennoch zügig voran. Weitere kleine Hürde sind die Flugzeuge mit zugegeben doch recht kleinen Fotoätzteilen.

Die Spritzbemalung erfolgte mit selbstgemischten Acrylfarben der Firma Tamiya, Details wie bei mir üblich mit Humbrol und Agama Enamelfarben. Die Grundplatte ist aus den damaligen Beständen der Firma NNT und das Wasser wurde mit Holzspachtel (MD-Methode) erstellt und mit Revellfarben und Glanzlack bemalt.

Ich halte dieses Modell der Graf Zeppelin für eines der schönsten angebotenen Modell im Waterline-Bereich, ja für eines der besten Modelle, die mir in meinen fast 60 Modellbaujahren auf den Basteltisch gekommen sind. Trotz der Vielzahl der Teile und zugegebenermaßen einiger kniffliger Schritte lässt es sich sehr gut bauen – es hat auch dazu geführt, dass Orange Hobby zu meinen Toplieferanten gehört (ich sage nur Hermes, Victorious etc.)

Norbert Thiel

(Text über Original von Lars)