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Tipps & Tricks: Lowcost-Segel aus Papierservietten Drucken
Sonntag, 14. Oktober 2007 um 14:32

Materialliste:


Benötigt werden:
- eine Packung weiße mehrlagige Papierservietten
- eine Tasse kalter Kaffee
- ein durchsichtiger Plastikbecher
- ein Stück Holz zum Rühren
- Leitungswasser
- irgendein Tesa-Tape oder ähnliches
- schnellhärtender Holzleim
- ein spitzer Bleistift
- eine scharfe Schere
- schwarzer und naturfarbener Zwirn oder Tarkelgarn.
- normaler, transparenter Alleskleber oder Sekundenkleber
- Wäscheleine zum Trocknen
- ungarischer Stahlhelm oder anderes passendes Forminstrument.
- graue und schwarze Farbe.
- ein breiter Bostenpinsel und ein feiner Haarpinsel

Vorgehensweise:


Zuerst mische ich 1/3 Becher Kaffee mit einem ordentlichen Schuss Holzleim im Verhältnis von ca. 1/15 und verrühre das Ganze gut. Anschließend gebe ich je nach Bedarf Leitungswasser dazu. Je mehr Wasser, desto heller die Segel. Für die Phenix zum Beispiel habe ich 3/1 verdünnt. Das Ergebnis hängt auch stark vom Kaffee und von den Servietten ab. Man sollte daher alle Segel in einem Stück färben. Am Ende erhält man eine mehr oder weniger caramelfarbene Suppe.
Jetzt die Servietten in den Sud eintauchen, vorsichtig entfalten (denn sie reißen sehr schnell) und an einer Kante auf der Leine zum Trocknen aufhängen. Keinesfalls auswringen, abstreifen oder zum Trocknen auf einen Untergrund legen. Die einzelnen Lagen der Serviette dürfen sich nicht stark verbinden, denn sonst wird das Ergebnis transparent und dadurch unbrauchbar. Es werden sicher einige Experimente nötig sein....


Sobald das Papier richtig trocken ist (sollte sich ähnlich wie Pergament an fühlen), können mittels Bleistift die senkrechten Bahnen vorsichtig aufgezeichnet werden. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Nachher kann man die grobe Form des Segels ausschneiden. Anschließend wird das Segel vorsichtig über einer gewölbten Oberfläche (Stahlhelm, Osterei, Ball, etc.) in Form gebracht und mit Tesa o.ä. fixiert. Jetzt wird die Oberfläche vorsichtig dick mit Holzleim bestrichen. VORSICHT! Nicht zu fest verreiben, denn das Segel wird sonst transparent. Auch hier werden sicher einige Probeanläufe zum Probieren nötig sein...


Sobald der Leim trocken ist kann das Segel vorsichtig abgenommen werden. Es sollte jetzt in Form bleiben. Durch das In-Form-Ziehen hat sich die Kontur des Segels verändert und muss noch einmal beschnitten werden. Hier achte ich nicht so sehr auf Pläne, sondern versuche natürliche, fließende Formen zu erreichen. Die Oberkante sollte gerade sein, um nachher an die Rahe zu passen.
Jetzt werden die Dopplungen ausgeschnitten und mit satt Holzleim auf der Rückseite aufgeklebt. Aufpassen! Bei zu viel Druck kann's wieder transparent werden.
Auf Vorder- und Rückseite werden jetzt die Ösen für die Reffbändsel angedeutet. Ich benutze dafür einfach graue Farbtupfer. Die Reffbändsel schneide ich aus Tarkelgarn und klebe die Stücke an Vorder und Rückseite getrennt auf. Vorsicht!! Der Kleber sickert gerne ins Papier und mach transparente Flecken. Sparsam umgehen! Wer nicht in 1:150 arbeitet, oder filigranere Finger als ich hat, kann hier sehr gut mehr Details einarbeiten. Als letztes Detail klebt man ein schwarzes Garn vorsichtig an der Kante entlang einmal um das Segel herum. Die Ösen ( für Bulinen, etc...) an den Seiten und am unteren Rand deute ich z.B. mit einem Tropfen schwarzer Farbe an.
Zum Schluss korrigiert man noch einmal die Form und lackiert die Vorder und Rückseite vorsichtig mit mattem Klarlack solange bis der Glanz des Holzleimes verschwunden ist. Das ist die kniffligste Sache von allen. Zu viel Farbe oder falsch aufgetragen, und die Farbe sickert ins Papier sodass die Papierschichten transparent werden. Alle Arbeit war umsonst. Ich benutze einen Borstenpinsel und trage extrem wenig Farbe pro Arbeitsgang auf, ähnlich wie beim Trockenbürsten. Lieber einmal mehr als einmal zu viel.


Das Ganze wird erst an die fertig vorbereiteten Rahen montiert und danach am Mast angebracht. Was ich an dieser Methode schön finde, ist dass die Unkosten sich im Rahmen halten und Fehlversuche sich nicht sofort negativ im Geldbeutel bemerkbar machen.
So, hoffe das war halbwegs verständlich.

Gruss
Thomas Ruth

Nachtrag:


Im Forum wurde noch ein kleiner Tipp für die Versiegelung der Segel mit dem Klarlack gemacht:
Nicht pinseln, sondern sprühen. Als Schiffsmodellbauer hat man nicht unbedingt einen Kompressor und Spritzpistole, aber es gibt z.B. von Gunze die hervorragende TopCoat-Serie als Spraydose. Den Mattlack kann man auch gut nebeln, um z.B. glänzende Kleberstellen zu mattieren. Mache ich oft bei unseren Grossdioramen. Da kann ich auch nicht pinseln, aus verschiedenen Gründen, aber so ein Nebel aus TopCoat-Matt löst dann das Problem.
Hans Trauner