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Baubericht "Sopwith Ship's Camel" (Roden, 1/72) - Teil 1 Drucken
Donnerstag, 18. März 2010 um 07:00
Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1

Der Bausatz von Roden verspricht auf den ersten Blick eine Menge Bastelspass; die Teile sind sehr fein gestaltet und praktisch perfekt gegossen. So fallen beispielsweise die dünnen Tragflächen oder der detaillierte Motor positiv auf. Ob die Passgenauigkeit auch solch hohe Standards erreicht?

Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1

Zuerst begann ich mit der Innenseite des Rumpfes. Dieser wurde mit Acryl ocker von Revell dargestellt. Der untere Rumpf stammt von einer Albatros D.III (ebenfalls von Roden), die ich parallel dazu baue. Der Grössenvergleich zeigt die Grösse der Ships Camel.

Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1

Die beiden Rumpfhälften sind nun fertig bemalt; die Holzstruktur wurde mit Ölfarbe dargestellt. Mit einem breiten, harten Pinsel aufgetragen und nach ca. 15 Minuten wieder teilweise entfernt, entsteht so die typische Holzmaserung. Der Vorderteil wurde mit dem Pinsel bemalt (Tamiya Acryl, Aluminium).

Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1

Das Cockpit ist für diesen Massstab gut wiedergegeben. Es ist ein einfacher Steuerknüppel vorhanden, und hinter dem Sitz ist der Treibstoff- und Öltank sichtbar. Die Gurte entstanden aus bemaltem Tamiya-Tape. Geätzte Gurte von Eduard hätten sicherlich besser ausgesehen, aber bei der kleinen Cockpitöffnung wird nicht mehr viel davon zu sehen sein, also habe ich darauf verzichtet.

Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1

Der Motor ist ein kleines Highlight: fast perfekt (nur ein Rohr ist nicht ausgegossen) und extrem filigran. Bemalt wurde auch er mit Tamiya Aluminium, und anschliessend wurde ein Ölfarbenwashing aufgebracht, um die Tiefen etwas zu betonen.

Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1

Das Instrumentenbrett wurde wie der Rumpf mit Acryl und Ölfarbe bemalt. Die Zifferblätter wurden mit schwarz ausgemalt, und die Zeiger mit einem dünnen Pinsel aufgetragen. Am Schluss wurden die Gläser mit einem kleinen Tropfen Glanzlack simuliert.

Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1

Der Rumpf, fertig zusammengesetzt. Es erstaunt, was Roden in diesem kleinen Massstab fertig gebracht hat. Die Passgenauigkeit soweit war sehr gut. Den unteren Flügel könnte man sogar ohne Leim befestigen. In die richtige Position geklemmt hält er alleine durch seine Spannung!

Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1 Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1 Baubericht Sopwith Ship's Camel (Roden, 1/72)  - Teil 1

Der Propeller entstand in der bewährten Arbeitsweise: zuerst kam eine ockerfarbige Grundierung, und danach wurden mit einem dunkelbraun die Schichten aufgemalt. Dazu verwende ich einen dünnen Pinsel und stark verdünnte Farbe. Wichtig ist, dass die Schichten von der Seite gesehen gerade Linien bilden. Der Streifen muss also dort breiter gemalt werden, wo die Blattsteigung kleiner ist (=aussen). Um die Kontraste etwas abzuschwächen wurde am Schluss mit dem dunkelbraunen Farbton darübergenebelt. Das rechte Bild zeigt den fertigen (aber noch unlackierten) Propeller.

Ein leidiges Thema bei den Doppeldeckern ist die Verspannung. In 1:48 ist das Problem noch relativ gut lösbar, aber in 1:72 kann das dem einen oder anderen Abschreckung genung sein, dass er die Finger davon lässt (oder ein Fokker-Modell baut, die ja praktisch ohne Verspannung auskommen...).

Ich wollte einmal versuchen, die Spannösen aus dünnem Kupferdraht zu zwirbeln. Dazu verwendete ich normalen dünnen Kupferdraht aus einem flexiblen Kabel (Achtung: Kabel unbedingt vorher ausstecken ;) ), den ich mit einen eingespannten 0.5mm-Stahldraht drehte. Mit einem Nagelklip kann man die entsprechende Länge abgeschneiden. Die Befestigungslöcher in den Tragflächen wurden mit einem 0.3mm-Bohrer gebohrt. Um nicht durch den Flügel zu bohren, muss man regelmässig den Flügel zur Kontrolle gegen eine starke Lichtquelle halten. Wenn ein scharf begrenzter, heller Punkt gegen das Licht sichtbar ist, ist das Loch tief genug. Die Ösen wurden mit Sekundenkleber in die Löcher geklebt. Trotz der Filigranität ist das Stabil genug; Versuche an einem anderen Flügel haben jedenfalls Zugkräfte weit über 100 gramm ausgehalten! Das sollte ausreichend sein. Kleiner Tipp: wenn man nur einen dünnen Flügel hat, so kann man versuchen, die Löcher schräg anzubohren, damit wird die wirksame Klebefläche vergrössert.

Im nächsten Teil werde ich mich vertieft mit der Verspannung auseinandersetzen.

Alex