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Taukleidemaschine von Jürgen Nicklis Drucken
Montag, 12. Februar 2007 um 20:45



Im folgenden Bericht zeige ich den Aufbau einer recht komfortablen Maschine zum Kleiden von Tauen für historische Segelschiffe.
Es gibt sicher attraktivere Lösungen; ich habe mich aber bemüht die Kosten so gering wie möglich zu halten.
Jetzt erst mal eine Auflistung der benötigten Teile und die Preise die ich dafür ermittelt habe. Hierzu war ich in meinem Lieblingsbaumarkt - in dem einem auf den Backen gehauen wird wenn man lauthals herumstänkert (Hand drauf :-) ).
Teileliste

Aluminiumprofile:
1 Winkelprofil 20mm x 20mm x 1m 3,50 Euro
2 Rohre d=8mm x 1m 3,60 Euro
1 Holzlatte gehobelt 45mm x 25mm x 2m 2,00 Euro
1 Buchebrett (Leimholz) 80cm x 20cm x 19mm 3,50 Euro
1 Fichtebrett (Leimholz) 80cm x 20cm x 19mm 2,00 Euro (alternativ)
1 Messingprofil d=1mm x 1m 0,50 Euro
2 Bockrollen d=15mm 1,30 Euro
2 Gummis
Summe (mit Buchenbrett) 14,40 Euro
Summe (mit Fichtenbrett) 12,90 Euro

Hinzu kommen jetzt noch 6 Kugellager. Wenn jemand alte Inliner mit ABEC-Lagern besitzt und nicht mehr benutzt, kann er es wie ich machen und von diesen die Kugellager nehmen. Wenn nicht, muss man sich welche besorgen (neu oder im Bekanntenkreis).
Ich habe bei einer sehr bekannten Online-Auktion ABEC-5 Lager gesehen, 16 Stück zu 9,95 Euro + Versand.
Verbindungsmaterialien wie Schrauben, Leim etc. liste ich nicht auf. Hier muss jeder sehen, was verwendet oder wie er was am Besten verbindet.
Einziges Werkzeug, das ich vorraussetze, ist ein 22er Försterbohrer zum Versenken der Kugellager.

Zeichnungen


In den folgenden zwei Skizzen wird der Aufbau gezeigt. Eine Zeichnung enthält zusätzlich die Maßangaben in Bezug auf die Postion verschiedener Bauteile.





Herzustellende Bauteile:


Die vordere Zahl in der Liste entspricht der Positionszahl in den Skizzen, somit wird das Finden der Bauteileposition erleichtert.
Zur Grundplatte ist zu sagen: je länger das Brett ist, desto größer die Taulänge die auf einmal gekleidet werden kann.
Die angegebenen Längen für Antriebswelle und Führungsrohr beziehen sich auf eine Grundbrettlänge von 60 cm

1) 1 Grundplatte 600mm x 90mm x 19mm (aus Leimholzbrett)
2) 2 Seitenteile 170mm x 100mm x 19mm (aus Leimholzbrett)
3) 1 Lagerbock 80mm x 45mm x 19mm (aus Leimholzbrett)
4) 1 Holzstück 45mm x 30mm x 19mm (aus Leimholzbrett)
5) 1 Gleitschiene 45mm x 25mm x 565mm (aus gehobelter Latte)
6) 2 Holzstücke 45mm x 25mm x 100mm (aus gehobelter Latte)
7) 1 Antriebswelle d=8mm x 614mm
8) 1 Führungsrohr d=8mm x 614mm
9) 1 Tauwerk-Welle d=8mm x 85mm
10) 1 Tauwerk-Welle d=8mm x 60mm
11) 1 Garnrollenhalter d=8mm x 90mm (wird ca. 20mm in die Seitenwand eingelassen)
Aus Winkelprofil 20 x 20:
12) 2 Stück 65mm
13) 2 Stück 30mm
14) 2 Stück 110mm
15) 1 Stück 85mm
Aus Messingprofil d=1mm
16) 1 Garnspanner L=70mm (Ösen müssen gebogen werden, bei Drahtlänge beachten)
17) 1 Stützhaken
18) 2 Spannhaken für Tauwerkwellen empfohlene Länge 25mm
19) Abstandsrollen (Bockrollen 15mm)

Kleidgarnumlenkung


Mit der Kleidgarnumlenkung wird das Garn von der Spule zum Tauwerk geführt und gleichzeitig unter Spannung gehalten.



