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Schwerer Kreuzer St. Paul und Lenkwaffenkreuzer USS Chicago (1/700)

Das Original

Die Schweren Kreuzer der Baltimore-Klasse waren die ersten Schweren Kreuzer der US Navy, die nicht unter den Bestimmungen und Restriktionen des Flottenvertrages von Washington entworfen und gebaut wurden. Noch vor Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg begannen die Entwurfsarbeiten zur Baltimore-Klasse parallel zu den Planungen und Entwürfen eines neuen Leichten Kreuzers, der späteren Cleveland-Klasse. Der Entwurf der Baltimore-Klasse folgte dem letzten Kreuzer der US Navy, der noch unter den Bedingungen des Flottenvertrages gebaut wurde, der USS Wichita. Zu dieser wies der Entwurf viele Ähnlichkeiten auf, war aber deutlich größer. Es wurden insgesamt 14 Einheiten der Baltimore-Klasse gebaut und in Dienst gestellt, einige Einheiten erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die ersten vier Einheiten der Klasse - Baltimore, Boston, Canberra und Quincy - unterschieden sich in mehreren Bereichen von den restlichen zehn Einheiten. Das auffälligste Merkmal war hierbei, dass die ersten vier Einheiten zwei Flugzeugkräne auf dem Achterschiff erhielten und die folgenden lediglich einen. Dies führte dazu, dass die Form des Hecks sich leicht unterschied. Viele Details im Bereich der Brücke, der Radarausrüstung und der Bewaffnung wurden teilweise noch während der Bauzeit oder im Verlauf des Krieges geändert.

Schwerer Kreuzer USS Baltimore 1943 (1/700)


Die ersten vier Einheiten der Klasse kamen in der zweiten Hälfte des Jahres 1943 in Dienst und nahmen fortan an Kampfhandlungen teil.

Von den folgenden zehn Schiffen kamen lediglich die Pittsburgh und die St. Paul noch rechtzeitig in Dienst, um an Kampfhandlungen im Pazifik teilzunehmen. Der Rest der Klasse sah keine operativen Einsätze mehr im Pazifik.

Die Fall River (CA-131) war das Schiff der Klasse mit der kürzesten Dienstzeit überhaupt. Am 01.07.1945 in Dienst gestellt wurde sie bereits am 31.10.1947 zur Reserveflotte überführt und nie wieder in Dienst genommen.

Die restlichen Einheiten sahen sehr unterschiedliche Dienstzeiten in den nächsten beiden Jahrzehnten.

Nach Ende des zweiten Krieges wurden die meisten Einheiten zunächst nach und nach außer Dienst gestellt, um dann mit Beginn des Koreakrieges wieder in Dienst zu kommen.

Schwerer Kreuzer USS Baltimore 1954 (1/700)


Von den ersten vier Einheiten wurden die Baltimore und die Quincy nur für wenige Jahre während des Koreakrieges aktiv verwendet. Beide Schiffe wurden bereits 1954 und 1956, ohne große Modifikationen erhalten zu haben, wieder außer Dienst gestellt.

Die Boston und die Canberra wurden auserwählt, um zu den ersten Lenkwaffenkreuzern der Klasse umgebaut zu werden. Beide Einheiten blieben so bis 1970 in Dienst.

Die Columbus und die Chicago wurden mit ihrer Halbschwester, der Albany (Oregon City-Klasse), radikal umgebaut. Alle Aufbauten und Bewaffnung wurden bis zum Hauptdeck entfernt und durch eine vollkommen neue zur damaligen Zeit state of the art-Bewaffnung und Aufbauten aus Aluminium ersetzt. Dies gab den drei Schiffen ein vollkommen neues Aussehen und Erscheinungsbild. Diese drei Schiffe blieben so bis Ende der 70er Jahre in Dienst und die Albany und Chigago wurden als letzte ihrer Klasse 1980 außer Dienst gestellt.

Schwerer Kreuzer USS St. Paul und Lenkwaffenkreuzer USS Chicago (1/700)


Bis auf die Anfangs erwähnte Fall River sahen die restlichen Einheiten der Klasse eine intensive Dienstzeit in den 50er und Anfang 60er Jahren.

Hierbei sind die St. Paul, die Los Angeles und die Helena besonders zu erwähnen. Diese drei Einheiten verblieben am längsten als „Flottenflagschiffe“ in Dienst: Die Los Angeles und die Helena bis 1963 und die St. Paul bis 1971. Diese drei Einheiten erhielten ab ca. 1960 anstatt ihres vorderen Pfahlmastes einen neuen schwereren Pylonmast, um neue Radarelektronik aufnehmen zu können.

Schwerer Kreuzer USS Los Angeles 1954 (1/700)


Die restlichen Einheiten Bremerton, Macon und Toledo wurden bereits 1960 außer Dienst gestellt.

