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Japanischer Schwerer Kreuzer Furutaka (1/700, Hasegawa) von Vladimír Karen Drucken
Donnerstag, 12. Oktober 2017 um 05:00

 

12.10.1942 - 75 Jahre Schlacht von Kap Esperance

 

Heute vor 75 Jahren, am 12. Oktober 1942, wurde der japanische Schwere Kreuzer Furutaka in der Schlacht von Kap Esperance versenkt (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Dies war eine der zahlreichen Seeschlachten zwischen der Kaiserlichen Japanischen Marine und der US Marine, die in den Gewässern um die Salomoneninseln ausgefochten wurden und zu schweren Verlusten auf beiden Seiten führten. Am 11. Oktober hatte die japanische Marine zwei Verbände nach Guadalcanal geschickt: Einer sollte die Truppen versorgen, der andere den Flugplatz Henderson Field bombardieren. Der erste Verband mit den Seeflugzeugträgern Chitose und Nisshin sowie sechs Zerstörern konnte seine Mission ohne Probleme ausführen. Der zweite Verband, bestehend aus den Schweren Kreuzern Furutaka, Kinugasa und Aoba und zwei Zerstörern, traf dagegen auf die US Navy, die eigentlich auf der Suche nach dem ersten Verband war. Die US Navy setzte die Schweren Kreuzer Salt Lake City und San Francisco, die Leichten Kreuzer Boise und Helena sowie fünf Zerstörer ein. Diese konnten die japanischen Schiffe überraschen und die Furutaka und den Zerstörer Fubuki versenken sowie die Aoba schwer beschädigen. Aber auch der amerikanische Verband erlitt Verluste. Die japanischen Schiffe beschädigten die Salt Lake City und Boise, wobei letztere nur knapp einer Magazinexplosion entging, die das Schiff zerstört hätte. Außerdem wurde der Zerstörer Duncan durch japanische Schiffe und Treffer von eigenen Schiffen so schwer beschädigt, dass er sank. Beim Rückzug des japanischen Verbandes wurden zwei seiner Zerstörer von landgestützten Flugzeugen versenkt. Die US Navy konnte in der Schlacht von Kap Esparance einen ersten Sieg erringen und eine Bombardierung des Flugplatzes verhindern, konnte aber nicht den japanischen Nachschub für Guadalcanal unterbinden - genauso wenig wie sie verhindern konnte, dass in der Nacht vom 13/14. Oktober die japanischen Schlachtschiffe Kongo und Haruna den Flugplatz Henderson Field schwer beschädigten.

Das Original

Der Schwere Kreuzer Furataka (古鷹) war das erste japanische Schiff dieses Typs. Allerdings war sie kein Schwerer Kreuzer des Washington-Typs, sondern wurde schon vor Abschluss dieses Vertrags geplant. Sie war die japanische Antwort auf die britische Hawkins- und die US-amerikanische Omaha-Klasse und sollte als Aufklärer (Spähkreuzer) für die Flotte verwendet werden. Charakteristisch für diese Klasse und die folgenden japanischen Schweren Kreuzer war der Decksprung: Das Deck stieg zum Bug stark an, während es zum Heck ebenso stark abfiel. Hierdurch sollte Gewicht eingespart und gleichzeitig genügend Freibord erreicht werden. Die ursprüngliche Bewaffnung war ebenfalls bemerkenswert: sechs 20 cm Geschütze in sechs Türmen! Dazu kam eine starke Torpedobewaffnung bestehend aus fest montierten Rohren auf dem Hauptdeck. Die Einrichtungen für Bordflugzeuge bestanden anfangs aus einer Startplattform und einem Hangar, später wurde die Plattform gegen ein Katapult ausgetauscht. Nach diesem Entwurf wurde noch das Schwesterschiff Kako gebaut. Aoba und Kinugasa wurden nach einem modifizierten Entwurf fertiggestellt, u.a. mit drei 20 cm Zwillingstürmen statt der sechs Einzeltürme.