Die Herstellung versuche ich etwas zu erläutern, da der Aufbau aus der Skizze nicht eindeutig hervor geht:
Die Profile aus Position 14 zu einem U verbinden (am besten Kleben). Der Freiraum zwischen den nach vorne zeigenden Schenkel soll 20 mm betragen (eher ein paar Zehntel mehr). Am oberen Ende wie aus der Skizze ersichtlich eine Bohrung (8.5 oder 9 mm) anbringen, durch die später das Führungsrohr verläuft. Ein Fenster an der aus der Skizze ersichtlichen Position herausarbeiten.
Profil aus Position 15 im rechten Winkel an dem entstanden U-Profil genau an der Unterkante des Fensters befestigen. Ich habe dieses mit Blindnieten getan. An der äußeren rechten Ecke von Position 15 den Umlenkbolzen befestigen. Die Profilmaterialstärke von Bolzen-Aussenkante bis zu den Profilkanten sollte etwa 2 mm betragen.
Als Umlenkbolzen habe ich eine Schraube verwendet, die man beim Zusammenschrauben zweier Schränke (z.B. Küchenschränke) verwendet. Diese bestehen aus einer Hülse und einer Schraube, ich denke, die meisten wissen, was ich meine. Hier muss jeder sehen, was er am Besten verwendet bzw. zur Hand hat. Die Öse des Garnspanners um den Umlenkbolzen muss etwas Spielraum haben, so dass dieser nach unten abkippen kann um das Garn unter Spannung zu setzen.
An den Profilen aus Position 12 und 13 müssen die Schenkel, die später in der Führungsnut der Gleitschiene gleiten, auf 8 mm gekürzt werden.

Schiebeschlitten zum Spannen des Tauwerks
Die Holzklötze der Position 6 zu einem Quader von 45 mm x 50 mm x 100 mm zusammenleimen, der Zusammenbau geht aus der Skizze hervor.



Einzig die Gesamthöhe des Schiebeschlittens muss noch angepasst werden. Wenn die Abstandsrollen montiert sind, darf die Antriebswelle die Rollen gerade so berühren. Dadurch wird verhindert, dass die Antriebswelle durch das Antriebsgummi nach unten gebogen wird.
In der nachfolgenden Skizze wird dieses nochmal deutlich. Auch ist hier gezeigt, wie die Bockrollen für die Montage bearbeitet werden müssen. Ebenfalls gut zu sehen, ist das Profil der Gleitschiene. Die Nut der Gleitschiene ist mit einer Tischkreissäge hergestellt und ca. 1 cm tief.
Die Rundprofile müssen im Durchmesser leicht reduziert werden (ca. 2/10 mm), sonst lassen sie sich nicht in die Lager schieben. In der obigen Skizze sind die zu bearbeitenden Wellenflächen grau hervorgehoben. Es ist für den Halt der Tauwerkwellen in den Lagern sehr wichtig, dass auch nur diese Stellen abgetragen werden.



Die Rundprofile müssen im Durchmesser leicht reduziert werden (ca. 2/10 mm) sonst lassen sie sich nicht in die Lager schieben. In der obigen Skizze sind die zu bearbeitenden Wellenflächen grau hervorgehoben. Es ist für den Halt der Tauwerkwellen in den Lagern sehr wichtig, dass auch nur diese Stellen abgetragen werden.
Das Lager zum Spannhaken hin (an der Tauwerkswelle Position 9) muss gegen Herausziehen gesichert werden. Das Problem ist am leichtesten zu lösen, in dem man ein kleines Stück Leiste (z.B. Beplankungsleiste) quer vor dem Lager befestigt. Eine etwas aufwendigere Lösung (hab ich an dem besagten Lager gemacht) ist, das Lager ca. 2 mm tiefer zu versenken und dann einen Stift vor dem Lager ins Holz zu treiben und ein klein wenig heraus stehen zu lassen.



Spannhaken


Die Spannhaken (Position 18) müssen mittig in den Tauwerkwellen (9 u. 10) befestigt werden. Ich habe dazu ein Stück Rundholz in die Wellen geleimt und mittig eine Bohrung angebracht. Anschließend hab ich ca. 5 mm nach innen versetzt ein Loch im rechten Winkel in die Welle gebohrt. In dieses Loch wird dann eine Schraube hineingedreht und damit der Spannhaken geklemmt. Einfacher ist es den Spanhaken in die Bohrung zu kleben; dieses müsste mit einem guten Kleber auch funktionieren.



Zum Abschluss noch ein Wort zum Tiefenanschlag. Diesen habe ich angebracht, um ein Herunterspringen des Antriebsgummis zu verhindern. Bis jetzt hätte ich diesen nicht gebraucht und habe ihn deswegen auch bei der Bauanleitung nicht erwähnt.



Ich weiß, dass es viel Arbeit ist, diese Maschine zu bauen. Ich denke aber, dass es sich, wenn man das Ergebnis der gekleideten Taue betrachtet, auf jeden Fall lohnt. Der finanzielle Aufwand ist für das, was man bekommt, aus meiner Sicht vernachlässigbar.


Jürgen Nicklis