Schwere Kreuzer USS Toledo und USS Rochester 1960 (1/700)


Ab Mitte der 1950 Jahre erhielten die im Dienst verbliebenen Schiffe der Klasse eine neue verglaste Brücke, um mehr Raum und Komfort für die Schiffsführung zu schaffen. Ab dieser Zeit führten alle verbliebenen Einheiten das neue Luftabwehrgeschütz 7,6 cm L/50, welches die 40-mm-Boforskanonen ersetzte. Die Anzahl der Geschütze variierte und verminderte sich mit der Zeit.

Leider wurde kein Schiff dieser Klasse erhalten.

Bausätze der Baltimore-Klasse

Anfangs gab es lediglich box-scale-Bausätze der Klasse. Lindbergh, Aurora und Revell sind hier zu nennen. Die meisten dieser Modelle erschienen in den 50er und 60er Jahren auf den Markt und werden zum Teil bis heute immer wieder mal angeboten.

Im Maßstab 1/700 erschienen erst 1993/94 zwei Resinbausätze von PitRoad/Waveline. Es waren die Baltimore und Pittsburgh im Zustand gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.

Ende der 90 Jahre (1999) erschienen dann von Trumpeter die ersten Spritzgussmodelle der Klasse. Bis zum heutigen Zeitpunkt im Wesentlichen drei Zustände: USS Baltimore zum Zeitpunkt der Indienststellung 1943 (Bausatzbesprechung); USS Baltimore 1944 (Bausatzbesprechung) und die USS Pittsburgh 1944 (Bausatzbesprechung).

Der erste Bausatz der Baltimore 1943 gibt tatsächlich nur den Ausrüstungszustand der ersten Wochen des Schiffes wieder. Die Baltimore wurde bereits vor ihren ersten Einsatz in mehreren Bereichen modifiziert.

Bis heute ist kein weiterer Bausatz im Maßstab 1/700 der Klasse mehr erschienen, zumindest kein Bausatz, der die Klasse zum Zeitpunkt des Zweiten Weltkrieges darstellt.

Von der Firmen Niko Model und Orange Hobby erschienen darüber hinaus Resinbausätze der Boston und Canberra (Bausatzbesprechung) als Lenkwaffenkreuzer.

Die Totalumbauten der Columbus, Chicago und Albany erschienen als Resinbausätze von Jim Shirley und JAG in den späten 90er Jahren und später von der Firma Dragon als Spritzgussbausatz.

Steve Larson von Modelmonkey hatte sich vor einigen Jahren daran gegeben und einen Umbausatz für den Brückenaufbau entworfen, der den Bauzustand der Klasse ab 1955 darstellt. Dieser Umbausatz wurde von ihm noch dahingehend modifiziert, so dass man nun entweder die St. Paul (Bausatzbesprechung), die Los Angeles oder einen der Kreuzer ohne Pylonmast (Bausatzbesprechung) bauen kann. Viele weitere Details der Klasse kann man durch Zurüstsätze von Modelmonkey verbessern und ersetzten. Hierbei sind vor allem die 20,3-cm-Türme und die 12,7-cm-Türme zu erwähnen.

Die Modelle

Nachdem ich vor vielen Jahren zunächst eine ganze Reihe der Kreuzer im Bauzustand 1944/45 aus den Resinbausätzen von Waveline gebaut hatte, reizte mich das Thema schon lange erneut und ich wollte einige Schiffe der Klasse bauen, wie sie im Bauzustand der 50er und 60er Jahre waren.

Hier kamen mir die Umbausätze von Modelmonkey entgegen, die ich ausgiebig nutze.

USS Baltimore 1943

Als Ausgangspunkt baute ich daher zum einen die USS Baltimore von Trumpeter im Bauzustand der Indienststellung (1943).

USS Baltimore 1954

Die USS Baltimore aus einem Resinbausatz von Waveline (Baltimore 44) im Zustand 1954.

 

USS Toledo und USS Rochester 1960

Die USS Toledo (Bausatz Pittsburgh 1944 von Trumpeter plus Umbausatz von Model Monkey) mit der USS Rochester (Resinbausatz der Oregon City 1945 von Niko Model) im Bauzustand 1960.

 

USS Los Angeles 1961/62

Die USS Los Angeles (Pittsburgh 1944 von Trumpeter plus Umbausatz von Model Monkey) im Zustand 1961/62

 

 

USS St. Paul und USS Chicago 1969

Die USS St. Paul (Pittsburgh 1944 von Trumpeter plus Umbausatz von Model Monkey) und die USS Chicago (Resinbausatz der Firma Jim Shirley) im Zustand 1969.

 

 

Die meisten der o.a. Bausätze stellte ich in Dioramen zusammen.

Christoph Mentzel