Die Furutaka-Klasse war kein rundum gelungener Entwurf. Sie verdrängte bei Fertigstellung 11% mehr als berechnet und entsprechend verschlechterten sich die Seetüchtigkeit und die Stabilität. Von den Besatzungen wurde sie deshalb – und wegen der beengten Quartiere – Aquarium (suizokukan) genannt. 1936-37 (Kako) bzw. 1937-39 (Furutaka) erfolgte ein Umbau, der die Kampfeigenschaften verbessern und die Stabilitätsprobleme lösen sollte. Der Rumpf wurde durch den Anbau von Torpedowülsten verbreitert, die Maschine und Kesseln wurden ausgetauscht und die Brücke umgebaut. Die Bewaffnung wurde durch den Austausch der Einzeltürme gegen Zwillingstürme und der fest eingebauten Torpedorohre gegen schwenkbare Vierlinge modifiziert. Außerdem wurde die leichte Flak verstärkt – die schwere Flak war bereits 1931-32 bzw. 1932-33 verstärkt worden – und der Flugzeughangar ausgebaut.

Furutaka war nach dem Umbau 185,17 m lang und 16,93 m breit. Voll beladen verdrängte sie 11.273 t und der mittlere Tiefgang betrug 5,61 m. Mittels vier Turbinen und zehn öl-befeuerten Kesseln erreichte sie mit 10340 PS 32,95 Knoten.

Bewaffnung 1942
6 x 20 cm L/50 Typ3 (drei ‚E2’-Zwillingstürme)
4 x 12 cm L/45 Typ 10 (Einzellafetten)
8 x 2,5 cm Typ 96 (vier Zwillingslafetten)
4 x 1,3 cm Typ 93 (zwei Zwillingslafetten)
8 x 61 cm Typ 92 Torpedorohre (zwei Vierlinge)
1 – 2 Bordflugzeuge

Furutaka wurde von 1922 bis 1926 von Mitsubishi in Nagasaki gebaut. Abgesehen von einer Intervention in den Chinesischen Bürgerkrieg 1928 war ihr Lebenslauf in den ersten Jahren ereignisarm. 1932-33 erfolgte eine erste Modernisierung in Yokosuka, 1937-39 wurde Furutaka grundlegend modernisiert. Bei Kriegsbeginn wurde Furutaka zur Unterstützung der Landung auf Wake, Rabaul und Kavieng eingesetzt. Darauf folgten Operationen in den Salomonen, u.a. zur Unterstützung der Landung auf Guadalcanal. In der Schlacht in der Korallensee am 7.5.1942 blieb Furutaka unbeschädigt. Zusammen mit Chokai, Kako, Aoba, Kinugasa, Yubari und Tenryu nahm Furutaka an der Schlacht von Savo in der Nacht vom 8./9.8.1942 teil. Dabei war sie an der Versenkung der alliierten Schweren Kreuzer HMAS Canberra, USS Astoria, USS Vincennes und USS Quincy beteiligt. Der Ort ihres größten Triumphs sollte ihr mehrere Monate später zum Verhängnis werden: In der Nacht vom 11./12.10.1942 sollten Furutaka, Kinugasa und Aoba sowie zwei Zerstörer den amerikanischen Flugplatz auf Guadalcanal bombardieren, wurden aber von den Kreuzern San Francisco, Salt Lake City, Boise und Helena sowie fünf Zerstörern überrascht. Furutaka erhielt in der sich darauf entwickelnden Schlacht von Kap Esparance etwa 90 15,2 cm- und 20,3 cm-Treffer, die den achteren 20 cm-Turm zerstörten und ein Vierlingstorpedorohr zur Explosion brachten. Nach einem Torpedotreffer in den Maschinenraum musste das Schiff aufgegeben werden. 33 Mann der Besatzung starben und 110 gelten als vermisst.

Das Modell

Das Modell des japanischen Schweren Kreuzers Furutaka stellt das Schiff im Zustand der Schlacht von Savo dar, als sie bereit war, die ersten Salven auf die nördliche alliierte Gruppe abzufeuern. Es ist das erste Modell meiner Sammlung der Schiffe, die an der Schlacht von Savo beteiligt waren. Es wurde aus dem Bausatz von Hasegawa gebaut. Fotoätzteile von GMM und LionRoar wurden zum Verfeinern benutzt.

Quellen

Vladimír Karen

(Übersetzt aus dem Englischen und Text über Original von Lars)