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Französische Fregatte La Fayette (1/700, L'Arsenal) von Ayala Botto Drucken
Montag, 20. April 2015 um 05:00

Das Original

Die Fregatte La Fayette (F 710) der Marine nationale, der französischen Marine (auch als La Royale bekannt), wurde nach dem Marquis de Lafayette benannt. Sie ist das Typschiff einer Klasse von fünf leichten Fregatten, die zum Schutz der französischen Überseeterritorien und zur Aufklärung entworfen wurden. Sie können aber auch in eine Trägerkampfgruppe eingegliedert werden. Die Fregatten sind zur Bekämpfung von Schiffen ausgelegt. Die Flugabwehr ist auf die Eigenverteidigung in Zonen mittlerer Bedrohung beschränkt, auf eine U-Jagdbewaffnung wurde komplett verzichtet. Die Klasse gehört zu den ersten, deren Form auf eine Reduktion der Radarsignatur optimiert wurde.

Für die französische Marine wurden zwischen 1990 und 2001 fünf Schiffe gebaut: La Fayette (F710), Surcouf (F711), Courbet (F712), Aconit (F713) und Guépratte (F714). Ähnliche Schiffe wurden auch für Taiwan (Kang Ding-Klasse), Saudi-Arabien (Al-Riyadh-Klasse) und Singapur (Formidable-Klasse) gebaut.

Die La Fayette ist 124,1 m lang und 15,5 m breit. Voll beladen verdrängt sie 3710 t. Angetrieben wird sie von vier Dieseln mit insgesamt 20880 PS, die zwei Schrauben treiben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 23,5 kn (25 kn bei den Probefahrten).

Bewaffnung:
1 x 10 cm mod 68 Cadam TR-Geschütz
2 x 2 cm F2-Geschütze
8 MM40 Exocet Block 2-Antischiffsraketen (zwei Vierfachstarter)
1 Crotale CN2-Flugabwehr-Starter (Achtfachstarter plus 16 Raketen im Magazin)
1 Eurocopter AS 565 SA Panther-Bordhubschrauber

Die La Fayette wurde 1990 bis 1994 gebaut und nach ausführlichen Testfahrten 1996 in Dienst gestellt. Schon zuvor spielte sie 1995 in dem James Bond-Film Golden Eye mit. Ihr Heimathafen ist Toulon. 2002 nahm sie am Afghanistankrieg (Opération Héraclès) teil, 2006 war sie an Evakuierungen während des Libanonkriegs beteiligt. 2011 griff sie direkt in den Libyenkrieg ein und beschoss Ziele an Land mit dem 10 cm-Geschütz (Opération Harmattan).

Das Modell

Mein Modell der Fregatte La Fayette habe ich aus dem eindrucksvollen Resinbausatz von L’Arsenal gebaut. Der Bausatz ermöglicht den Bau eines Wasserlinienmodells und enthält eine Platine mit Fotoätzteilen sowie einen sehr vollständigen Abziehbilderbogen. Letzterer umfasst Kennnummern, Namensschilder, Flugdeckmarkierungen etc., die den Bau von jedem der fünf Schiffe der Klasse ermöglichen. Eine detaillierte Besprechung des Bausatzes findet sich hier. Hervorheben möchte ich nochmals die erstaunliche Qualität der Teile, z.B. des Crotale-Flugabwehrraketenstarters, der Exocet-Anti-Schiffsraketenstarter, des Creusot-Loire 10 cm-Geschützes, der 2 cm-Geschütze und der diversen Rettungsinselbehälter.

Leider fehlt in dem Bausatz der Panther-Hubschrauber, der deshalb aus der Restekiste genommen werden musste. Der Hubschrauber wurde mit einem fotogeätzten Hauptrotor von White Ensign Models (WEM) verbessert. Die Antennen der Fregatte habe ich aus 0,12 mm Saitendraht für Cembalos gebaut.

Als ich das Modell 2004 baute, benutzte ich Humbrol Emaillefarben. Für den Rumpf und andere vertikale Oberflächen verwendete ich dabei HU 127 Light Ghost Grey und für die Decks HU 27 Sea Grey. Für den Panther-Hubschrauber nutzte ich HU 128 Dark Ghost Grey und HU145 Medium Grey. Die Details malte ich mit einem schwarzen, 0,2 mm dicken Sakura 30081 Pigma Micron Blister Card 005 Ink Pen. Für die französischen Kokarden und den weißen "Marine"-Schriftzug auf dem Panther nutzte ich die Mike Grant International Naval Insignia Decals and Markings Abziehbilder. Als Abschluss kam auf das Modell Mattlack 49 von Humbrol.

Insgesamt ist dies ein leicht zu bauendes, aber doch bemerkenswertes Modell. Der Bausatz ist auch für den Einstieg in den Bau von Resinbausätze gut geeignet. L’Arsenal hat mit diesem Bausatz wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Wenn man sich für moderne Kriegsschiffe im Maßstab 1/700 interessiert, muss man diesen Bausatz einfach haben!

Ayala Botto
Lissabon, Portugal

(Text über Original und Übersetzung aus dem Englischen von Lars)