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Bericht: Schweiz kauft Clemenceau Drucken
Dienstag, 01. April 2008 um 08:00
Das Schweizer Volk geh√∂rt zu den wenigen in Europa, die sehr tiefgreifende basisdemokratische Kompetenzen haben. So d√ľrfen sie √ľber Sachfragen abstimmen, die in anderen Staaten undenkbar w√§ren. Diesen Februar beispielsweise wurde dem Volk die Frage vorgelegt, ob die Schweizer Luftwaffe aus L√§rmschutzgr√ľnden ein Trainigsverbot in touristisch genutztem Gebiet auferlegt bekommt. Da bekanntlich die ganze Schweiz ein einziges Tourismusgebiet ist, w√§re dies einem Flugverbot f√ľr die Luftwaffe gleichgekommen.
Das war f√ľr die Armeef√ľhrung ein unhaltbarer Zustand. Um die Akzeptanz der Luftwaffe in der Bev√∂lkerung zu erh√∂hen, wurde heimlich der Beschluss gefasst, die landgest√ľtzte Luftwaffe g√§nzlich aufzugeben und damit die Bev√∂lkerung vom Flugl√§rm zu entlasten.
Erst jetzt wurde bekannt, dass die Schweizer Regierung in einer von langer Hand geplanten Aktion, bereits im Juli 2006 einen Kaufvertrag mit dem französischen Marineministerium abgeschlossen hat, der die Übernahme des alten Fluzgeugträgers Clemenceau regelt.
Der 1997 außer Dienst gestellte Träger, dessen Abwrackung seit Jahren von Umweltschutzorganisationen aufgrund hoher toxischer Lasten verhindert wird, soll als schwimmender Fliegerhorst eine neue Heimat im Genfer See bekommen.
W√§hrend man im Palais de l'√Člys√©e erleichtert ist, das ungeliebte Sorgenkind endlich au√üer Landes zu wissen, freut man sich in Schweizer Regierungskreisen, den schwimmenden Flugplatz f√ľr einen "symbolischen Preis" erhalten zu haben.

Feierliche Übergabe der "Clemenceau" in Toulon (von links:CV Stephanè Boivin,Vice-amiral d'escadre Philippe Sautter, CV Denis Beraud)
Uebergabe

Von November 2007 bis Februar 2008 wurde in Toulon die alte Antriebseinheit der Clemenceau sowie gro√üe Teile der Funk- und Radartechnik ausgebaut, um den Tiefgang soweit wie m√∂glich zu verringern. Das Zeitfenster f√ľr den Transport des Flugzeugtr√§ger √ľber die Rhone in den Genfersee war extrem schmal, da der Fluss nur Anfang M√§rz, zur Zeit der Schneeschmelze in den Alpen, ausreichende Wasserstandspegel von mindendestens 7,2 m erreicht.
In Lausanne wird dann eine neue Turbinenanlage eingebaut. Sie wurde von der ETH Lausanne entwickelt und wurde f√ľr den Einsatz mit Raps√∂l optimiert. So kann man in Krisenfall auf Rohstoffe aus dem eigenem Land zur√ľckgreifen.

7. M√§rz 2008: Schlepp √ľber die Rhone nach Genf
Schlepp

Noch während des Schlepptransportes in die Schweiz erhielt das Schiff seinen neuen Namen.
Wilhelm Tell

Die "Wilhelm Tell" am neuen Liegeplatz. seeblick

Als Tr√§gerflugzeuge werden die 33 F/A-18 verwendet, die die Schweizer Luftwaffe bereits seit 1994 besitzt. Zwei Maschinen wurden bereits 2006 umgebaut und befinden sich seit einem Jahr als Trainingsmaschinen auf der USS Nimitz. Die Umr√ľstarbeiten der √ľbrigen Hornets werden bis 2010 andauern, und die √úbergabe an die Marine wird am ersten August 2011 erfolgen, exakt 720 Jahre nach der Gr√ľndung der Eidgenossenschaft.
Der Flugzeugträger wird den Namen Wilhelm Tell tragen, zu Ehren des Nationalhelden, der die Schweiz vom tyrannischen Vogt Gessler befreit hat.

Die ersten umger√ľsteten F/A-18 des neugegr√ľndeten Marinefliegergeschwaders 1.Umr√ľstung

Starts und Landungen trainieren die eidgenössischen Piloten bereits seit Sommer 2007 auf der USS Nimitz.Training

Der Chef der neu gegr√ľndeten Schweizer Marine, Admiral A. Scherz hat den Sachverhalt gegen√ľber Modellmarine best√§tigt.
"Ja, der neue Flugzeugtr√§ger ist eine grosse Herausforderung, bietet aber auch gewaltige Chancen. Der Verkauf der Flugpl√§tze bringt in unserem dicht besiedelten Land grosse Summen ein, die wir f√ľr den Kauf und Unterhalt der Wilhelm Tell verwenden werden. Wir schliessen nicht aus, dass wir - gute Erfahrungen mit dem Tr√§ger vorausgesetzt - weitere Flugzeugtr√§ger f√ľr den Bodensee und den Vierwaldst√§ttersee anschaffen werden. Wir sind zuversichtlich, dass das klappen wird. Unsere Hornets haben sich im Marinebetrieb ja bestens bew√§hrt. Aber warten wir die ersten Ergebnisse ab..."

Alex (Text) und Lutz (Fotos)