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21.-27.05.1941 - 80 Jahre Unternehmen Rheinübung

 

Sinkendes Schlachtschiff Bismarck (1/350)


Dieses Diorama des sinkenden Schlachtschiffs Bismarck hat Engbertus Backer mit Hilfe des Bausatz von Revell im Maßstab 1/350 (Vorstellung der Testspritzlinge und Besprechung der Platinum Edition) und verschiedenen Fotoätzteilen gebaut. Engbertus hat sinngemäß geschrieben:

"Ich habe die Beschreibungen der Zerstörungen aus dem Buch von Burkard Freiherr von Müllenheim-Rechberg, der in der Tiefe des hinteren E-Messgerätes B (er hatte das Kommando über das schwere achtere Artillerie-Entfernungsmessgerätgearbeitet), dessen Turm weggeschossen wurde. Er beschreibt, dass die meisten 15-cm-Geschützrohre weggeschossen waren und auch von Turm D ein halbes Rohr. Von Turm B wurde die Rückwand weggeschossen. Auch die Flak wurde teils von Bord gefegt. Es gab keine Überlebenden in der vorderen Schiffshälfte und Herr Müllenheim-Rechberg hat dann als höchster übriggebliebener Offizier das Kommando über die restliche Mannschaft übernommen, sie in den Beschußschatten des Turm Cäsar beordert und dort gewartet bis das Oberdeck weiter absackte um dann von Bord zu springen. Der erste Treffer ging vorne durch den Bug und andere Seite wieder raus."

Sinkendes Schlachtschiff Bismarck (1/350)


Weitere Quellen:

Sinkendes Schlachtschiff Bismarck (1/350)


Man muss einfach dazu sagen, dass die im Diorama dargestellten Beschädigungen teils stärker sind, als es sich aus den Untersuchungen von Robert D. Ballard am noch existierenden Rumpf und den noch vorhandenen Fragmenten der Aufbauten nachweisen lässt.

Burkard Freiherr von Müllenheim-Rechberg und Josef Statz haben aus der Erinnerung über die Schäden berichtet, wie sie sie individuell erlebt haben. Die verfügbaren Angaben weichen teilweise voneinander ab. Offizielle Bilder der Kriegsmarine oder der Royal Navy gibt es nicht.  Über die Beschädigungen an den am Wrack nicht mehr vorhandenen Aufbauten kann man im Nachhinein daher zu einem gewissen Grad nur spekulieren.

In Warship heißt es, dass Bismarck 300 - 400 Treffer bei 2.871 abgefeuerten Schüssen sowie drei Torpedotreffer von HMS Dorsetshire erhalten hat. Eine große Anzahl traf die vorderen Aufbauten, die komplett zerstört wurden. Die Überlebenden gaben an, dass der meiste Schaden durch HMS Rodney verursacht wurde, aber es gibt dafür wenig Beweise. HMS Dorsetshire erzielte mit den 20,3-cm-Granaten ebenfalls eine große Anzahl Treffer an den Aufbauten.

Auf die Frage: "Versenkten die Briten die Bismarck" oder "versenkten die Deutschen ihr Schiff selbst" lautet die Antwort der Autoren aus dem Warship-Artikel bei beiden Fragen: "Ja". Der Befehl zur Selbstversenkung wurde um 09:30 Uhr gegeben und es dauerte wohl eine Zeit bis die Maßnahmen griffen. Auch ohne dieses Zutun war die Bismarck zu diesem Zeitpunkt aber bereits dem Untergang geweiht. Die erlittenen Schäden allein hätten wohl nur ein langsameres Sinken verursacht. Oftmals liest man, dass von britischer Seite die erfolgreiche Versenkung in Anspruch genommen wird, während die deutsche Seite überwiegend auf die Selbstversenkung verweist. Die letzten Unterwasseruntersuchungen - ich meine vom Titanic-Regisseurs James Cameron - deuteten darauf hin, dass die Torpedoschotts noch intakt waren und geben somit eher der deutschen Version Recht. Malte Gaack und Ward Carr schreiben in der Einleitung ihrer herausragenden Buchreihe "Schlachtschiff Bismack - Das wahre Gesicht eines Schiffes" sehr diplomatisch: "10:40 Uhr - Die Bismarck sank nach Selbstversenkungsmaßnahmen und Torpedotreffern der HMS Dorsetshire." Die immer wieder geführte Diskussion hat vielleicht auch etwas mit (falschem) National-Stolz zu tun. Viel wichtiger ist das würdevolle Gedenken an die 1.415 Besatzungsmitglieder die beim Untergang der Hood ihr Leben verloren haben sowie die 2.145 auf See geblieben Besatzungsmitglieder der Bismarck.

Sinkendes Schlachtschiff Bismarck (1/350)


Engbertus Backer hat die düsteren letzten Momente der Bismarck 15 Minuten vor dem Untergang in seiner Version als Kunstwerk dargestellt.

Stefan Heimpel