Modellsuche

Suchen


Querschnitt HMS Triton, 1773 - Teil 6: Balkenkonstruktion des Unterdecks Drucken
Freitag, 06. April 2007 um 17:21

Die Decksbalken des Unterdecks


In der folgenden Zeichnung ist der Aufbau der Balkenkonstruktion zu sehen.


Quelle ModelShipWorld

Die Ziffern bedeuten:
(1) Decksbalken, (2) Rippen, (3) Scheerstöcke, (4) hängendes Knie, (5) liegendes Knie, (6) Decksbalken-Arm, (7) Mastbeting

Während die Decksbalken des Oberdecks eine deutliche Krümmung aufweisen, fällt die Krümmung des Unterdecks geringer aus.
Bei meinem Querschnitt möchte ich die Deckskrümmung durch das Biegen der Decksbalken erzielen. Daher habe ich beschlossen, zuerst alle Balken vorzubereiten und das Deck provisorisch zusammenzubauen. Anschleißend werden die Decksbalken gebogen und alle Bauteile am Modell fertig zusammengebaut.
Als erstes habe ich auf ein 5mm Birne-Brettchen die Lage der Scheerstöcke markiert und anschließend die Decksbalken ausgesägt. Als nächste wurden mit der Fräse die Aussparungen mittels Fräse und Stechbeitel herausgearbeitet. Beim Aussägen der Decksbalken-Arme habe ich mich richtig schwer getan und auch einigen Ausschuss produziert. Nach mehreren Fehlversuchen hatte ich dann 4 Bauteile fertig.




Danach habe ich die Decksbalken auf einer Kopie des Balkenplans fixiert:




Beim Aussägen der Spanten und der Vorbereitung anderer Bauteile sind eine Menge kleiner Holzreste übrig geblieben die mir zum Wegwerfen zu Schade waren. Aus diesen Resten habe ich 5x5mm Leisten für die Scheerstöcke gesägt. Mit Hilfe der Zeichnung wurden die Leisten passend abgelängt.
Um die Scheerstöcke in die vorbereiteten Nuten der Decksbalken und Balkenarme einlegen zu können, habe ich auf der Unterseite einen schmalen Streifen abgefräst.
Die Bilder zeigen die um die Scheerstöcke ergänzte Balkenkonstruktion:




Die Scheerstöcke sind etwas dünner (am Modell 0,8-1mm) als die Decksbalken. Nach einem Hinweis auf Modelshipworld habe ich die Hölzer entsprechend dünner gefräst.

Für den Einbau müssen die Decksbalken vorgebogen werden. Hierzu habe ich diese in einem Aufsatz, in welchem man schonend Gemüse dünstet, eine halbe Stunde über kochendem Wasser gegart. Anschließend wurden die "weichen" Balken zum Trocknen in die vorbereitete Lehre gespannt. Um eine Überhöhung, die das Zurückfedern der Balken auffangen soll, zu erreichen, habe ich in der Mitte und am Ende 1 mm Holzkeile verspannt.




Die Technik hat mit Ausnahme der Überhöhung gut funktioniert. Beim nächsten Deck werde ich die Überhöhung deutlich vergrößern um das Zurückfedern der Balken nach der Trocknung aufzufangen.
Vor dem Einbau der Decksbalken habe ich noch 4 Stützpfeiler angefertigt. Oben und unten habe ich eine Nut angebracht um die Pfeiler im Kielschwein und in die Decksbalken einzulassen.
Beim Vorbild ist die Verjüngung quadratisch. Da man diese nicht sieht und es einfacher ist runde Löche zu bohren, habe ich die Ecken abgerundet.



Um die Pfeiler und die Balken zentrisch zu verbinden, habe ich den Balken mittig mit einem 1mm Bohrer durchbohrt. Anschließend wurde die Bohrung auf der Unterseite auf 2mm aufgebohrt. Nach Einsetzen und Verkleben des Pfeilers ind den Decksbalken habe ich die vorhandene 1mm Bohrung in den Pfeiler verlängert und die Konstruktion mit einem Holzdübel gesichert. Im Kielschwein habe ich ebenfalls 2mm Bohrungen zur Aufnahe der Stützen eingebracht.
Anschließend wurde die vorbereitete Balken/Stützen-Konstruktion eingesetzt und während des Verklebens durch die Spanten mit kleinen Nägeln gesichert. Nach Abbinden des Leims wurden die Nägel durch 1,3mm Holzdübel ersetzt.




Mit den Scheerstöcken, die ich im letzten Teil meines Bauberichts angefertigt habe, als Abstandshalter wurden die restlichen Decksbalken ind das Rumpfsegment eingebaut. Danach habe ich noch die beiden inneren Balkenarme eingeklebt.








Beim Bau des Modells möchte ich auf Farben verzichten. Da das Holz unbehandelt reichlich "farblos" wirkt, habe ich beschlossen den Rumpf zu ölen. Hierzu verwende ich ein farbloses Holzschutzöl aus dem Baumarkt.



Ähnlich wie beim Beizen, ist es wichtig vor der Behandlung darauf zu achten dass kein Holzleim auf der Oberfläche ist, da das Öl sonst nicht ins Holz einziehen kann. Wenn das behandelte Holz gut durchgetrocknet ist, kann es trotzdem mit anderen Hölzern verleimt werden.
Im Vergleich zu den unbehandelten Stellen wirkt das geölte Holz sehr viel intensiver.
Christian