Dänisches Unterstützungsschiff Absalon (1/700, NNT) von Ayala Botto Drucken
Dienstag, 14. Juli 2015 um 05:00
dänisches Unterstützungsschiff Absalon

Das Original

Das dänische Unterstützungsschiff (dänisch "fleksible støtteskibe") Absalon ist das Typschiff einer Klasse, mit der die dänische Marine auf die vollkommen veränderten Bedingungen nach Ende des Kalten Kriegs reagierte. Statt der bisherigen auf die Verteidigung der dänischen Küsten und der Ausgänge der Ostsee ausgelegte Flotte, wurden die neuen Schiffe für internationale Einsätze gebaut.

Dabei geht es primär um Interventionen im Rahmen asymmetrischer Kriegsführung, d.h. die Schiffe sind keiner sehr hohen Bedrohung ausgesetzt. Die dänische Marine hat hierfür einen neuen Schiffstyp entworfen. Dieser ähnelt einer konventionellen Fregatte und ist mit einer relativ starken Bewaffnung zur Bekämpfung von Schiffs- und Landzielen, einer Flugabwehr zum Eigenschutz sowie U-Jagdbewaffnung ausgerüstet. Ein Großteil der Bewaffnung besteht aus Stanflex-Modulen, die relativ leicht ausgetauscht werden können. Durch den Dieselantrieb haben die Schiffe einen sehr großen Fahrbereich und der geräumige Rumpf dürfte sehr seetüchtig sein.

Die Besonderheit des Schifftyps ist allerdings das Mehrzweckdeck achtern unterhalb des Hubschrauberdecks. Es kann einer Vielzahl von Aufgaben dienen: als Kommandozentrum; zur Unterbringung von Truppen sowie von Fahrzeugen bis hin zu Kampfpanzern; als Lazarett; zum Minenlegen und zur Unterbringung von Minenjagddrohnen. Am Heck gibt es eine Rampe, um die Fahrzeuge anlanden zu können (allerdings nur in Häfen). Außerdem können über die Heckklappe zwei Landungsboote oder alternativ Minenjagddrohnen ausgebracht werden bzw. Minen gelegt werden. Wahrscheinlich kann auch ein variabler Tiefensonar eingebaut werden. Zur Anlandung von Truppen können die beiden Storebro SB90E-Landungsboote und EH-101 Transporthubschrauber eingesetzt werden. Letztere können alternativ zu Lynx U-Jagd/Kampfhubschraubern eingeschifft werden (die Lynx sollen durch MH-60R Seahawk ersetzt werden).

Die Absalon-Klasse kann also als Fregatte, Landungsschiff, Kommandoschiff, Minenleger oder Minenjäger verwendet werden. Es wurden zwei Schiffe gebaut: Absalon und Esbern Snare. Beide sind als Landungsschiffe (L16 bzw. L17) klassifiziert. Es sieht so aus, als würde das Konzept von anderen Marinen zumindest teilweise übernommen werden, z.B. bei den geplanten deutschen Fregatten des Typs Mehrzweckkampfschiff 180 (MKS-180). Auch die niederländische Werft Damen bietet Schiffe eines ähnlichen Typs an, die Crossover- oder XO-Familie.

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Die Absalon ist 137 m lang, 19,5 m breit und verdrängt 6600 t. Der Antrieb besteht aus zwei Dieseln, die zusammen 22.300 PS leisten und eine Geschwindigkeit von 24 kn ermöglichen. Die Besatzung setzt sich aus 100 Personen zusammen, es sind aber Unterbringungsmöglichkeiten für 300 vorhanden.

Bewaffnung
1 x 12,7 cm L/62 cal Mk 45 Mod 4-Geschütz
2 x 3,5 cm Mk M/04 Millennium GDM-008-Nahbereichsabwehrgeschütze
7 x 1,27 cm MGs
4 Harpoon-Vierfach-Anti-Schiffs-Raketenstarter (optional)
2 Mk 56 Zwölffach-Flugabwehrstarter für ESSM (optional, auch drei möglich)
4 Stinger Lv M/93-Flugabwehrraketenstarter
4 x 32,4 cm Mk 32 Mod 14-Torpedorohren (zwei Zwillingsrohre für MU-90-Torpedos)
2 Westland Lynx Mk 90B oder zwei Agusta-Westland EH-101 Bordhubschrauber

Die Absalon wurde 2003-07 von der Odense Staalskibsværft in Munkebo gebaut. Sie gehört zur Division 22 der 2. Eskadre mit Heimathafen in Frederikshavn. Seit 2008 wurde sie regelmäßig zur Jagd auf Piraten im Indischen Ozean eingesetzt und gehört hierbei zu den erfolgreichsten Schiffen. Sie ist das Schiff, dass die meisten Piraten festgenommen hat.

