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Deutsches U-Boot U 154 (1/72, Revell) von Olaf Krabbenhöft Drucken
Dienstag, 01. Januar 2019 um 06:00

Modell: Unterseeboot Typ IX C frühe Version
Hersteller: Revell
Maßstab: 1/72
Material: 168 Plastikteile + Abziehbilder
Art.Nr.: 05166

Ende 2013 erschien mit dem U 505-Bausatz (siehe Baubericht) die erste Auskopplung aus der Typ IX C-Spritzgussform, mit der Revell seinen eigenen Typ VII C-Bausatz von 2003 in jeder Hinsicht toppte. Es folgte der U 190-Bausatz mit Schnelltauchback und Schnorchel, aber immer noch keine Spur von dem Bausatz, auf den zumindest ich am meisten gewartet habe, denn ich wusste ja, dass auch noch eine frühe Version des Typ IX C-Bootes kommen würde und Teile der 10,5 cm-Deckskanone waren schon bei U 505 mit dabei. In diesem Jahr wird es nun endlich soweit sein: die ganz frühe Version eines Typ IX C- Bootes wird auf den Markt kommen und sicher wieder viele Modellbauer ansprechen. Endlich sind interessante und abwechslungsreiche Tarnbemalungen möglich, die mit den späten Booten nicht möglich waren!

Ich habe nun das Promotionmodell gebaut und davon einige Fotos gemacht. Die Fotos des Turms mit dem Emblem-Abziehbild dran sind erst einige Wochen später in Bünde entstanden. Das Abziehbild ist noch aus der Prototyp-Serie und daher noch glänzend und nass vom Aufbringen.

Was steckt denn nun drin?

Der Rumpf und nahezu alle Ein- bzw. Anbauteile entsprechen dem U 505-Bausatz. Es gibt aber auch ein paar neue Teile, wie zum Beispiel die neuen und sehr viel kürzeren Relinge.

Das dreiteilige Deck hat ein neues Mittelteil erhalten und auf dem Bugdeck, wie auch am Unterwasserbug, kann man eine Netzsäge montieren. Vor der 10,5 cm-Deckskanone kann ein Wellenabweiser montiert werden. Die allerersten IX C-Boote waren noch damit vom Stapel gelassen worden, aber schon in der UAK-Erprobungsphase wurden sowohl Netzsäge, als auch Wellenabweiser, wieder demontiert. Seitlich am Rumpf, auf Höhe der Deckskanone, können Spritzwasserabweiser montiert werden, die man an den allermeisten frühen Typ IX C-Booten noch lange sehen kann. Diese waren natürlich generell sinnvoll, solange die Deckskanone an Bord war, und wurden daher beibehalten. Auf dem Vorschiff kann ein "akustischer Hammer" montiert werden, der aber auch im Laufe des Jahres 1942 wegfiel.

Der Hauptunterschied ist aber natürlich der frühe Turm mit seiner einfachen Flakplattform und der einzelnen 2 cm-Flak. Der Turm verfügt an Backbord über einen Schacht für die ausfahrbare Funkantenne, mit der auch auf Sehrohrtiefe gefunkt werden konnte. Wie schon bei den Periskopen hat Revell auch diese Baugruppe so gestalten lassen, dass die Antenne beweglich eingebaut werden kann. Die Antenne selber wird sicher ein kommendes Produkt für Robert Schatton sein. Denn dieser hat sich bereits mit den Bauteilen beschäftigt, die es gegen Drehteile auszutauschen gilt. Es wird also ein frühes 2 cm-Flakrohr, ein Rohr für die halbautomatische 3,7 cm-Kanone, ein Rohr für die "zehn-fünf" sowie die ausfahrbare Antenne geben. Die Periskope gibt es ja eh schon.

Im Inneren der Brücke ist die offensichtlichste Veränderung am Sehrohrblock festzustellen. Hier sind dieses Mal keine Holzlatten, dafür aber die beiden charakteristischen, beidseitigen, ovalen Durchbrüche dargestellt worden. An der oberen Hinterkante wird noch die Basis für den Peildiopter montiert, der zu der Zeit ja noch ab und zu benutzt wurde.

Die "zehn-fünf" besteht aus 17 (!), die "drei-sieben" immerhin aus 13 Bauteilen. Mehr geht in Spritzguss kaum und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Abziehbilder

Für den Abziehbilderbogen hat sich Revell für zwei meiner Vorschläge entschieden, die den unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten des Bausatzes gerecht werden. Die Titel-Version stellt U 154 dar. Dieses Boot führte unter seinem ersten Kommandanten, Korvettenkapitän Kölle, eine Torpedos speiende und furzende "Seekuh" als Emblem. Dies ist das am besten passende Emblem für ein solches Boot, denn schließlich hießen die IXer Boote im Marinejargon "Seekühe". Fotos und eine Farbgrafik davon gab es übrigens in "U-Boot im Focus" Edition 7 zu sehen.

