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Japanischer Schwerer Kreuzer Chikuma (1/350, Tamiya) von Andreas Wollinger Drucken
Dienstag, 24. Juli 2018 um 05:00

Das Original

Der japanische Schwere Kreuzer Chikuma (筑摩) war eines von zwei Schiffen der Tone-Klasse. Die Klasse war eine Weiterentwicklung der Mogami-Klasse. Bei den ersten Entwürfen waren auch fünf 15,5 cm-Drillingstürme vorgesehen, dies wurde dann auf vier Drillingstürme geändert, als die Schiffe zu Spähkreuzern bzw. Flugzeugkreuzern umgeplant wurden. Alle Türme wurden darauf auf dem Vorschiff konzentriert, um das Achterschiff für bis zu acht Flugzeuge nutzen zu können. Nachdem Japan die Flottenverträge aufgekündigt hatte, wurden die Kreuzer mit 20,3 cm-Zwillingstürmen gebaut.

In die Tone-Klasse konnten alle Erfahrungen berücksichtigt werden, d.h. es wurde auf eine verbesserte Stabilität und geringe Toplastigkeit wert gelegt. Auch die Panzerung wurde verbessert und war die stärkste auf allen japanischen Schweren Kreuzern. Das wurde auch dadurch erleichtert, dass alle 20,3 cm-Türme und damit auch alle deren Magazine im Vorschiff konzentriert waren. Das Flugzeuganlage ähnelte der Mogami-Klasse, allerdings kam das gesamte Achterschiff als Stellfläche für Flugzeuge hinzu. Es gab keinen Hangar, alle Flugzeuge wurden auf dem Schienensystem auf den offenen Decks untergebracht.

Die Chikuma war 201,6 m lang, 19,4 m breit und verdrängte voll beladen 15.239 t. Der Antrieb bestand aus acht Kesseln und vier Dampfturbinensätzen mit insgesamt 152.000 PS, womit bei den Probefahrten 35,4 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand ursprünglich aus 874 Mann.

Bewaffnung 1939
8 x 20,3 cm L/50 Typ 3 No. 2-Geschütze (vier E3-Zwillingstürme)
8 x 12,7 cm L/40 Typ 89-Flak (vier A1-Zwillingslafetten)
12 x 2,5 cm L/60 Typ 96-Flak (sechs Zwillingslafetten)
12 x 61 cm-Torpedorohre (vier Typ 90 Drillingsrohre, 24 Typ 93-Torpedos)
5 Bordflugzeuge (drei Kawanishi E7K2 und zwei Nakajima E8N)

Die Chikuma wurde 1935-39 von Mitsubishi in Nagasaki gebaut. Sie gehörte anfangs zur Sentai 6 mit Heimathafen Yokosuka, aber wurde noch 1939 zur Sentai 8 zugeteilt und erhielt Ende 1939 Maizuru als neuen Heimathafen. 1940-41 wurde sie mehrfach in China eingesetzt. Sie gehörte zu der Kido Butai, die am 7. Dezember 1941 Pearl Harbor angriff. Sie war danach an der zweiten Landung auf Wake sowie der Landung bei Rabaul, den Angriffen auf Lae, Salamaua und Port Darwin beteiligte.

Am 1. März 1942 versenkte sie in der Javasee den niederländischen Frachter Modjokerto und den Zerstörer USS Edsall, am 5. März den niederländischen Frachter Enggano. Im April 1942 nahm sie an dem Vorstoß in den Indischen Ozean teil, der der Royal Navy schwere Verluste beifügte. Im Juni 1942 wurde sie in der Schlacht von Midway eingesetzt, ihrer Flugzeuge entdeckten die USS Yorktown und führten die Trägerflugzeuge und schließlich das U-Boot I-168 heran, um den Träger zu versenkten. Am 24. August kämpfte sie in der Schlacht bei den Ostsalomonen, am 26. Oktober in der Schlacht von Santa Cruz. In letzterer Schlacht wurde sie von drei Bomben getroffen, die 190 Mann tötetet und 154 verwundeten. Im November 1943 wurde sie bei den US-Angriffen auf Rabaul leicht beschädigt. Im Juni 1944 wurde sie in der Schlacht in der Philippinensee, im Oktober 1944 als Teil des Verbands von Kurita in der Schlacht von Leyte.

Am 25. Oktober beschädigte Chikuma bei Samar den Zerstörer USS Heermann, wurde aber selbst von insgesamt sechs Torpedos von Avenger-Torpedobombern der US-amerikanischen Geleiträger Manila Bay, Kitkun Bay, Ommaney Bay und Natoma Bay getroffen und kenterte. Ein Teil der Überlebenden wurden von dem Zerstörer Nowaki aufgenommen, der aber am 26. Oktober von den Leichten Kreuzern Vincennes, Biloxi und Miami und den Zerstörern Miller, Owen und Lewis Hancock versenkt wurde, was niemand überlebte. Nur ein Mann der Chikuma überlebte, der nicht von der Nowaki, sondern später von den Amerikanern gerettet wurde. Wahrscheinlich starben über 1000 Mann der Besatzung.

Das Modell

Den japanischen Schweren Kreuzer Chikuma habe ich aus dem 1/350-Bausatz von Tamiya im Zustand von Mitte 1939 gebaut. Benutzt habe ich zusätzlich:

  • Big Ed Fotoätzteilsatz (Strukturteile und Reling sowie 3D Figuren) von Eduard
  • Messingrohrsatz für die Takao von Master
  • 2,5 cm-Zwillingsflak von Alliance Modelworks

Das Modell habe ich ein Diorama positioniert, das ich aus folgenden Komponenten baute:

  • Ein 80 x 40 cm Holzbrett
  • Strukturpaste fein für die Wasseroberfläche
  • Hydrozellspachtelmasse für die Gestaltung der Halbinsel/Felsen von Faller
  • Trockenalterungsset von Faller
  • Ein Felsen aus Hartschaum von Noch
  • Diverses Begrünungsmaterial von Noch und Busch
  • Korkfelsen von Noch
  • Bausatz für das Gifu Castle (japanisches Schloss) im Maßstab 1/350 von Doyusha
  • Fischerdschunke im Maßstab 1/350 von SSN (und ein übrig gebliebenes Beiboot von Tamiya)

Hier Fotos des Dioramas und der Chikuma im Bau:

Link zur Bildergalerie

 

Quellen

  • The Japanese cruiser Chikuma. Super Drawings in 3D (allerdings ist darin nur die 1944er Chikuma enthalten)
  • Kreuzer im Zweiten Weltkrieg von Mike J. Whitley
  • Gakken Buch Nr. 47 zur Tone-Klasse

Andreas Wollinger

(Text über Original von Lars)