Wrack des Schlachtschiffs Bismarck (1/350, Academy) von Jürgen Bellenbaum Drucken
Montag, 15. Januar 2018 um 06:00
Wrack der Bismarck (1/350)

Das Original

Das deutsche Schlachtschiff Bismarck war das Typschiff der letzten für die Kriegsmarine fertig gestellten Klasse dieses Typs. Es sank am 27. Mai 1941. Das Wrack wurde am 8. Juni 1989 von Robert Ballard entdeckt und 2001 von einer Expedition unter David Mearns und 2002 von einter weiteren von James Cameron genauer untersucht.

Wrack der Bismarck (1/350)
Wrack der Bismarck (1/350) Wrack der Bismarck (1/350) Wrack der Bismarck (1/350)

Das Modell

Vorab ein paar Infos, wie es zu diesem Diorama kam. Beim Ausmisten meines Dachbodens bin ich auf ein in den 80er gebautes Modell der Bismarck in 1/350 von Academy gestossen. Durch diverse Umzüge hatte das Modell doch arg gelitten, aber zum Wegwerfen war es mir dann anderseits doch zu schade. Hatte damals immerhin knapp 80 DM gekostet.

Nur, was macht man nun damit? Neu aufbauen? Nicht so gut, da der damalige Fertigungstandard für Plastikmodelle nicht so hoch war. Auch weist das Modell einige Ungenauigkeiten auf, die mir heutzutage nicht so sonderlich gefallen würden. So reifte der Plan, aus der Bismarck das Wrack zu machen, wie es seit über 70 Jahren in den Tiefen des Atlantik liegt.

Wrack der Bismarck (1/350)

Zuerst habe ich begonnen, das Bild und Filmmaterial von Ballard und Cameron zu sichten, wobei sich schnell herauskristalisierte, das das Material von Cameron erheblich besser ist (allein die frei verfügbaren Filmaufnahmen haben eine Laufzeit von über 25 Stunden). Dann habe ich begonnen, das Modell zu zerlegen, und anhand der Aufnahmen umzuarbeiten. Relativ schnell merkt man, daß es einfacher ist ein Modell im heilen Zustand zu bauen, als daraus ein Wrack zu machen. Nach einigen Probestücken an alten Plastikresten ging es dann mit Skalpell, Säge, Bohrer und Feuer zur Sache.

Wrack der Bismarck (1/350)

Anschließend wurde die Bismarck eisenfarbig "grundiert", und danach mit der "Salzmethode" (für die abblätternde Farbe etc.) in verschiedenen Farben neu lackiert. Für den Meeresboden habe ich Acryl, und kleinere Steine aus dem Modelleisenbahnbedarf verwendet. Der Meeresboden wurde dann mit Graniteffektspray eingefärbt. Da ja im Trümmerumfeld der Bismarck einige größere Teile liegen, die aber eigentlich doch relativ weit vom eigentlichen Wrack weg sind, habe ich da ein wenig gemoggelt, und diese dichter am Wrack plaziert.

Wrack der Bismarck (1/350)
Wrack der Bismarck (1/350) Wrack der Bismarck (1/350) Wrack der Bismarck (1/350)

Soweit ganz schön und gut. Aber wie erwecke ich jetzt den Eindruck von fast 4000 Meter Tiefe? Da ist mir die Idee gekommen. In dieser Tiefe dringt ja bekanntlich kein Licht mehr, und wenn Scheinwerfer da eingesetzt werden, ist alles dunkelblau. Also habe ich über das Diorama eine Plexiglashaube gestülpt, und diese mit dunkelblauer, transparenter Folie überklebt. Mit einer LED-Lichtleiste, die an der inneren Oberseite der Haube montiert ist, tauche ich das Wrack in ein schwaches Licht. Um jetzt ein paar Lichtkegel auf dem Deck zu erzeugen, habe ich beiden von Cameron verwendeten Tauchboote (MIR 1 und 2) und den Kameraschlitten, alle selbst gebaut, auf dem Modell plaziert. Alle drei sind mit einer SMD-LED ausgerüstet. Die gesamte Beleuchtung kann ich zusätzlich mit einer Fernbedienung dimmen.

Wrack der Bismarck (1/350)
Wrack der Bismarck (1/350) Wrack der Bismarck (1/350) Wrack der Bismarck (1/350)

Jürgen Bellenbaum