Baubericht Italeri M.T.M. "Barchino" Teil 4 Drucken
Donnerstag, 17. September 2009 um 07:00

Baubericht Italeri M.T.M.

Zusammenfassung:

Die Bauzeit des Dioramas betrug ca. 60 bis 70 Stunden, verteilt auf vier Monate. Außer dem MTM-Bausatz von Italeri wurde der ICM-Kit German Tank Crew 1/35 und der Italeri-Zubehörsatz No.419 „1/35 Field Tool Shop“ verwendet. Für den Motor und die Anbauteile des Trailers spendete hauptsächlich ein Mercedes L 3000, ebenfalls von Italeri, einige Teile.

Field Tool ShopMercedes Benz L3000German Tank Crew

Für die Geländeformung und Ausgestaltung wurde alles eingesetzt, was das Materiallager hergab. Die wichtigsten Baumaterialien waren die keramische Reliefgießmasse von Knorr-Prandell und das kristallklare 2k-Polyestergießharz für die Wassergestaltung.

Italeri’s M.T.M. „Barchino“ ist sicher einer der interessantesten Bausätze, die in den letzten Jahren entwickelt wurden. Die überschaubare Bauteilezahl, die Ätzteilplatine, und die klare und gut verständliche Bauanleitung ermöglichen in relativ kurzer Zeit den Bau eines kleinen Schmuckstücks mit einer sehr stimmigen Rumpfform. Zusätzlich wird der Bausatz aufgrund des für Schiffe großen Maßstab von 1/35 interessant für Dioramenbauer im maritimen und im militärischen Umfeld.

Eine echte Bereicherung ist das beigefügte Referenzmaterial mit Walk-around-Fotos und Zeichnungsausschnitten aus alten Teilelisten. Fatalerweise ist es aber auch dieses gut zusammengestellte Material, dass den Kit bei historisch und technisch interessierten Modellbauern deutlich abwertet.

Schon nach dem ersten Durchblättern der Bausatzreferenz fragt man sich, warum der Rumpf keine Spanten besitzt, warum ein Motor fehlt oder warum nicht wenigstens eine Trennwand zwischen Motor- und Waffenbereich vorgesehen wurde. Schaut man noch genauer hin, tauchen viele weitere kleine Fehler auf, für deren Behebung man Bauerfahrung und zusätzliches Material benötigt.

Als Stand-alone Modell fallen zudem der wenig attraktive Bootsständer im 60er Jahre Design und der abseits stehende Bootsführer unangenehm auf. Eine optional beigefügte, sitzende Pilotenfigur hätte dem Bausatz sicherlich gut getan, um das Sprengboot „in Fahrt“ präsentieren zu können. Alle Deckel wären geschlossen und die Figur würde das dürftig ausgestattete Cockpit größtenteils verdecken – perfekt für ein Angriffsdiorama und perfekt zur Retuschierung der meisten Bausatzmängel.

Eine Bewertung dieses interessanten Bausatzes kann auf Grund der vielen Schwächen leider nur im Bereich zwischen

alt guter Durchschnitt

 und

alt brauchbar

liegen.

Zum Abschluss eine Bildauswahl des fertigen Diorama:

Bild 1Bild 2
Bild 3Bild 4
Bild 5Bild 6
Bild 7Bild 8

Lutz Fuhrmann

Ende des Bauberichtes