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Russische Korvette Stereguschtschi (1/700, Kombrig) von Ayala Botto Drucken
Donnerstag, 18. Juni 2015 um 05:00

Das Original

Die Stereguschtschi (Стерегущий) ist das Typschiff des Projekts 20380, einer neuen Klasse von relativ großen Korvetten, die die alten U-Jagd-Korvetten des Projekts 1124 (NATO-Name Grisha) ersetzen. Sie sollen der Verteidigung der von Russland beanspruchten Wirtschaftszone dienen.

Im Gegensatz zu ihrem Vorgängertyp ist das Projekt 20380 ein Mehrzweckschiff, dass neben der U-Jagd-Bewaffnung in Form eines U-Jagdhubschraubers und Torpedos auch eine relativ starke Anti-Schiffs- und Flugabwehrbewaffnung besitzt. Letzteres gilt noch nicht für das Typschiff selbst, das nur über ein Kortik/Kashtan-Nahbereichsabwehrsystem verfügt. Die folgenden Schiffe haben stattdessen einen Redut-Senkrechtstarter für 9M96-Flugabwehrraketen. Entsprechend fallen sie auch doppelt so schwer wie ihre Vorgänger aus. Die Form des Projekts 20380 ist in Bezug auf eine reduzierte Radarsignatur optimiert, die Aufbauten bestehen zudem aus Verbundstoffen. Die Klasse wird von zwei Werften gebaut und bisher sind vier Schiffe fertig gestellt (Stereguschtschi, Soobrasitelny, Bojki und Stojki), die alle bei der Ostseeflotte (Baltischen Flotte) Dienst tun. Vier weitere Schiffe für die Pazifikflotte sind in Bau. Es folgt das vergrößerte Projekt 20385 der Gremjaschtschi-Klasse. Bei diesen Schiffen sind die Redut-Starter auf das Achterdeck verlegt und stattdessen vor der Brücke ein USKS-Senkrechtstarter, aus dem auch Marschflugkörper abgefeuert werden können. Von beiden Klassen sollen mindestens 30 Schiffe für alle vier russische Flotten gebaut werden. Für die algerische Marine werden zwei Schiffe der Exportversion, Projekt 20382 Tigr, gebaut.

Die Stereguschtschi ist 104,5 m lang, 11,6 m breit und verdrängt 2200 t. Der Antrieb besteht aus vier Dieselmotoren, die 23320 PS leisten, womit 27 kn erreicht werden können. Die Besatzung setzt sich aus 99 Personen zusammen.

Bewaffnung
1 x 10 cm L/59 A-190-Geschütz
2 x 3 cm AK-630M-Nahbereichsabwehrgeschütze
8 x 3M24 Uran-Anti-Schiffs-Raketen (zwei Vierfach-Starter)
1 Kortik-Nahbereichsabwehrsystem (zwei 3 cm AK-630 plus zwei Vierfachstarter für 9M311-Flugabwehrraketen)
8 x 32,4 cm-Torpedorohre (auch für Paket-U-Jagd-Raketen)
1 Kamov Ka-27PL-Bordhubschrauber

Die Stereguschtschi wurde 2001-04 von Sewernaja Werf in St. Petersburg gebaut und dient nach längeren Testfahrten seit 2007 bei der Baltischen Flotte.

Das Modell

Der 1/700 Bausatz der Korvette Stereguschtschi (Steregushchy) wurde ursprünglich von Gwylan Models produziert, ist heute aber von Kombrig erhältlich. Der sehr detaillierte Wasserlinienrumpf umfasst bereits die Aufbauten und AK-630M-Nahbereichsabwehrgeschütze sowie andere Details. Er ist fast perfekt und benötigt nur minimale Korrekturen.

Im Bausatz sind auch die restlichen Resinteile enthalten, die notwendig sind, um das Modell zu komplementieren, d.h. der Fock- und Großmast, die 10 cm-Kanone, das Kortik-Nahbereichsabwehrsystem, die Uran-Starter, das Festkörperschlauchboot, das Motorboot, die Bootskräne etc. Eine detaillierte Besprechung des Bausatzes findet sich hier, eine Besprechung des Bausatzes des Schwesterschiffs Soobrasitelny hier. Der Bausatz stellt das erste Schiff der Klasse dar und nur dieses hat das Kortik-Nahbereichsabwehrsytem an Bord. Die restlichen Schiffe haben stattdessen vor der Brücke einen zwölffach Redut-Senkrechtstarter (Projekt 20381)

Leider enthält der Bausatz keinen Kamow Ka-27 Hubschrauber, weshalb ich einen mit fotogeätzten Rotorblättern aus der Ersatzteilkiste nehmen musste. Den Hubschrauber bemalte ich mit den Humbrol Farben 145 und 34 und er sieht toll auf dem Flugdeck aus. Im Bausatz fehlen auch die beiden 1,45 cm-MTPU-Maschinengewehre, aber ich hoffe noch, dass diese auch bald verfügbar sein werden. Für die Antennen auf der Brücke und dem Hangar benutzte ich Ersatzsaiten (0,12 mm Durchmesser) von meinem Cembalo.

Ich benutzte Farben von WEM, die mit dem Pinsel auf eine graue Grundierung von Tamiya aufgebracht wurden. Für die Decks verwendete ich Russian Deck Red M13, für die restlichen Oberflächen und den Rumpf nutzte ich Russian Northern Fleet Grey M20. Die weiße Wasserlinie habe ich mit einem Abziehbild dargestellt, den roten Rumpf darunter mit Vallejo Model Colour 982 Cavalry Brown. Für die Bemalung der Details des Ka-27 Hubschraubers und der Beiboote nutzte ich einen Sakura 30081 Pigma Micron Blister Card 005 Ink Pen.

Bevor ich Mattlack von Humbrol aufbrachte, benutzte ich hellgrauen Vallejo Wash, um Details am Rumpf, auf den Aufbauten, dem Kortik-Nahbereichssabwehrsystem, an den Türen der Uran-Starter, der Türen vor den Torpedorohren, den AK-630-Nahbereichsabwehrgeschützen etc. hervorzuheben.

Auf einer hölzernen Basisplatte brachte ich die Wasseroberfläche auf Aquarellpapier mit dem Vallejo Farben 898 Dark Sea Blue und 868 Dark Sea Green auf. Darauf kamen anschließend zwei Schichten Glanzlack von Robbialac, den ich auch benutze, um die hölzernen Türen und zu Parkett zu Hause zu streichen.

Das Modell kann dank des fantastischen Guss problemlos gebaut werden. Die Resinteile passen perfekt und die Fotoätzteile machen den Unterschied am fertigen Modell aus. Der Bausatz enthält alle Abziehbilder, die für das erste Schiff der Klasse mit der taktischen Nummer 530 notwendig sind. Ich brauchte etwa 25 Stunden, um das Modell fertig zu stellen.

Jemanden, der einen Bausatz sucht, um sein erstes Resinmodell zu bauen, kann ich diesen Bausatz empfehlen.

Ayala Botto

(übersetzt aus dem Englischen und Text über Original von Lars)