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Modell: HMS Snake
Hersteller: CalderCraft Ltd.
Maßstab: 1:64
Art. Nr.: 9002
Preis ca.: 330.-
 

Geschichtliches

Quelle: BOLITHO & CO. FORUM
Für die Briten ist eine "Sloop" kein Schiffstyp, sondern ein Zusammenhang zwischen einem nicht klassifizierten Seekriegsfahrzeug (Sie klassifizierten ihre Segelschiffe in 6 Ränge) und dem Range eines "Master and Commanders". Will man "Sloop" dagegen als einen Schiffstyp begreifen, so nennt man am besten einmastige, rahgetakelte Boote mit Gaffelsegel "Sloop" - auch heute noch.
Voraussetzung ist für eine "Sloop", von einem Commander befehligt zu werden. Im Laufe der britischen Geschichte nahm dies auch recht kuriose Züge an: So wurde etwa ein Felsen an der Küste der franz. Insel Martinique zu einer Sloop, weil man auf diesem eine Batterie unter dem Kommando eines Commanders installierte. Tatsächlich tauchte dieser Felsen - Diamond Rock ("HM Sloop Diamond Rock, 4 guns") - auch in der Navyliste als Sloop auf und steht in den Archiven des brit. Admiralität noch heute als Akteneintrag in der Rubrik "Wracks".
Sloops im aktiven Kriegsdienst waren zumeist Briggs und "kleine Vollschiffe".
Unterteilt in:

Typisches Beispiel für Briggsloops:
HMS CRUIZER (18): 100 ft lang, 30 ft 6in breit, 382 tonnen; 93 Offiziere und Mannschaften, 28 Marinesoldaten; Bewaffnung: 16x32-pfünder Karronaden, 2x6-pfünder.
Daneben gab es noch die Shipsloop – Gleich im Aufbau aber als Vollschiff getakelt. Bewaffnung: 12 bis 28 angegeben, tatsächlich bis 32 Geschütze.
Die Klassifizierung ist hier besonders schwierig: Zwar konnte eine Sloop als 28er klassifiziert sein, konnte aber nicht mehr als 18 lange Kanonen tragen (wenn mehr dann Karronaden und lange Kanonen), hätte sie 20 lange Kanonen, wäre sie klassifiziert gewesen - als 6th rate Große Shipsloops hatten daher meist Karronaden als Hauptbewaffnung. Wenn Langkanonen montiert waren, waren es lediglich 6-pfünder, was erklärt, warum man später bei fast allen Neubauten auf die Kanonen zu Gunsten von schwereren Karronaden verzichtete.
Typische "Shipsloop":
HMS SNAKE (Glattdeckssloop, "Rumpf" der Cruizer-brigsloop) (18): 100 ft lang, 30 ft 6in breit, 382 tonnen; ca. 110 Offiziere und Mannschaften, 28 Marinesoldaten; Bewaffnung: 16x32-pfünder Karronaden, 2x6-pfünder
Sloops hatten verschiedene Aufgaben: Im Flottenverband Versorgung und Nachrichtenübermittlung sowie Aufklärung. Ansonsten Unterstützungsaufgaben für Fregattenverbände, Küstenüberwachung und Geleitschutz. Selten als einzeln operierendes Kampfschiff eingesetzt.
Eine Sloop, auch wenn fast alle Autoren es so schreiben, ist nicht unbedingt schnell oder gar ein herausragender Segler. Tatsächlich waren britische Achterdecks-Shipsloops bekannt für in jeglicher Hinsicht schlechte Segeleigenschaften. Sie waren langsam und leegierig und waren bei schlechtem Wetter kaum zu gebrauchen. Gardiner umschreibt sie als "neither to fight, nor run away" Schiffe, was bedeutet, sie waren nicht stark genug um kleinere Fregatten bekämpfen zu können noch schnell genug um ihnen davon zu laufen. Im Verlaufe des Krieges wurden daher auch viele Shipsloops 74ern zum Opfer, weil diese einfach schneller waren.

Der Bausatz


Nach dem Öffnen der Box erkennt man den Umfang des Bauvorhabens:


Eines der wichtigsten "Bauteile" ist mit Sicherheit die Bauanleitung:


Zu dieser gehören noch 7 Baupläne in der Größe A2 und A1, die den Bau auch anhand der Detailzeichnungen sehr übersichtlich zeigen.
Für Plastikmodellbauer ist diese Kombination aus Bauanleitung und Plan mit Sicherheit etwas gewöhnungsbedürftig, für Holzmodellbauer aber Standard.
Kiel, Deck und Spanten wurden gelasert. Die Qualität der Bauteile ist ausgezeichnet:


Leisten für die Erst- bzw. Zweitbeplankung liegen dem Bausatz in guter Qualität und in ausreichender Menge bei. Dieses ist leider nicht bei jedem Bausatz so. Zusätzlich zeigt das Bild die Rundstäbe zum Bau der Masten und Rahen:


Die Bauteile für die Decks, Anker und Winden wurden ebenfalls gelasert. Auch hier kann man an der Ausführung nichts bemängeln:


Eine Extra Box enthält die zum Bau erforderlichen Klein- und Zurüstteile. Sie sind sauber verpackt sind und vor Beschädigungenausreichend geschützt:


Die folgende Detailaufnahmen zeigen die fast ausnahmslos eshr gute Qualität der Zurüstteile.
Bild 1 - Anker aus Weissmetall (mit feinem Grat)
Bild 2 - Belegnägel und einige Blöcke
Bild 3 - Karronaden (hier ist Nacharbeit erforderlich)
Bild 4 - Kupferplatten für den Unterwasserrumpf.



Ob die Kupferplatten in ausreichender Stückzahl vorhanden sind, wird sich aber erst beim Bau zeigen.
Auch eine Platine mit PE-Teilen in sehr guter Qualität gehört zum Umfang des Bausatzes:


2 Beutel mit 10 verschiedene Sorten Takelgarn und Ankertau gehören auch zum Lieferumfang des Bausatzes. Ob die Menge ausreichend ist, wage ich zu bezweifeln:

Fazit:


+ Wunderschönes Schiff
+ Sauber vorgelaserte Holzteile
+ Übersichtliche Anleitung
+ Gute Pläne
+ Leistenmaterial mehr als ausreichend
+ einfach CalderCraft !!!
- Weissmetallteile der Karronaden nicht sauber gegossen
- Lange Bauzeit (falls man das als Nachteil bezeichnen kann)
- evtl. Preis (schreckt sicher einige ab – wenn man ihn auf die Bauzeit umlegt, relativiert sich das aber)
Insgesamt betrachtet, handelt es sich um ein traumhaftes Modell, dass sicher jeden Cent und jede Stunde Bauzeit wert ist. Für einen Anfänger aber ist der Bausatz nicht geeignet.
Zum Abschluß zeige ich Euch noch ein Bild, der das Modell zeigt, wenn der Bau abgeschlossen ist:


Wir danken Philipp (Modellboard-Nick: Merkabach) für die Vorstellung des Bausatzes.