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I-121 Titelbild

Modell: IJN I-121 Class Submarine Minelayer
Hersteller: Masters of Military (auf Shapeways)
Maßstab: 1/700
Material: 3D-Druck (Smooth Fine Detail Plastic-Qualität)
Art.Nr.: - (L6PP9RX3A)
Preis: 11,85 €

Das Original

Das japanische U-Boot I-121 wurde ursprünglich 1924-27 als I-21 gebaut und war das Typschiff der KRS-Klasse, von der vier Boote gebaut wurden: I-21 bis I-24. Dies waren die einzigen U-Boote der Kaiserlich Japanischen Marine, die als Minenleger eingerichtet waren. Es waren hochseefähige Boote mit großer Reichweite, aber im Vergleich zu den Flotten- und Kreuzer-U-Booten über Wasser langsamer. Der Entwurf beruhte auf dem 1917-18 gebauten deutschen U-Boot U 125 des Typs  UE II, das Japan als Kriegsbeute erhielt und kurzzeitig bei der japanischen Marine als O1 diente. Die japanischen Boote der KRS-Klasse waren etwas länger, um die Reichweite zu vergrößern und sie tropentauglich zu machen. Dazu erhielt sie natürliche eine japanische Bewaffnung, also 53,3-cm-Torpedorohre statt 50 cm und ein 14-cm-Geschütz statt eines 15 cm. Für das Minenlegen waren achtern zwei Schächte mit 100 cm Durchmesser vorhanden. Diese Minenschächte verringerten den möglichen Platz für die Maschinen, weshalb sie langsamer ausfallen mussten (wie auch das deutsche Vorbild).

Von der Klasse wurden 1924-28 vier Boote gebaut, der Bau von zwei weiteren geplanten Booten wurde nicht durchgeführt. Die vier Boote wurde 1938 in I-121 bis I-124 umbenannt. Ab 1940 erhielten sie Flugbenzintanks auf Deck, um so Flugboote versorgen zu können. Die Bewaffnung und Minenlegkapazität wurde beibehalten. Die beiden überlebenden Boote wurden ab 1943 nur noch als Schulboote verwendet. Nur eines, I-121, überlebte den Zweiten Weltkrieg.

I-121 war 85,2 m lang, 7,5 m breit und verdrängte über Wasser 1383 t bzw. unter Wasser 1768 t. Der Antrieb erfolgte über Wasser mit zwei Dieselmotoren mit insgesamt 2400 PS, womit 14,9 kn erreicht wurden. Unter Wasser wurden über Batterien zwei Elektromotoren, die 1100 PS leisteten, angetrieben, womit 6,5 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 51 Mann.

Bewaffnung
1 x 14 cm L/40 Typ 11-Geschütz
4 x 53,3 cm Torpedorohre (insgesamt zwölf Typ 6 Torpedos)
42 Minen

