Georges Leyques Deckelbild

Modell: Frégate Georges Leygues
Hersteller: L’Arsenal 2.0
Maßstab: 1/400
Material: Resin, 3-D-Druck, Ätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 400 19
Preis: 149,95 €

Das Original

Die U-Jagdschiffe der Georges Leygues-Klasse beruhen auf einem Entwurf für den Ersatz der Zerstörer der Typen T 47 (Surcuof-Klasse) und T 53 (Duperré-Klasse). Sie waren Teil eines Bauprogramms für eine Flotte mit einem Kern aus zwei Trägergruppen. Geplant war eigentlich ein einheitlicher Rumpf mit einheitlicher Antriebsanlage für zwei separate Schiffsklassen, eine für die U-Boot-Abwehr und eine für die Luftabwehr. Da sich die heißen Abgase der Gasturbinen aber als problematisch für die bei der Luftabwehr eingesetzte Elektronik erwiesen, verblieb es bei einem einheitlichen Rumpf für die beiden Klassen des Projektes, nämlich der Georges Leygues-Klasse und der Cassard-Klasse. Von der Vorgängerklasse, der Tourville-Klasse, wurden zwar die wesentlichen Ausstattungskomponenten übernommen. Da diese sich jedoch als zu kostspielig erwiesen hatte, entschied man sich für einen verkürzten Rumpf, der nur noch die Aufstellung eines 100 mm-Geschützes erlaubte.

Beeinflusst von Entwicklungen bei der Royal Navy und der niederländischen Marine wurden jedoch Gasturbinen eingeführt. Die Antriebsanlage besteht daher aus vier Einheiten, zwei Gasturbinen für Hochgeschwindigkeitsfahrt bis 30 kn und zwei Dieselmotoren für Marschfahrt bis 21 kn.

Georges Leygues wurde als Typschiff einer Klasse von letztlich sieben Einheiten am 16.9.1974 auf Kiel gelegt und lief am 17.12.1976 von Stapel. In Frankreich werden diese Schiffe als Fregatten bezeichnet. Sie führen jedoch eine D-Kennung wie Zerstörer und werden in den Flottenhandbüchern auch als Zerstörer gelistet. Am 10.12.1979 wurde Georges Leygues fertig gestellt. Dabei erhielt er (französische Kriegsschiffe sind in der Regel männlich) den zweiten Prototyp des Crotale-Starters für Luftabwehr-Raketen. Nachdem sich 2001 Mikrorisse im Bereich der Bordwand gezeigt hatten, wurde 2002 beidseits je eine Verstärkung von 60 m Länge entlang der Bordwand auf Höhe des Hauptdecks angebracht.

Während andere Schiffe der Klasse immer wieder nachgerüstet und modernisiert wurden, wurde bei Georges Leygues lediglich 2007 das DRBV-51 Radar durch die Version 51C ersetzt. Weitere nennenswerte Modifikationen oder Umbauten erfolgten nicht. Am 30.7.2013 wurde das Schiff außer Dienst gestellt.

Technische Daten

Länge ü.a.: 139,1 m
Breite: 14,0 m
Tiefgang: 5,7 m
Verdrängung: 3500 t Standard, 4350 t voll beladen

Antriebsanlage:
2-Wellen-CODOG: 2 Olympus TM-3B Gasturbinen mit je 26.000 PS, 30 kn, und 2 SEMT-Pielstick 16 PAG CV280 Dieselmotoren mit je 5.200 PS, 21 kn.
Reichweite: 10.000 sm bei 15 kn

Bewaffnung:
4 – MM38 Exocet
1 Crotale 8-fach Starter, 26 Luftabwehr-Raketen
1 – 100 mm Mod. 1968 Geschütz

Radaranlage:
DRBV 26 Frühwarn-Radar
DRBV 51 für Luft-/Seeraumüberwachung
DRBV 32D Artillerieleit-Radar

Sonaranlage: DUBV 43 VDS (tiefenvariabel)

Der Bausatz

Der Bausatz im Maßstab 1/400 von L'Arsenal 2.0 ist schon seit einiger Zeit auf dem Markt. Die Resinteile sind in der von diesem Hersteller gewohnten hohen Präzision gegossen und gut detailliert. Die kleinen Teile sind meist sehr fein ausgebildet und auf mehrere Plastikbeutel verteilt.

Das größte Teil ist der an einem Stück gegossene Rumpf einschließlich Unterwasserteil.

Weitere größere Teile stellen die Aufbauten und den Schornstein dar.

In zwei weiteren Beuteln befindet sich eine ganze Reihe kleiner Teile,

darunter auch die Beiboote, die VDS-Anlage oder der 100 mm-Turm.

Ein weiterer Beutel enthält die Anbauteile des Unterwasserschiffs.

Obwohl das Modell den ersten Bauzustand darstellen soll, sind auch die 2002 angebrachten Rumpf-Verstärkungen vorhanden. Die bei meinem Bausatz deutlich ausgeprägte Biegung lässt sich sicherlich leicht beheben, da die Teile sehr dünn sind.

Besondere Highlights stellen der Mast und die DRBV 26-Radarantenne dar, die jeweils komplett in einem Stück in 3-D-Druck sehr filigran hergestellt sind.

Die Fotoätzteile

Eine relativ große Ätzteilplatine enthält vor allem Relings, Niedergänge u.ä., aber auch die Abdeckungen der Exocet-Starter oder die DRBV 15C-Antenne.

Die Abziehbilder

Ein kleiner Bogen liefert Abziehbilder für u.a. die Kennungen und die Decksmarkierungen.

Die Anleitung

Die 12-seitige Bauanleitung besteht aus 3-D-Darstellungen, die den Zusammenbau in insgesamt 14 Schritten zeigen und eigentlich keine Fragen offen lassen. Dazu kommen noch zwei Seiten mit Gesamtansichten, denen man die Positionen der Abziehbilder entnehmen kann.

Quellen

Fazit

L'Arsenal hat wieder einmal einen qualitative hoch stehenden Bausatz produziert. Der wohl unter Mithilfe von Black Cat Models entstandene Mast in 3-D-Druck wirkt erheblich besser, als dies bei Ätzteilen der Fall wäre, während die Verstrebungen an der Radarantenne genauso filigran wirken wie Ätzteile. Dass der Rumpf keine Markierungen für den Wasserpass enthält, ist etwas bedauerlich. Wer das Modell ohne Unterwasser-Rumpf darstellen will, wird wohl zur Säge oder Trennscheibe greifen müssen. Ein zweiteiliger Rumpf bereitet aber oft Anpassungsprobleme. Wegen des außerhalb Frankreichs nicht so stark verbreiteten Maßstabs 1/400 passt das Modell nicht so recht zu dem von der Größenordnung her gängigeren Maßstab 1/350. Dazu kommt, dass sein Bau doch einige Erfahrung im Umgang mit Resinteilen erfordert. Mit diesen Einschränkung ist das Modell jedoch

alt sehr empfehlenswert

Falk Pletscher