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Tipps&Tricks: Kupferplatten am Unterwasserrumpf historischer Segelschiffe Drucken
Sonntag, 15. April 2007 um 20:58
Ich möchte hier meine "Tiffany-Kupfertape-Methode" zum Anbringen der Kupferplatten am Unterwasserschiff historischer Segler vorstellen. Zeigen werde ich das am Modell der Santisima-Trinidad von OcCre.
Die käuflichen Kupferplatten gefallen mir nicht besonders, da die Nagelköpfe zu groß sind und es ziemlich aufwändig ist, diese Platten anzukleben.
Wenn man in Mondfelds Buch sieht, mit wie vielen Nägeln die Kupferplatten angeschlagen waren, dann dürfte von diesen im Maßstab 1/90 nicht mehr sehr viel zu sehen sein. Das gilt auch für die Überlappungen der Kupferplatten. Also lasse ich beides weg.

Deshalb habe ich mir überlegt, wie ich einigermaßen gut aussehende
Kupferplatten anbringen kann.

Es gibt für den Bau von Tiffanylampen selbstklebende Kupferfolien in sehr vielen Breiten. Sowas findet man in den Tiffanyshops im Internet. Ich benutze hier 6,4mm. Etwas zu breit für mein Modell, aber ok so, denke ich.
Ob es besser ist, vor dem Bekleben zu lackieren oder direkt auf Holz/Spachtel zu kleben, weiß ich nicht. Die Folie klebt sehr gut, aber Langzeiterfahrungen in diesem Falle habe ich nicht.
Wichtig ist, das der Rumpf sehr glatt und staubfrei (absaugen) ist, da man Unregelmäßigkeiten später sonst in dem Kupfer sehen würde.

So sehen die Rollen mit der Kupferfolie aus.


Hier habe ich den ersten Streifen angeklebt. Eigentlich sitzt dort der "falsche Kiel", aber den lasse ich noch weg. Könnte man später noch darüber setzen.


Weitere Streifen angeklebt:


Im Heckbereich wird jetzt ein Keil aus kurzen Stücken eingesetzt, ähnlich wie das häufig bei der Beplankung der Fall ist. Um eine saubere Linie der Kupferung zu bekommen, wird das gleich sauber abgeschnitten.


Jetzt lege ich ein Lineal parrallel zum letzten langen Streifen an und schneide die hinteren kurzen Stücke für den Keil gerade ab. So ergibt sich ab dem nächsten Streifen eine sauber geschwungene Linie.

So, jetzt wird weiter beklebt bis kurz unter die angezeichnete Oberkante für die Kupferung. Das muß nicht sauber abschließen, da das noch für die letzten beiden Abschlußstreifen sauber abgeschnitten wird.


Jetzt wird die Kante sauber abgeschnitten und zwar so, das noch genau zwei abschließende Kupferstreifen bis an die Oberkante angeklebt werden können. Auf dem zweiten Bild sind die beiden letzten Streifen angeklebt.



Die Plattenstöße ritze ich nun mit einem Cuttermesser ein. Ich benutze dazu eine Abstandsschablone.



Hier das fertige Ergebnis:




Eventuelle Ritzen wasche ich noch mit Kupferfarbe aus, anschließend wird mit Stahlwolle poliert. Dabei aufpassen, daß eventuell abstehende Eckchen vom Kupfer nicht umgeklappt oder gar Teile abgerissen werden. Also nicht zu fest drücken und auf die Richtung achten.
Abschließend das Kupfer mit Zaponlack o.ä. versiegeln. Das gibt auch zusätzlichen Halt für die Kupferstreifen und schützt vor Fingerabdrücken.
Man könnte jetzt auch vorher noch mit einem Schnittradler oder ähnlichem die Nagelköpfe darstellen, aber ich finde das Ergebnis auch so toll. Die Platten könnte man auch einzeln abschneiden und mit den Überlappungen anbringen.
Etwas vorsichtig sein muß man mit der Handhabung, da sich Stöße in dem Kupfer sofort abzeichnen. Damit das nicht passiert, werde ich den Rumpf direkt an seinem Ständer befestigen.

Jörg Graffe