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Baubericht HMS Grasshopper (1/700), Teil 3 Drucken
Mittwoch, 13. September 2006 um 21:10

Die Takelage

Die Grasshopper hatte im Vergleich zu der Golden Hind deutlich größere Masten. Somit sind diese ein prominentes Merkmal des Modells, so dass ich mich entschlossen habe, die Takelage der Grasshopper detaillierter darzustellen. Hiermit wurde sie zu meinem ersten Modell mit einer richtigen Takelage – und damit zu einem Übungsfeld, was durch mehrere Fehler beim Bau deutlich machten.

Der größte Fehler war die Verwendung von Polystyrolstäben für die Masten welche zu elastisch sind. Hierduch wird das Takeln erschwert. Ich habe z.B. die meisten Stage drei Mal angebracht – und irgendein anderes Teil hat sich wieder verzogen. Es empfiehlt sich deshalb, auf Metallmasten zu setzen, die weniger flexibel als Plastikmasten sind.

Für den Großteil der Takelage habe ich Kupferlackdrähte aus dem Elektronikbedarf benutzt (vereinzelt sich noch gezogene Gussäste als Material). Diese haben den Vorteil, dass sie kaum Zug auf den Mast ausüben – aber der wenige hat hier schon gereicht, das Takeln wegen der Plastikmasten zum einem Ärgernis zu machen. Den Draht habe ich vor dem Schneiden mit Hilfe einer Kerze angerußt, wobei auch der Lack um den Draht entfernt wird und der Draht dunkelbraun bis schwarz wird, was für das stehende Gut ja genau richtig ist. Um die Kupferdrähte anzubringen, habe ich erst deren Länge mittels eines Zirkels abgenommen; danach den Draht zwischen zwei Glassplatten (Deckgläsern fürs Mikroskopieren) gerollt, um ihn gerade zu bekommen; an eine Position Sekundenkleber angebracht; ihn mit einem angefeuchteten Streichholz (besser Zahnstocher, bei der Nutzung einer Pinzette verbiegt der Draht sehr leicht) hochgehoben und an diese Position fixiert; und zuletzt das andere Ende mit Sekundenkleber angeklebt.

Die Stage sind mit der Ausnahme der Bram- und Royalstage aus 0,1 mm dicken Kupferdraht (für eine Erklärung der Fachbegriffe siehe Takelage von Segelschiffen des 18. Jahrhunderts).

Stage

Die Bram- und Royalstage sind aus 0,05 mm dicken Kupferdraht. Der Wasser- und Stampfstang sind dagegen wieder aus 0,1 mm dicken Kupferdraht.

Die Wanten sind von Saemann Ätztechnik. Hier das Originalteil:

Originalteil der Wanten von Saemann Ätztechnik

Man sieht, dass es a) viel zu groß ist und b) oben nicht vollständig ausgeätzt ist. Die Größe habe ich dann mittels eines Cutters und einer Schere angepasst:

Angepasstes Wantenteil im Vergleich zum Originalteil

Hier dann montiert:

montierte Wantenteile

Die restlichen Wanten (Fockstengewanten, Großstengewanten) waren etwas problematisch, da aus den Ätzteilen nicht wirklich passende Teile herausschneidbar waren. Pro Mast und Seite sind es nur zwei Paar Pardunen, was daran liegt, dass die Oberkante der Fockstengewanten und Großstengewanten nicht optimal sind, so dass die Brampardunen keinen Platz mehr gehabt hätten. Allerdings sieht man auch nur aus guten Winkel, dass nur zwei Pardunen (Fockroyalpardunen und Fockstengepardunen bzw. Großroyalpardunen und Großstengepardunen) vorhanden sind. Die Pardunen sind aus 0,1 mm dicken Kupferdraht.

Wanten, Pardunen

Die Fock- und Großrah sind aus 0,5 mm dicken Polystyrolstäben, wobei ich versucht habe, diese in Richtung der Enden dünner zu schleifen. Die restlichen Rahe inklusive des Blindrahs sind aus 0,3 mm dicken Federstahl.

Rahe

Der Gaffelbaum ist aus einem 0,5 mm dicken Polystyrolstab, den ich asymetrisch zu den Enden hin dünner geschliffen habe. Die Gaffel besteht aus 0,3 mm dicken Federstahl.

Die Klüverbaumgeien habe ich aus 0,1 mm dicken Kupferdraht und die Brassen aus 0,05 mm dicken Kupferdraht hergestellt.

Gaffelbaum, Gaffel, Brassen

Der Anstrich

Der Rumpf oberhalb des Barkholzes sowie die Masten und Stengen habe ich ocker (Revell 88) bemalt. Das Schanzkleid innen ist rotbraun (Humbrol 100) gestrichen. Die Luken sind dunkelbraun (Humbrol 98 ). Die Barkhölzer sowie die Rahe, Marsen, Sailinge und die Mast- und Stengentoppen sind schwarz (Revell 8).

fertiges Modell

fertiges Modell

Hier noch ein Vergleich mit meinem zweiten (Golden Hind) und dritten Eigenbau Lanzhou).

Golden Hind, Lanzhou, Grasshopper

Der Größenvergleich mit Schiffen aus anderen Epochen macht den Reiz aus, Segelschiffe ebenfalls in 1/700 zu bauen. Ich habe an der Grasshopper mit größeren Unterbrechungen etwa fünf Monate gebaut. Eine Brigg-Sloop, wie die HMS Grasshopper von 1806, ist ein guter Einstieg für Eigenbauten von Segelkriegsschiffen, da der Rumpf und die Takelage noch relativ einfach sind, aber bereits die meisten Merkmale von komplexeren Schiffen vorhanden sind.

Teil 1, Teil 2

Lars