Titel: Tailships. The hunt for Soviet submarines in the Mediterranean, 1970-1973. Europe@War Series No.38
Autor: John Rodgaard
Verlag: Helion & Company
Erscheinungsjahr: 2023
ISSN: 978-1-914377-09-9
Umfang: 80 Seiten mit vielen Schwarz-Weiß-Fotos und einigen farbigen Profilen
Preis: 16,95 Britische Pfund, ursprünglich 19,95 Britische Pfund (beim Verlag)
Inhalt
Dieses Heft der Europe@War-Serie beschreibt den Einsatz von drei Fregatten (damals als Geleitzerstörer klassifiziert) der Dealey-Klasse - USS Hammerberg, USS Courtney und USS Lester - im Mittelmeer. Die drei Schiffe waren modifiziert worden, um einen neuen passiven Schleppsonar zu testen und mit diesen sowjetische U-Boote im Mittelmeer aufzuspüren. Das Heft hat aber nicht nur den Einsatz dieser Schiffe 1970-73 zum Thema, sondern die Entwicklung des passiven Schleppsonars bei der US Navy insgesamt.
Die verschiedenen Kapitel behandeln die Entwicklung der U-Jagd-Methoden; die Entwicklung des passiven Schleppsonars vom Ersten Weltkrieg bis in die 1970er; die Ausrüstung der drei Fregatten mit dem Schleppsonar (Interim Towed Array Surveillance System, ITASS); die Bedingungen im Mittelmeer und die damalige sowjetische Mittelmeerflotte; die Ankunft der drei Fregatten in Neapel und welche Schiffe der US Navy noch dort stationiert waren; die Planung der Einsätze, die ersten Tests des Sonars und die folgenden Einsätze bis hin zur Rückkehr der Fregatten und ihre Außerdienststellung sowie die Weiterentwicklung der Sonars zur Seeraumüberwachung ab den 1970ern. Der Text ist interessant. Kapitel über die Geschichte der Schiffe, ihrer Einsätze, ihrer Besatzungen und Familien wechseln sich mit Kapiteln ab, die die militärischen und technischen Hintergründe erklären. Der Autor des Hefts war bei der US Navy und damals selbst im Einsatz. Aber auch die Hintergründe sind gut erklärt. Ich habe hier überraschend auch etwas über die Geschichte eines Forschungsschiffs, Sir Horace Lamb, gefunden, das an der Entwicklung dieses Sonars beteiligt war - als ich 2018 ein Modell gebaut hatte, hatte ich über diesen Teil ihrer Verwendung nur wenig gefunden.
Illustriert ist das Heft mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos, die die verschiedenen beteiligten Schiffe zeigen - sowohl der US Navy, als auch der sowjetischen Marine. Es sind allerdings überraschend wenige Fotos der beteiligten Fregatten der Dealey-Klasse enthalten. In der Mitte des Hefts findet man farbige Profile der sowjetischen U-Boote der Projekte 641 (Foxtrott), 651 (Juliett), 671 (Victor I) und 670 (Charlie I). Dazu kommt eine farbige Seitenansicht von USS Courtney (DE-1021) mit passiven Schleppsonar. Courtney hatte damals den Weapon Alpha-Starter nicht mehr, aber vergrößere Aufbauten, um als Flaggschiff zu dienen. Achtern war das 7,6-cm-Geschütz entfernt und durch den Sonar ersetzt. Eine weitere farbige Seitenansicht zeigt das Aussehen von USS Hammerberg (DE-1015). Hammerberg (wie auch USS Lester, DE-1022) hatte ein Flugdeck und einen Hangar für DASH-Drohnen erhalten, die aber damals nicht mehr an Bord waren. Der Hangar war für die Unterbringung der Besatzung sowie für die Lagerung für Vorräten umgebaut worden. Auch auf Hammerberg war damals der Weapon Alpha-Starter und das achtere 7,6-cm-Geschütz entfernt, achtern stattdessen der Schleppsonar installiert worden. Ein kleiner Ausschnitt zeigt das Achterschiff der Lester im ursprünglichen Zustand mit 7,6-cm-Geschütz und Wasserbomben. Außerdem ist eine farbige Karte des Mittelmeers enthalten.
Vorne im Heft ist noch ein Abkürzungsverzeichnis, hinten ein Literaturverzeichnis und Anmerkungen enthalten.
Im Maßstab 1/700 gibt es von den Fregatten (Geleitzerstörern) der Dealey-Klasse einen Bausatz der USS Cromwell von Niko Model (Ursprungszustand mit Weapon Alpha und zwei 7,6-cm-Zwillingen) und von der USS Dealey von SSModel (Ursprungszustand, aber mit Squid-Werfer und deshalb mit etwas anderen Aufbauten vor der Brücke als sie alle anderen Schwesterschiffe hatten). Der Bausatz von Niko Model dürfte weniger Umbauten erfordern als der von SSModel, wenn man eines der Schiffe in den 1970ern im Mittelmeer darstellen will. Pläne der Hammerberg im Zustand mit Flugdeck und Hangar für Dash-Drohnen als Orientierung für den Umbau von ihr oder Lester gibt hier.
Fazit
Dieses Heft über den Einsatz von drei Fregatten der Dealey-Klasse im Mittelmeer, um einen passiven Schleppsonar zu testen, ist interessant zu lesen. Man findet hier sowohl die Hintergründe zu verschiedenen Methoden der U-Jagd, der Entwicklung des passiven Schleppsonars und zum Kalten Krieg in der damaligen Zeit im Mittelmeer, als auch eine Beschreibung der Einsatz der Schiffe. Als Modellbauer hätte man sich nur etwas mehr Fotos von den drei Schiffen der Dealey-Klasse selbst gewünscht. Insgesamt ist das Heft
empfehlenswert
Lars