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Japanischer Flugzeugträger Hosho (1/700, Fujimi) von Norbert Thiel Drucken
Dienstag, 19. September 2017 um 05:00

 

14.09.1937 - 80 Jahre Zweiter Chinesisch-Japanischer Krieg

 

Vor 80 Jahren setzte die Kaiserlich Japanische Marine drei Flugzeugträger, Hosho, Kaga, und Ryujo, im Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg ein (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die Hosho wurde zusammen mit Ryujo eingesetzt. Im Juli und August wurden sie in der Schlacht um Shanghai eingesetzt und ihre Flugzeuge unterstützten die eigenen Truppen und flogen Bombenangriffe auf diverse Ziele. Im September wurden sie in den Süden verlegt, wo ihre Flugzeuge in der Region um Guangzhou (Kanton) Angriffe flogen und u.a. den chinesischen Kreuzer Chao Ho versenkten. Im Oktober verlegten sie erneut nach Shanghai, wo Hosho ihre Flugzeuge an Ryujo abgab und nach Japan zurück gerufen wurde, wo sie umgebaut wurde. Die drei japanischen Träger stellten in der Anfangsphase die gesamten verfügbaren japanischen Flugzeuge um Shanghai und Guangzhou.

Das Original

Der Flugzeugträger Hosho (鳳翔) war das erste in Dienst gestellte von Anfang als Flugzeugträger geplante Kriegsschiff weltweit. Auf Grund der Erfahrungen mit diesem Schiff wurde die Hosho selbst mehrfach umgebaut (z.B.: alle Decksaufbauten wurden entfernt) und die Verdrängung der nächsten geplanten Träger der japanischen Marine fiel auch deutlich größer aus, da die Hosho gewöhnlich nur ca. 15 Flugzeuge an Bord hatte. Die Hosho war im Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg aktiv beteiligt, sowohl in Unterstützung der japanischen Armee an Land wie auch an Luftkämpfen mit nationalchinesischen Flugzeugen. Nach der Rückkehr nach Japan wurde sie der Reserve zugeordnet und zu Trainingszwecken verwendet. Bei der Midway-Operation wurde die Hosho als Unterstützung für die Schlachtflotte eingesetzt, danach erneut zum Training von Marinepiloten in heimischen Gewässern. Sie überlebte den Krieg mit nur geringen Beschädigungen und wurde nach der Kapitulation Japans eingesetzt, um japanische Soldaten und Zivilisten nach Japan zurückzuführen. Anfang 1946 wurde das Schiff in Japan verschrottet.

Technische Daten:
Verdrängung: 7590 t (Standard)
Länge: 168,25 m
Breite 17,98 m
Tiefgang 6,17 m
Maschinenleistung 22000 kw
Geschwindigkeit: 25 kn
Besatzung: 512 Mann
Bewaffnung: 4x 14 cm/50 Typ 3
(zu Beginn) 2x 8 cm/40 Typ 3
15 Flugzeuge

Das Modell

Nach Angaben der Fujimi ist das Modell im Zustand von 1939 ausgeführt. Das Schiff zeigt nach meinen Unterlagen auch diesen Bauzustand, jedoch konnte ich die beiliegenden und von mir auch am Deck gezeigten Flugzeuge weder diesem Bauzustand zuordnen noch diese überhaupt glaubwürdig identifizieren. Nach Wikipedia war die Hosho im 1939 mit Jagdflugzeugen des Typs A4N (Typ 95) und Bombern Yokosuka B3Y (Typ 92) ausgerüstet. Vielleicht weiß hier jemand mehr?

Beim Bau des Modells vor mittlerweile mehr als drei Jahren wurde ein erstklassiger Fotoätzteilsatz von Fujimi speziell für dieses Modell verwendet und nach langer Zeit gelang es mir tatsächlich, einmal alle angebotenen Teile sinnvoll anzuwenden. Auch die Plastikteile des Bausatzes sind von hervorragender Qualität, allerdings wurden die Zwillingsflakgeschütze durch die noch bessere Ausführung von Fine Molds ersetzt. Hervorragend ausgeführt sind die Unterdeckstrukturen oder auch die Handläufe an den Schornsteinen. Auch die Abziehbilder können sehr überzeugen und auf einem glänzenden Untergrund wird der Trägerfilm praktisch unsichtbar.

Das Modell wurde mit Tamiya-Acrylfarben gespritzt und die Details mit Humbrol- und Revellfarben per Pinsel bemalt. Der Windabweiser wurde mit Drahtstützen nach achtern abgestützt. Dies ist möglicherweise falsch, da ich bei anderen Trägern mittlerweile Zugseile nach vorne gesehen habe. Merke: detailliere nie etwas, was du nicht genau gesehen hast. Bei entsprechenden Unterlagen werde ich dies gegebenenfalls noch ändern.

In meinem kleinen Diorama liegt die Hosho vor Anker und wird gerade von einem Schlepper und einer Dschunke passiert, beide nach meiner Erinnerung aus dem Fundus von Rainbow. Die verwendeten Figuren stammen von der Eduard (IJN-Figures) sowie aus Restbeständen. Das Wasser wurde mit Holzspachtel und Revell-Farben sowie Revell-Glanzlack dargestellt.

Mittlerweile sind von Fujimi weitere Bauzustände dieses Trägers zu erwerben. Sollten diese, wie zu erwarten, ähnlich gut detailliert sein, werde ich mir zumindest noch den Urzustand dieses ersten fertig gewordenen Trägers gönnen.

Norbert Thiel