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Deutsches Schnellboot der S 100-Serie (1/350, Bronco Models) von Ulf Lundberg Drucken
Montag, 09. Januar 2017 um 06:00

Das Original

Die deutschen S-Boote waren die besten Schnellboote ihrer Zeit. Dank ihrer langen R√ľmpfe mit gerundetem Rundspantkonstruktion hatten sie bessere Seeeigenschaften als ihre Gegner. Ihre Dieselmotoren waren zuverl√§ssig und im Gefecht war der Treibstoff eine deutlich geringere Feuergefahr als das Benzin, das die alliierten und italienischen Boote nutzten. Der geringere Treibstoffverbrauch der Dieselmotoren erm√∂glichte auch eine gr√∂√üere Reichweite.

Der Versailler Vertrag verbot den Deutschen den Bau von Großkampfschiffen und U-Boote, aber es stand darin nichts von Schnellbooten. Deswegen bot die Entwicklung von S-Boote nicht nur eine Möglichkeit eine kampfkräftige Waffen zu schaffen, es war auch eine Gelegenheit, ausgebildetes Personal in der Reichsmarine zu behalten und weiterzubilden.

Obwohl S-Boote Deutschland nicht verboten waren, wurden sie erst unter zivilem Deckmantel bei der L√ľrssenwerft in Bremen-Vegesack entwickelt. Bei der Entwicklungsarbeit wurde entdeckt, dass wenn die Stauruder um 17,5¬į gespreizt wurden, eine Erh√∂hung des Wasserdrucks unter dem Heck entstand, die den dynamischen Trim verbesserte, d.h. das Heck anhob. Durch diesen sogenannten "L√ľrssen-Effekt" stieg die Geschwindigkeit um zirka 1,5 Knoten und die Heckwelle wurde deutlich verringert.

Das erste Boot, das von der Reichsmarine 1930 in Dienst gestellt wurde, wurde als "U-Bootzerst√∂rer" bezeichnet. Der Rumpf war in Komposit-Bauweise, Diagonalkraweel aus Holz auf Aluminiumspanten, gebaut. Ab S 18 wurden die Boote mit L√§ngstr√§gern aus Stahl gebaut. Um die Seeeigenschaften noch zu verbessern, wurden die Boote ab S 26 mit einer erh√∂hten Back versehen, in der die Torpedorohre eingebaut waren. Die endg√ľltige Version der Boote war die S 100-Serie, die mit einer gepanzerten Kallottenbr√ľcke versehen war.

Schiffsdaten
Verdrängung: 100 Tonnen
Länge: 32,8 m
Breite : 5,1 m
Tiefgang: 1,5 m
Maschine: 3 x Daimler-Benz Dieselmotoren
Maschinenleistung: ca. 7500 PS
Höchstgeschwindigkeit: ca. 42 Kn
Reichweite: 800 NM
Bewaffnung: 2 Torpedorohre, 4 Torpedos, 1 x 37 mm Bordflak, 3 x 20 mm Bordflak
Besatzung: 24-30 Mann

Insgesamt stellte die Deutsche Marine 239 S-Boote in Dienst, von denen 127 versenkt oder selbstversenkt wurden. Das Haupteinsatzgebiet der S-Boote war immer der √Ąrmelkanal und die Nordsee, aber sie wurden auch auf der Ostsee, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer erfolgreich eingesetzt.

Insgesamt versenkten die S-Boote 101 Handelsschiffe (214 728 Tonnen), zw√∂lf Zerst√∂rer, elf Minensuchboote, acht Landungsschiffe, ein U-Boot und weitere kleine Schiffe. Au√üerdem besch√§digten sie zwei Kreuzer, f√ľnf Zerst√∂rer, drei Landungsschiffe und weitere kleine Schiffe. Minen, die von S-Booten ausgelegt wurden, versenkten 37 Handelsschiffe (148 535 Tonnen).

Nach der deutschen Kapitulation wurden den Briten 34 S-Boote √ľbergeben. Captain Peter Scott ging bei der √úberfahrt nach Felixstove an Bord das S 205 und schrieb in seinem Bericht:

"…In spite of the rolling we soon reached 30 knots. The MTBs behind us couldn't keep up and in spite of the speed we kept perfectly dry, while my comrades on our boats had to pull on their oilskins."

Die letzte Einsätze der S-Boote erfolgten während der Operation Jungle von 1949 bis 1952, wobei die Boote Agenten in den Baltischen Staaten anlandeten. Zwar waren die Landungen erfolgreich, aber alle Agenten wurden später entlarvt.

Quellen

Das Modell

Der Bausatz von Bronco ist einfach eine kleine Perle (siehe auch diese Bausatzbesprechung). Die 26 Spritzgussteile und die 31 Fotoätzteile sind praktisch alles was man braucht, um ein schönes Modell zusammenzubauen. Die Passgenauigkeit ist super, nur am Heckspiegel musste ich ein wenig spachteln und schleifen.

Das einzige, was ich selbst machte, war die Auspuffs√∂ffnungen auszubohren, die Gesch√ľtzrohre der 20 mm-Bordflak durch 0,2 mm Stahldraht zu ersetzen und ein paar Antennenleinen zu spannen.

Die Bemalung war auch ziemlich problemlos. Nur das Abdecken des Decks war ein wenig knifflig.

Das Modell wurde am Sylvester 2014 fertig gestellt.

Obwohl die Wasserliniefuge dieses Modells nicht die √ľblichen Probleme verursachte, bin ich trotzdem der Meinung, dass Wasserliniefugen verboten werden sollen.

Ulf Lundberg