Die zweite Version ermöglicht den Bau von U 67 während der UAK-Erprobungszeit. Dadurch ist es möglich, auch die Netzsägen am Bug und den Wellenabweiser an Deck zu montieren. Während dieser Zeit führte das Boot eine breite, schwarze Raute als UAK-Abzeichen der Deschimag Bremen und das Emblem des NS-Reichskriegerbundes e.V. ("Kyffhäuserbund"). Revell hat aus bekannten Gründen von der Darstellung des Hakenkreuzes im Abzeichen abgesehen.

Fazit

Der dritte und letzte Bausatz aus der Typ IX C-Form ist wieder ein tolles Produkt, das vielfältige Darstellungsmöglichkeiten bietet. Ein gelungener Abschluss der Reihe für den es jetzt schon viele Zurüstsätze gibt und noch geben wird, und über deren Einsatz man sich in den laaangen Monaten bis zum Erscheinen des Bausatzes schon mal Gedanken machen kann.

 

 

Abziehbilder für frühe U-Boote des Typs IX C (1/72)

Hersteller: Luftfahrtverlag-Start
Maßstab: 1/72
Umfang: Abziehbilder für 15 Boote

Nachdem feststand, für welche Abziehbildoptionen sich Revell entschieden hatte, war auch klar, welche anderen Möglichkeiten auf der Strecken geblieben waren. Mir war sofort klar, dass zwei Abziehbilderoptionen für den neuen Bausatz ausreichen würden, aber das dies für manche Modellbauer zu wenig sein könnte. Es bedurfte daher keiner großen Überredungskunst, um meinen Freund und Verleger Axel Urbanke vom Luftfahrtverlag-Start davon zu überzeugen, dass ein Abziehbilderbogen für den neuen Revell-Bausatz eine gute Idee wäre, schließlich hatten wir schon einige IX C Boote in den "U-Boot im Focus"-Ausgaben vorgestellt. Ich hatte schon einiges an Vorschlägen für Revell zusammengestellt, aber ein Bogen der schlicht alle IXer-Boote abbildet, die mit dem Flutschlitzmuster des Revell-Bausatzes kompatibel sind, war hier angesagt. Also wurde eifrig weiter recherchiert, und zwar nicht nur im Verlagsarchiv, und so kann ich heute die noch vorläufige Ansicht des Typ IX C-Abziehbilderbogens vorstellen. Vorläufig deshalb, da wegen des Weihnachts- und Neujahrsurlaubs anstehende Ergänzungen und kleine Korrekturen erst ab dem 2. Januar ausgeführt werden können. Außerdem haben wir für das Produkt noch etwas in Vorbereitung, was nichts mit Abziehbildern zu tun hat.

Der Bogen liefert Abziehbilder für 15 Boote, zum Teil sogar für unterschiedliche Darstellungen und natürlich sind alle Embleme und Abzeichen, die beidseitig geführt wurden, auch doppelt vorhanden.

Alle Abziehbilder sind durch Fotos, überwiegend mehrfach, belegt und abgesichert. Einige Boote hatten wir bereits in älteren Ausgaben von "U-Boot im Focus" vorgestellt und andere werden in den kommenden Ausgaben, zum Teil sogar mit Farbfotos, vorgestellt werden.

Embleme, die am Vorbild auf dünnen Blechen aufgemalt und dann am Turm angeschraubt worden waren, haben dünne Umrandungslinien und Schraubenköpfe auf ansonsten transparentem Trägerfilm erhalten, um die Illusion dieser bemalten Bleche zu liefern (U 129, U 507, U 509). Wer möchte, kann das jeweilige Abziehbild ja noch auf ein passend zugeschnittenes und lackiertes Stück "pla-paper" von Tamiya (die dünnste Plastikplatte, die ich kenne) kleben, damit der Eindruck noch plastischer wird. Dies bietet sich zum Beispiel auch bei dem Reliefschild mit dem Stadtwappen von Ulm an, das an der Stirnseite des Turms von U 128 prangte, allerdings darf es hier etwas dicker als "pla-paper" sein. Die entsprechenden Abziehbilder (wegen der Varianten dieses Schildes) sind zwar entsprechend grafisch gestaltet, um eine Reliefillusion zu liefern, aber ein passendes Stück Plastikplatte würde hier sicher Wunder wirken!

Wir hoffen, dass dieser Abziehbilderbogen gut ankommt und melden uns nochmal mit einer Aktualisierung, sobald die finale Version, mit allen noch geplanten "Beigaben", vorliegt.


Olaf Krabbenhöft