Deutsches U-Boot U 9 (1/144, Revell) von André Höncher Drucken
Mittwoch, 06. März 2013 um 07:00
U 9

Das Original

Das U-Boot U 9 der Kriegsmarine - das zweite Boot dieses Namens - gehörte zum Typ IIB. Der Typ II wurde aus den Küsten-U-Booten UB und UF des Ersten Weltkriegs entwickelt. Der Prototyp war die finnische Vesikko (die heute noch als Museumsschiff in Helsinki existiert), die nach deutschen Entwürfen 1931-34 in Finnland gebaut wurde, als der Bau von U-Booten in Deutschland noch untersagt war. Der Typ IIB war eine vergrößerte Variante, um die Reichweite zu erhöhen. Die Boote waren primär für den Küstenbereich geeignet und wurden auch entsprechend nur in diesem oder als Trainingsboote eingesetzt. Insgesamt wurden vom Typ II 50 Boote gebaut.

U 9 war 42,7 m lang, 4,1 m breit und verdrängte aufgetaucht 279 t und getaucht 328 t. Der Antrieb war diesel-elektrisch und ermöglichte 13 kn über und 7 kn unter Wasser. Die Besatzung umfasste 25 Mann, die Bewaffnung bestand aus drei 53,3 cm-Torpedorohren und einer 2 cm C/30-Flak.

U 9 U 9 U 9

U 9 wurde 1935 gebaut. Sie fuhr 20 Einsätze, wobei sie acht Schiffe mit einer Gesamttonnage von 17221 t versenkte. Ab Ende 1942 war sie im Schwarze Meer im Einsatz, wo sie am 20. August 1944 in Konstanza von einem russischen Flugzeug durch Bomben versenkt wurde. Das Boot wurde von den Russen 1945 gehoben und als TS-116 in Dienst gestellt, aber schon 1946 wieder außer Dienst gestellt und verschrottet.

Das Modell

Groß war die Freude als Revell in Cooperation mit ICM das Modell des Typ IIB auf den Markt brachte. Allerdings folgte schnell Ernüchterung, nachdem ich mit dem Bau begonnen habe! Es waren so einige Bauteile verzogen und die Passgenauigkeit ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Bei mir waren der Ständer und der Rumpf verzogen sowie das Hauptdeck zu lang. Bedauerlich ist auch, dass Kleinteile mit vielen Anspritzpunkten versehen waren, was leider zum Bruch diverser Kleinteile beim Heraustrennen führte. An einigen Stellen war auch eine Menge Spachtel- und Schleiffarbeit von Nöten. Ich finde sowas geht im 21 Jahrhundert besser. Bei einigen Modellbauern kann sowas schnell zur Frustration führen und auch bei mir war das Boot kurz vor dem gelben Sack.

U 9 U 9
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Nachdem ich die Hürden des Baus einigermaßen gemeistert hatte, ging es ans Lackieren. Ich habe alle benötigten Farben aus dem Gunze Farbsortiment genommen. Unterwasserschiff = H333; Überwasserschiff = H306; Hauptdeck = H77; Turm = H1 + ein paar Tropfen H325. Der Ständer ist mit H2, H9 und den neuen Super Metalic SM Chrome silver sm06 lackiert.

Die Takelage ist aus 0,14 mm Angelsehne und die Isolatoren sind kleine Ponalpunkte.

Darstellen soll mein Boot die U 9 von der 1. U-Flottille in Kiel 1939.

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Als Fazit bleibt mir nur zu sagen. Wer das Typ IIB in seiner Sammlung haben möchte, kommt um den Bausatz nicht herum. Und ich denke, mit ein bisschen mehr Einsatz hätte ich auch noch mehr aus dem Bausatz heraus geholt.

André Höncher

(Text über Original von Lars)