I-21 wurde 1924-27 von Kawasaki in Kobe gebaut. Ihr erster Heimathafen war Kure. Am 9. März 1928 kollidierte sie bei Yokosuka mit dem Zerstörer Shiokaze, wobei beide leicht beschädigt wurden. Im Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg diente sie zur Blockade der chinesischen Küste. 1938 landete sie mit ihrem Schwesterschiff I-22 Truppen in der Shantung Provinz. Noch im gleichen Jahr wurde sie in I-121 umbenannt, um ihre Nummer für ein neues Kreuzer-U-Boot des Typs B1 frei zu machen. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs legte I-121 mit ihrer Schwester I-122 Minen vor Singapur und patrouillierte danach im Bereich der Philippinen. Im Januar 1942 legte sie erneut Minen und wurde danach in der Timorsee eingesetzt. Am 21. Januar wurde sie bei Darwin wahrscheinlich von den Zerstörern USS Alden und USS Edsall sowie den Korvetten HMAS Deloraine und Katoomba mit Wasserbomben angegriffen und beschädigt. Im Februar diente sie als Wetterschiff zur Unterstützung des japanischen Angriffs auf Darwin, im Mai und Juni zur Unterstützung der Operation MI, der japanische Angriff, der in der Schlacht von Midway scheiterte. Im August patrouillierte sie bei Guadalcanal. Dort verfehlte sie am 22. August den Flugzeugträger USS Enterprise mit einem Torpedo. Am 27. August wurde sie auf der Suche nach der in der Schlacht bei den Ost Salomonen beschädigten USS Enterprise auf der Oberfläche von zwei Dauntless-Sturzkampfbombern angegriffen und beschädigt. Nach Reparaturen in Kure wurde sie ab Dezember 1942 von Rabaul und Truk aus eingesetzt, überwiegend für Versorgungstransporte nach Lae (Marshallinseln). Im September 1943 wurde sie vom Frontdienst zurück gezogen und diente danach von Kure aus als Schulboot. Sie überlebte dort den Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde sie am 30. April 1946 mit dem U-Booten RO-68 und RO-500 in der Wakasa Bucht versenkt. Das Wrack wurde im Juni 2018 gefunden und erforscht.

Der Bausatz

Die I-121 von Masters of Military wird bei Shapways als ein Teil gedruckt. Tatsächlich sind aber das Bordgeschütz ein extra Teil, was mit einem kleinen Rahmen auf das Vorderdeck gedruckt ist. Unter dem Turm findet man in der Wasserlinienplatte noch die Teile für die Periskope, wobei drei beigefügt sind, aber nur zwei gebraucht werden.

Das Modell ist sehr fein detailliert und braucht nur minimal Nacharbeit. Soweit ich es anhand der wenigen mir vorliegenden Fotos und Zeichnungen beurteilen kann, ist das Modell von den Abmessungen und der Form sehr vorbildgetreu.

I-121 (1/700) I-121 (1/700) I-121 (1/700)
I-121 (1/700) I-121 (1/700) I-121 (1/700)

Bei meinem Exemplar ist leider der Bug beschädigt - was nicht durch den Druckprozess verursacht wurde, sondern durch einen "Tauchversuch" von einem Schemel, auf dem das Modell eigentlich etwas der Sonne ausgesetzt werden sollte, um eventuell nicht komplett auspolymerisierte Kompenenten mittels des UV-Lichts auszuhärten.

Es wird keine Anleitung mitgeliefert. Man kann sich an der farbigen Ansicht auf Shapeways (siehe auch Titelbild) für den Zusammenbau der wenigen Teile orientieren. Es gab einige Modifikationen, z.B. hatte sie ursprünglich zwei hohe Antennenmasten und eine Netzsäge am Bug. Dazu hatte sie auf dem Vorschiff einen kleinen Kran. Diese Details müssen nach Fotos ergänzt werden. Ab 1940 hatte sie die Tanks für Flugbenzin auf Deck. Der Anstrich war zumindest in den 1930ern zeitweise grau. Eventuell wurde sie später schwarz gestrichen. Im Januar und Februar 1944 wurde I-121 für Tests von Tarnschemen verwendet, wobei sie das Schema Nr. 5 erhielt (ein grau-grünes Tarnmuster?). Dieses wurde erst auf Rumpf und Turm aufgetragen, im Februar dann auch auf die Decks ausgeweitet.

Hier gebaute Modelle von Hendrik Schütte.

Quellen

Fazit

Masters of Military hat das erste Modell der japanischen Minenleg-U-Boot der KRS-Klasse (I-21- bzw. I-121-Klasse) herausgebracht. Das Modell ist sehr gut detailliert. Es besteht nur aus wenigen Teilen. Weitere Details muss man in Eigenregie, je nach gewünschten Bauzustand, ergänzen. Das Modell eignet sich wegen der guten Qualität und des geringen Preis auch gut als Einstiegsmodell, um einmal 3D-gedruckte Teile auszuprobieren.

empfehlenswert

Lars