„what if … was wäre gewesen wenn … ?“ Tja, was wäre gewesen, wenn die Japaner im Pazifikkrieg 1941 bis 194545
- etwas mehr Glück gehabt (z.B. in Pearl Harbour auch die Flugzeugträger anwesend gewesen wären oder in Midway einige Entscheidungen anders getroffen worden wären)
- ihr Expansionsstreben einer sorgfältigen, strategischen Bestandssicherung rohstoffreicher Eroberungsgebiete untergeordnet
- rechtzeitig mehr auf Flugzeugträger und U-Boot-Abwehr statt auf Monster-Schlachtschiffe gesetzt
- mehr Gewicht auf eine nachhaltige Ausbildung und Förderung von Marinepiloten und Fachkräften gelegt hätten … ?!?
Diese Gedanken kamen mir, als ich nach der Neugestaltung meiner Bastelwerkstatt ein paar überzählige Modelle japanischer Schiffe in den Händen hielt. Es waren die Modelle von Schiffen, die in der Endphase des Pazifikkrieges durch kaum noch vorhandene U-Boot- und Luft-Abwehr, schlecht ausgebildetes Personal, Mangel an Flugzeugen und Piloten und/oder fehlenden Treibstoff und Munition versenkt oder nicht mehr rechtzeitig für effektive Einsätze fertig wurden oder nicht mehr verwendet werden konnten.
Als ich also überlegte, ob ich die Modelle verkaufen sollte, kam mir die Idee, sie zu bauen und als eine „what if“-Trägerkampfgruppe, versetzt ins Frühjahr/Sommer 1945, in einem kleinen Diorama zu präsentieren.
Wenn also die Dinge etwas anders verlaufen wären, meine o.g. Fragen alle zu Gunsten der Japaner entschieden worden wären, dann hätten sich diese Schiffe evtl. 1945 in voller Kampfkraft den Alliierten entgegenstellen können, so wie hier dargestellt. Ob das am Ende gereicht hätte, den Krieg doch noch zu gewinnen, darf bezweifelt werden. Wahrscheinlich hätte es ihn lediglich noch etwas in die Länge gezogen – mit all seinen schrecklichen Konsequenzen …
Auf dem Diorama versammelt sind die folgenden Schiffe:
Flugzeugträger
Taiho (Tamiya)
Am 19. Juni 1944 nur dreieinhalb Monate nach Indienststellung in der Phillipinen See nach U-Boot-Torpedotreffern aufgrund fehlerhaftem Schadensmanagement (unerfahrene, schnell und schlecht ausgebildete Mannschaft) explodiert und gesunken.
Junyo (Tamiya)
Nachdem sie an mehreren See-/Luftschlachten teilgenommen hatte und zu den wenigen Schiffen gehörte, die nicht versenkt wurden, lag sie nach Torpedotreffern schwer beschädigt ab 9. Dezember 1944 in Nagasaki und konnte mangels Ersatzteilen, fachkundigem Personals, Treibstoff, Flugzeugen und Piloten bis Kriegsende nicht mehr repariert und einsatzfähig gemacht werden.
Schwerer Kreuzer
Maya (Fujimi)
Sie gehörte zu einer Flotte, die am 22. Oktober 1944 Brunei mit Kurs Palawan verlassen hatte. Die Großkampfschiffe waren in zwei Kolonnen gruppiert. Die Steuerbordkolonne, geführt von Myoko, gefolgt von Haguro, Maya und den Schlachtschiffen Yamato und Musashi, war nach außen durch vier Zerstörer abgeschirmt. Der Verband fuhr Zick-Zack-Kurse, um U-Boot-Angriffe zu erschweren. Das amerikanische U-Boot Dace hatte den Verband am Morgen des 23. Oktober entdeckt, und sein Kommandant hielt die Maya irrtümlich für ein Schlachtschiff. So ließ er die Myoko und die Haguro passieren und schoss einen Torpedofächer auf den Schweren Kreuzer ab und traf die Maya mit drei Torpedos. Die Maya entwickelte sofort eine starke Schlagseite und wurde, nur zehn Minuten nach den Treffern, durch eine schwere Explosion zerstört und versenkt.
Zerstörer
Hatsuyuki (Tamiya)
Am 17. Juli 1943 wurde die Hatsuyuki vor Buin an der Südküste Bougainvilles vor Anker liegend von alliierten Flugzeugen angegriffen. Eine Bombe traf das hintere Munitionsdepot, das sofort explodierte und zur Versenkung des Schiffes im seichten Wasser führte. Am 5. Oktober 1943 erfolgte die Streichung des Schiffes aus dem Marineregister.
Hibiki (Yamashita Hobby)
Die Hibiki nahm an vielen Operationen von Kriegsbeginn an teil. Ab dem 25. Januar 1945 blieb sie in japanischen Heimatgewässern. Im Mai wurde sie der Ersten Geleitflotte zugeteilt und in den Marinedistrikt Kure verlegt, wo sie bis zur Kapitulation Japans als Wachschiff blieb. Nach Kriegsende wurde sie entmilitarisiert und als Repatriierungsschiff eingesetzt und am 5. Oktober 1945 von der Marineliste gestrichen. Am 5. April 1947 wurde Hibiki in Nachodka als Kriegsbeute an die Sowjetunion übergeben.
U-Kreuzer
I-400 (Hobby Boss)
Die zur I-Klasse, den größten je gebauten U-Booten mit konventionellem Antrieb, gehörende I-400 war eins von drei fertig gestellten Unterwasser-Flugzeugmutterschiffen/-Flugzeugträgern, die dazu verwendet werden sollten, mit ihren an Bord befindlichen Stukas im Juli 1945 den amerikanischen Flottenstützpunkt Ulithi anzugreifen. Zur Umsetzung des Plans kam es durch die vorher stattfindende Kapitulation Japans nicht mehr. Die I-400 wurde, wie die anderen Boote auch, an die Amerikaner übergeben, die sie in die USA schleppten, untersuchten und sie dann schließlich als Zielschiff zu versenken.
Alle Modelle wurden aus dem Karton gebaut, mit ein paar Ätz- und Zurüstteilen verschiedener Hersteller oder aus der Grabbelkiste ergänzt und mit gezogenem Gussast getakelt; bemalt, wie immer, mit dem Pinsel und Revell-Emailfarben.
Die Meeresoberfläche habe ich, ebenfalls wie immer, mit fein gekörnter Rauhfasertapete und Pappmachée geformten Bug- und Heckseen hergestellt, die dann mit Plakafarben und mehreren Schichten hochglänzenden Klarlacks gestrichen wurden.
Thomas Träger



















