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Deutsches U-Boot U 2511 (1/350, AFV Club) von Frank Luprich Drucken
Freitag, 16. Februar 2018 um 06:00

Das Original

Obwohl dieser U-Boottyp nicht mehr richtig zum Einsatz kam, zeigte diese Entwicklung, wohin der Weg im U-Bootbau künftig gehen sollte. Wenngleich der Mythos von der unentdeckten Unterquerung eines britischen U-Jagdverbandes durch Korvettenkapitän Adalbert Schnee mit U 2511 Anfang 1945 für manche nur ein Märchen scheint - die Fähigkeiten/Eigenschaften waren auch so schon eine Revolution.

Eigentlich als Kompromiss auf der Grundlage des Typ XVII entwickelt, endete der Krieg bevor die Startprobleme behoben werden konnten. Der Walterantrieb war noch in den Kinderschuhen, der alliierte Bombenkrieg zeigte immer gravierende Auswirkungen auf Rüstung und Infrastruktur, sodass eine Lösung gesucht werden musste zwischen Form und Antrieb. Die ausgefeilte hydrodynamische Form, dem Flugzeugbau entlehnt, gepaart mit dem verfügbaren dieselelektrischen Antrieb, das sollte der Kompromiss sein. Da schon viel geschrieben worden ist, verzichte ich auf weitere technische Details.

Mein Modell zeigt das Boot U 2511 unter Korvettenkapitän Adalbert Schnee. Die Kiellegung erfolgte bei Blohm&Voss in Hamburg am 07.07.1944. Bereits am 29.09.1944 konnte das Boot unter Korvettenkapitän Schnee in Dienst gestellt werden und verlegte nach Bergen. Hier lief es als einziges Typ XXI Boot zur Feindfahrt aus, aufgrund der Teilkapitulation gab es keine Kampfhandlungen mehr, und so lief er wieder in Bergen ein. Am 09.05.1945 war auch für U 2511 der Krieg zu Ende. 1946 fand das Boot zusammen mit anderen Booten das Ende bei der Operation Deadlight.

Das Modell

Der Bausatz ist von AFV Club im Maßstab 1/350. Eigentlich gibt es nichts böses zu sagen. Passgenau, tolle Detaillierung und einfacher Bau. Mit ca. 15 Euro auch noch im Rahmen. Was mir nur auffiel, war ein Versatz zwischen beiden Rumpfhälften. Wenn man aber gut vermitteln und den Rest verschleift fällt dieses kleine Manko nicht weiter ins Gewicht. Toll ist auch, dass die beiden vorderen Tiefenruder aus- bzw. eingeklappt werden können. Beweglich ist auch das große Seitenruder. Wem die grobe „Matratze“ (FuMo 61 „Hohentwiel“) am Turm stört, kann sich durch ein Fotoätzteil gut behelfen, ebenso beim Peilrahmen.

Die hochklappbaren Panzerschürzen bei den beiden Beobachterplätzen arbeitete ich aus den Resten einer Fotoätzteilplatine heraus - sehr feine Arbeiten aber lohnt sich, da diese charakteristisch für den Turm sind. Am Turm wurde die Aussparung für die Abschleppöse ausgefeilt, die nur durch eine Gravur angedeutet ist. Die Verspannung ist aus dünnem Garn nachempfunden, die Isolatoren mit einem Tropfen Sekundenkleber. Die Abziehbilder dagegen sind ein großes Manko, da diese in vielen Packungen mit dem Deckblatt verklebt und somit unbrauchbar geworden sind.

Bemalt wurde mit einem Mix aus Revell, Lifecolor und Gunze. Die Akzente wurden mit dem Panellinewash von Mig gesetzt. Aufgrund der symmetrischen Flächen, ging das Abkleben vor dem Bemalen mit der Spritzpistole relativ einfach von statten. Als Basis für die Betonung der Gravuren (mit Panellinewash) diente Gunze Klar glänzend. Zum guten Schluss kam Klar matt drauf.

Für mich ein toller Bausatz mit klarer Weiterempfehlung und viel Spielraum für eigene Kreationen. Leider gibt es wenige stichhaltige Quellen. Die Buchreihe Original zum Modell liefert auch hier eine tolle Ausgabe, die diesen Nachteil bei der Recherche ganz gut wett macht.

Fazit

Für U-Boot-Enthusiasten klare Kaufempfehlung, auch direkt aus der Schachtel, nur die Decals könnten besser sein. Ein herzliches Dankeschön geht wieder an meinen Fotografen Oliver Schröder für das In-Szene Setzen. Mein nächstes Projekt ein Klasse 214 U-Boot der portugiesischen Marine steht in den Startlöchern…

Frank Luprich
Stuttgarter Interessengemeinschaft Modellbau