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MPM: Hawker Sea Hawk (1/72) + Peddinghaus-Decals für Marinefliegerversion Drucken
Sonntag, 26. August 2007 um 19:19

Modell: Hawker Seahawk
Hersteller: MPM
Maßstab: 1/72
ArtNr.: 72094
Teile: 36 Teile, eine Klarsicht-Cockpitverglasung
Preis: Beim großen E für 12,- Euro gekauft (zzgl. Versand)

Das Original


Die Sea Hawk war das erste 1-sitzige Kampfflugzeug der Marineflieger der Bundeswehr. Die Maschine geht auf einen Jagdflugzeugentwurf von Hawker für die RAF zurück. Da diese bald über andere Muster verfügte, verstärkte Hawker die Struktur des freitragenden Mitteldeckers. Für den Flugzeugträgereinsatz erhielt der Jäger einen beiklappbaren 3-teiligen Tragflügel und einen Fanghaken. Das neue Marinejagdflugzeug überzeugte die Navy vor allem mit seiner großen Reichweite und dem unkomplizierten Aufbau. Aus Kapazitätsproblemen übernahm Armstrong Whiteworth die Serienproduktion und baute bis 1959 insgesamt 434 Flugzeuge. Hauptabnehmer war Großbritannien, aber auch in den Niederlanden, Indien und der Bundesrepublik kamen sie zum Einsatz. Spätere Muster (ab Mk.4) erhielten verstärkte Tragflächen, sowie ein leistungsgesteigertes Triebwerk und konnten damit als Jagdbomber Außenlasten mitführen.
Die für die Bundesmarine produzierten 66 Flugzeuge erhielten die Bezeichnung Mk.100 und Mk.101. Sie unterschieden sich von den englischen durch ein größeres Seitenleitwerk, eine amerikanische Elektronikausrüstung sowie ein zusätzliches Radargerät.
Die Grundausbildung der deutschen Marineflieger fand in den USA statt, die Umschulung auf die Sea Hawk in Schottland. 1958 erfolgte die erste Manöverteilnahme. Von Oktober 1963 bis 1966 rüsteten die Marinefliegergeschwader auf die F-104 Starfighter um. 28 Maschinen wurden anschließend an Indien verkauft, wo sie 1971 im Indisch-Pakistanischen Krieg Kampfeinsätze flogen.

Technische Daten:
Länge/ Spannweite: 12,10 m/ 11,95 m
Schub/ Geschwindigkeit: 2.300 kp/ 964 km/h
Leergewicht/ max. Startgewicht: 4.008 kg/ 6.950 kg
Reichweite: 2.253 km
Bewaffnung: 4 Kanonen 20 mm, Einrichtung für Aufhängung von 900 kg Bomben oder Raketen

Die geschichtlichen Informationen und die technischen Daten stammen aus der "Online-Weblexikon"

Das Modell


Das Modell kommt in einer farbig gestalteten Verpackung, die das Flugzeug während des Einsatzes in der Suez-Krise zeigt. Nach dem Öffnen hat man zwei Gießäste aus hellgrauem Kunststoff und einen kleinen Ast mit der transparenten Cockpitverglasung


Die Bauanleitung besteht aus acht Seiten, von denen drei Seiten für die Bemalung der beiden britischen und der einen indischen Version dienen. Ansonsten gliedert sich der Bau in einfache und übersichtliche Arbeitsschritte. Die Decals erlauben, wie erwähnt, den Bau einer indischen oder zweier britischer Versionen. Sie sind ohne Versatz auf einem feinen Trägerfilm gedruckt. Aber bei diesem Druck hat MPM sich einen Fehler erlaubt! Die Karkaden für die indische Ausführung sind verkehrt herum, der grüne Punkt muss in die Mitte und außen herum kommt der safranfarbene Ring! Da muss man sich entweder auf dem Zubehörsektor welche beschaffen oder sie auflackieren.


Auf dem ersten Gießast findet man das Rumpfoberteil, das Heckleitwerk und diverse Kleinteile, darunter die spärliche Einrichtung für das Cockpit. Auf dem zweiten Ast ist das Unterteil des Rumpfes, das Höhenleitwerk und noch mal ein paar Kleinteile.


Die Kanzel des Cockpits ist klar und ohne Schlieren, so dass man ungehindert durchsehen kann.


Ein paar kleine Detailansichten gibt es von der Unterseite des Rumpfes, wo man die feinen versenkten Gravuren erkennen kann und vom etwas gröberen Höhenruder.


Fazit:


Mit der Sea Hawk ist MPM ein recht ansprechendes Modell gelungen, auch wenn man Abstriche bei der Detaillierung des Cockpits und des Fahrwerks machen muss. Die Bauanleitung geht auch nicht auf den Umstand ein, dass dieses Flugzeug beim Bau unbedingt ein zusätzliches Buggewicht benötigt, da man ansonsten ein Modell erhält, dass auf dem Heck sitzt. Bedingt durch diese Schwächen ist dieser Bausatz für einen Modellbauanfänger dahingehend geeignet, dass man nicht viele Teile hat, aber für den ambitionierten Modellbauer ist aus diesem Bausatz noch viel heraus zu holen. Daher ist dieser Bausatz auch nur:

BEDINGT EMPFEHLENSWERT


Bauoption: Deutsche Marineflieger


Um diesen Bausatz für meine Marinefliegersammlung nutzbar zu machen, habe ich mir einen neuen Decalsatz beschafft. Zu bekommen ist er bei Peddinghaus Decals und dort für knappe 6€ zu beziehen.
Die Decals sind nahezu ohne Versatz (eigentlich nur bei der Flagge zu erkennen) und auf einem sehr feinen Film gedruckt. Jedenfalls ist durch den durchgehenden Film die Maserung des Trägerpapiers zu erkennen.