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Querschnitt HMS Triton, 1773 - Teil 5: Beplankung Drucken
Samstag, 10. März 2007 um 17:47

Nach Fertigstellung des Spantgerüsts muss die Inneseite des Rumpfes bis zur Unterkante der Decksbalken des Unterdecks beplankt werden.


Quelle: ModelShipWorld

Wie an der vorstehenden Zeichnung zu sehen ist, unterscheiden sich die Planken in ihren Abmessungen. Die Ziffern 7 und 8 bezeichnen den Kielgang (Limber Board, Limber Strake), die Ziffern 9 und 10 die Stringer über den Enden der einzelnen Hölzer der Spanten und die Ziffer 12 den Balkweger.

Holzdübel


Die Planken wurden beim Original an die Spanten gedübelt oder genagelt. Im Maßstab 1/48 wollte ich auf dieses Detail bei meinem Modell nicht verzichten.
Als Ausgangsmaterial habe ich zuerst Bambus ausprobiert. Diesen habe ich mit meiner Kreissäge auf einen Querschnitt von ca 1,5x1,5mm zurechtgeschnitten und wie von Klaus Deisenberger unter Tipps und Tricks: Beschreibung zum Ziehen der Holzdübel erläutert auf 0,9mm Durchmesser gezogen.



Da mir die großen Poren der Bambusdübel nicht gefallen, habe ich noch Fichten- und Buchenholz ausprobiert. Während Fichte sehr schnell reißt, lässt sich Buche gut ziehen. Das folgende Bild zeigt den Unterschied zwischen Bambus- und Buchenholzdübeln am Modell



Alle weiteren Dübel habe ich daher aus Buchenholz gezogen.

Vorbereitung der Planken


Anhand der Zeichnung habe ich die Größe der Planken abgemessen und mit Hilfe einer kleinen Tischkreissäge aus einem Brett geschnitten. Um die Holzdübel möglichst gleichmäßig setzen zu können habe ich mir aus einer kleinen Leiste eine Schablone gebaut.



Mit Hilfe der Schablone wurden alle Planken mit 0,9mm vorgebohrt.



Beplankung


An der am Spantgerüst angezeichneten Oberkante des Balkwegers habe ich zuerst auf der einen und anschließend auf der anderen Rumpfseite die vorbereiteten Planken geklebt. Neben den Zwingen habe ich in der Mitte die Planken mit zwei dünnen Drahtstiften fixiert. Nach dem Trocknen wurden die Nägel entfernt und die Bohrungen auf 1mm erweitert. In diese habe ich die Holzdübel mit etwas Weißleim geklebt.
Anschließend wurden die Planken mit feinem Schmirgelpapier versäubert.



Abwechselnd wurden nun die übrigen Planken auf der Backbord- und Steuerbordseite aufgebracht.



Vor Fertigstellung der Beplankung musste ich noch eine letzte Hürde nehmen. Zum Bau des Kielgangs muss in Planke 8 (Limber Strake) eine Nut gefräst werden. Da ich keine Oberfräse besitze, habe ich mir aus meiner Proxxon mit zugehörigem Bohrständer und Kreuztisch eine Fräse gebaut. Nach einigen Probestücken konnte ich die Aussparung sauber fräsen.



Anschließend habe ich die fehlenden Planken zurechtgeschnitten und an die Spanten geklebt und gedübelt.
Mit Ausnahme der Planke 7 des Kielgangs, für die ich erst einen anderen Fräskopf benötige, ist die Beplankung erst einmal abgeschlossen.



Vergleicht man die Bilder meines Querschnitts mit der Zeichnung, so sieht man, dass ich über den Bodenwrangen eine Planke weniger eingeklebt habe, wie lt. Plan vorgesehen.
Das Problem liegt an meiner Bauweise. Ich habe angefangen von den Balkwegern die Planken und Stringer der Reihe nach aufgeklebt.
Da ich die Planken nicht geschlichtet habe, haben sich minimale Fugen ergeben; hinzu kommen die materialbedingten Ungenauigkeiten von etwa 2/10mm pro Planke. Bei der Anzahl der eingebauten Planken summieren sich 5mm schnell auf.



Es wäre günstiger gewesen, den zu beplankenden Rumpfabschnitt mit Hilfe der Balkweger und Stringer zu unterteilen und anschließend den Zwischenraum zu beplanken.



Auf dem letzten Bild sieht man sehr schön die unterschiedliche Stärke der einzelnen Planken. Die beiden oberen Planken sind die Balkweger (Zeichnung Nr. 12), die Paare dicker Planken in der Mitte bilden die Stringer (9+10). Am Kielschwein sieht man den Kielgang (Zeichnung Nr. 8).



Auf den letzten Bildern fehlten noch die beiden schräg am Kielschwein liegenden Planken, die Füllings (oder Füllungen). Diese waren lose eingelegt und deckten die Rinnen zwischen Kielschwein und Bauchwegern, in denen sich das Wasser sammelte, ab.
Da ich für das Balkengerüst des Unterdecks eine Menge fräsen muss, habe ich die Gelegenheit genutzt und die Planken angefertigt.



Im nächsten Teil meines Berichts wird die Balkenkonstruktion des Unterdecks eingebaut ...