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Das Modell

Der Bausatz der Absalon von NNT gehört zu den besten Resinbausätzen, die ich bisher gebaut habe. Der Bausatz enthält eine kleine Fotoätzteilplatine und zwei Abziehbilderbögen, die dem Modellbauer die Möglichkeit bieten, neben der Absalon (L16) auch das zweite Schiffe der Klasse, die Esbern Snare (L17), zu bauen. Eine detaillierte Besprechung des Bausatzes in Deutsch findet sich auf Modellmarine, eine detaillierte englisch-sprachige Besprechung findet sich auf Modelwarships.

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Kleinere Änderungen sind notwendig, um ein sehr gut aussehendes Modell zu bauen:
Ich benutzte einen Lynx aus Resin von WEM (Artikelnummer AS 7056) mit fotogeätzten Rotorblättern. Diesen modifizierte ich mit einem selbstgebauten Radar unterhalb der Nase, um die korrekte Version der Dänischen Marine darzustellen. Außerdem ist der Lynx an Backbord mit einem 12,7 mm-Maschinengewehr ausgerüstet, wie es zur Bekämpfung von Piraten verwendet wird. Alle Details des Hubschraubers bemalte ich mit einem schwarzen, 0,2 mm starken Sakura 30081 Pigma Micron Blister Card 005 Ink Pen.

Das (ausgebrachte) Fallreep (nicht als Fotoätzteil im Bausatz enthalten) und das gut detaillierte Beiboot (RHIB, Festrumpfschlauchboot) in der offenen Bucht an Backbord bilden zusätzliche Blickfänge am Modell. Die Kräne zum Aus- und Einbringen der RHIB sind im Bausatz enthalten. Die im Bausatz enthaltenen Harpoon-Zwillingsstarter ersetzte ich durch Vierlingsstarter. Um das Modell zu vervollständigen, baute ich die Antennen aus Ersatzsaiten für meinen Konzertflügel (0,12 mm Durchmesser) und ergänzte fotogeätzte Relings.

Am Heck des Schiffs gibt es zwei Tore. Das kleinere wird benutzt, um die Landungsboote aus- und einzubringen. Das größere Tor wird benutzt, um Fahrzeuge (bis hin zu Leopard 2-Kampfpanzern) mittels einer Rampe zu laden. Diese Rampe ist nicht im Bausatz enthalten. Allerdings können die Tore offen oder geschlossen dargestellt werden. Die Landungsboote (Storebro SB90E) des Bausatzes sind sehr gut detailliert. Um diese Details darzustellen, benutzte ich wieder einen Sakura 30081 Pigma Micron Blister Card 005 Ink Pen.

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Eine Übersicht der Änderungen und Ergänzungen, die ich durchgeführt habe:

  • Lynx-Hubschrauber aus Resin mit Fotoätzteilen von WEM (AS 7056)
  • vier Mk 141-Harpoon-Vierfachstarter von JAG Collective
  • Pianoseiten mit einem Durchmesser von 0,12 mm für die Antennen
  • fotogeätzte Rettungsringe (Eduard 17521)
  • fotogeätzte 12,7 mm-Browning-Maschinengewehre aus dem USN Modern Weapon II-Satz (Flyhawk 70085)
  • ein fotogeätztes 12,7 mm-Maschinengewehr an der Backbordseite des Lynx-Hubschraubers
  • zwei Salutgeschütze
  • fotogeätzte Relings (generischer Satz)

Um Details an Rumpf, Schornsteinen, Deckshäusern usw. zu betonen, verwendete ich den sehr hellen Vallejo Wash (bereits stark verdünnte Farbe). Wie immer benutzte ich einen Humbrol-Mattlack als Abschluss.

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Ich entschloss mich, das Modell in seiner natürlichen Umgebung, d.h. auf einer Wasserfläche, zu präsentieren. Als Basis verwendete ich eine Holzplatte. Den Wassereffekt erzeugte ich, indem ich Aquarellpapier mit 898 Dark Sea Blue und 868 Dark Sea Green von Vallejo bemalte. Darauf kamen zwei Schichten Glanzlack von Robbialac, den ich ansonsten nutze, um die hölzernen Böden und Türen zu Hause zu streichen. Dies ist eine einfache und billige Methode, die ein fantastisches und eindrucksvolles Ergebnis liefert. Um die Szene etwas auszulockern, habe ich eines der Storebro SB90E-Landungsboote längsseits an dem ausgebrachten Fallreep festgemacht.

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Fazit

Obwohl ich mehr als 50 Stunden brauchte, um das Modell fertigzustellen, kann ich sagen, dass das Modell problemlos zu bauen war. Für Fans von modernen Kriegsschiffen im Maßstab 1/700 ist dieser Bausatz ein Muss! Ein wirkliches Meisterwerk von NNT Modell + Buch!

Ayala Botto

(Übersetzt aus dem Englischen und Text über Original von Lars)