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Flugboot Dornier Do J Wal im Dornier Museum Drucken
Sonntag, 16. Juli 2017 um 05:00

Dornier Wal

Der Dornier Do J Wal war eines der erfolgreichsten Flugboote der 1920er und 1930er Jahre. Er flog 1922 zum ersten Mal. Der Rumpf hatte Flossenstummel auf beiden Seite und der Flügel in Hochdeckeranordnung war auf diese abgestrebt. Der Antrieb erfolgte über zwei Motoren - wobei eine Vielzahl von verschiedenen Modellen eingebaut wurden - von denen einer einen Zug- oder der andere einen Druckpropeller antrieb. Die Anordnung ermöglichte eine relativ gute Seetüchtigkeit.

Das Flugzeug wurde von zahlreichen Marinen und Luftwaffen betrieben, so der argentinischen, chilenischen, dänischen, deutschen, jugoslawischen, kolumbianischen, niederländischen, portugiesischen, sowjetischen und spanischen. Dazu flogen zahlreiche Maschinen als Passagier- und Postflugzeuge, u.a. bei der Aero Espresso Italiana, Aero Lloyd, Lufthansa, Nihon Koku Yuso Kaisha, SANA, SCADTA, Syndicato Condor und Varig. Dazu wurde der Typ für diverse Rekordflugzeuge und Expeditionen genutzt, u.a. Amundsens gescheiterter Versuch mit zwei Maschinen 1925 den Nordpol zu erreichen, für diverse Transatlantikflüge und eine Grönlandexpedition 1938 und eine Antarktisexpedition 1939. Sowjetische Wale spielten eine wichtige Rolle bei der Erkundung und Erschließung des Nordens. Es wurden mehr als 250 Maschinen gebaut, am Anfang wegen der Bestimmung der Siegermächte des Ersten Weltkrieg nur außerhalb Deutschlands in Italien. Dazu wurden Maschinen in den Niederlanden, Japan und Spanien in Lizenz gebaut.

Die Dornier Do J Wal N25 war einer von zwei Maschinen, die Amundsen für seine Expedition zum Nordpol erhielt. Es waren eigentlich frühe Militärvarianten ohne militärische Ausrüstung mit Rolls-Royce-Eagle-IX-Motoren. 250 km vor dem Nordpol musste die N25 auf dem Eis notlanden. Die begleitende N24 landete ebenfalls, wurde dabei aber stark beschädigt. Die Expeditionsteilnehmer brauchten drei Wochen, um die N25 wieder flugfähig zu bekommen und eine Startbahn zu bauen. Der Start mit beiden Besatzung gelang und die Maschine konnte Spitzbergen erreichen. Später wurde mit ihr versucht einen Liniendienst zwischen Norwegen und England einzurichten, danach wurde sie für einen Transatlantikflug Frank Courtneys ummotorisiert, der aber scheiterte. Die Maschine kam danach nach Deutschland, wo sie erneut neue Motoren erhielt und als D-1422 1930 für Wolfgang von Gronaus erfolgreichen Atlantikflug benutzt wurde. Anschließend erhielt das Deutsche Museum in München die Maschine, wo sie im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff zerstört wurde. Nur der Propeller blieb erhalten. Für das Dornier Museum wurde 2010-12 ein Nachbau der N25 hergestellt. Den Nachbau und den erhaltenen Propeller der Originalmaschine habe ich am 11. April 2017 im Dornier Museum in Friedrichshafen fotografiert.

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Lars