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Kleinst-U-Boot Seehund "U-5070" 1/35 von Jörg Schäfer - Teil I Drucken
Samstag, 17. Mai 2008 um 21:19

Ich möchte euch einladen, am Bau eines Modell des Kleinst U-Bootes Typ "Seehund", in 1:35 von Verlinden teilzuhaben
 

Das Original:


Der Seehund (Typ XXVII B, später "127") war eine Serie deutscher Kleinst-U-Boote mit zwei Mann Besatzung aus den letzten beiden Jahren des Zweiten Weltkriegs. Die ersten drei Prototypen wurden von den Howaldtswerken in Kiel im September 1944 ausgeliefert.
Aufgrund der schmalen Silhouette und der leisen E-Maschinen war es mit den damaligen Ortungsgeräten nur schwer zu entdecken. Die Boote operierten hauptsächlich in der Deutschen Bucht und im Ärmelkanal und erwiesen sich als durchaus leistungsfähiges Waffensystem (93.000 versenkte BRT - u. a. den franz. Zerstörer Combattante).
Die Navigation erfolgte über zwei Kompanden, die Horcheinrichtung oder über das Sehrohr, welches allerdings nur drei Meter lang war. Die Einsatzfahrten dauerten, abgesehen von Ausnahmen, bis zu sieben Tagen. Bis zum Kriegsende wurden 285 Exemplare des Seehund fertig gestellt (93 lagen noch unfertig in den Produktionshallen), es kamen jedoch nur noch 70 Boote zum Einsatz, circa 30 Prozent der Besatzungen wurden bei ihren Einsätzen gefangen oder kamen ums Leben. Es wird berichtet, dass zahlreiche Besatzungen durch Kohlenmonoxidvergiftungen auf Grund der offenen Bauweise oder durch Lungenrisse umgekommen sind.

Technische Daten:
Baujahr: ab 1944
Tauchtiefe: 30 m
Länge: 11,865 m
Breite: 1,684 m
Diesel-Motor: 60 PS 6 Zylinder Lkw Motor, Büssing NAG
E-Maschine: 25 PS AEG E-Motor
Batterie: 8 Tröge vom Typ: 8 MAL 210 oder 7 MAL 210 (8 T 210?) der Firma AFA
Geschwindigkeit: 7,7 Knoten (6 kn getaucht)
Reichweite: 500 km bei 7,7 kn
Bewaffnung: 2x 53,3 cm G7e / Elektrotorpedo
Wasserverdrängung: 15 t
Besatzung: 2 Mann
 
(Quelle Wikipedia)
 

Das Modell:


Wie schon erwähnt, ist der Bausatz von Verlinden im Maßstab 1:35 und aus Resin gefertigt. Da das Vorbild nur sehr klein ist, bekommt man bei diesem großen Maßstab einen Seehund in einer wirklich ansprechenden Größe.
Ich habe ihn über das Internet erworben, da Verlinden Produkte im Einzelhandel fast nicht zu bekommen sind.
Der Karton ist aus dicker Pappe und sehr stabil. Die Einzelteile sind durch Schaumstoff-Chips gut geschützt.


Im Karton befinden sich:
49 Resinteile; 18 Ätzteile; 2 PVC Teile und ein Kupferdraht
Die Resinteile sind bei dem Bausatz von gewohnter Qualität, eben Verlinden. Super Oberflächenstruktur, feinste Details. Bloß beim Grundkörper des Torpedos gibt es ein kleines Manko. Die Öffnungen, um die Torpedo-Endstücke mittig anzubringen, sind mit Resin verstopft. Ich werde sie also aufbohren müssen, was aber kein Problem sein dürfte.


Die Anleitung ist deutsch und wie bei Verlinden gewohnt kurz und knapp. Sie ist aber für den Bau des Bootes völlig ausreichend. Die oben erwähnten PE-Teile sind von guter Qualität auf einer Platine mit großer Materialstärke.


Fazit:
Ein klasse Modell von hoher Qualität. Bei dem Preis, ist der kleine Fehler bei den Torpedos allerdings ärgerlich, zumal ich während des Baus weitere kleine Fehler festgestellt habe.

Der Bau:


Damit konnte der Bau beginnen!
Der Resinklotz hat ein ordentliches Gewicht und es mussten erst die gewaltigen Angüsse der Produktion entfernt werden. Diese Arbeit war mit viel Staub verbunden und ich sah oberflächlich wie ein Schneemann aus. Nach dieser Aktion, war aber die Form des Seehunds viel, viel besser zu erkennen (verglichen mit der Ansicht aus dem Überblick über die Bauteile!)


Dann konnten die ersten Ätzteile montiert werden. Dieses ging sehr gut von der Hand, die Wartungsklappen passten ohne Probleme in ihre Vertiefungen und schlossen bündig mit dem Rumpf ab. Als ich dann das große Teil der Turmschürze verbaute, kam es zu den ersten Problemen. Beim Anpassen des Teils musste ich feststellen, dass die hintere Öffnung nicht deckungsgleich mit dem Resinteil war. Also musste dort korrigierend eingegriffen werden. Mit dem Fräskopf auf dem Dremel und dann vorsichtig die Öffnung erweitert. Danach passte es.


Der nächste Bereich, den ich in Angriff nahm, waren die Steuerorgane am Heck. Bei der genaueren Kontrolle musste ich wieder einen Fehler seitens Verlinden feststellen. Verlinden hat bei der Erstellung der Bauanleitung das Einzeichnen von zwei Strömungsblechen kurz vor der Schraube vergessen. Auf dem zweiten Bild, sieht man die ganzen Einzelteile, aus denen dann der Antrieb und die Steuerung achtern für das Boot erstellt wird.


Da beim Modell die Möglichkeit fehlt, den Impeller drehbar zu lagern, habe ich dafür ein wenig in die Trickkiste gegriffen. Nachdem ich den Impeller und die Schraube montiert hatte, habe ich mir aus der Restekiste einen Ölkühler einer alten Harley geholt. Ich habe das Widerlager abgesägt und den Durchmesser des Dorns dort kleiner gefeilt. Auf dem dritten Bild sieht man, wie es dann am Modell aussehen soll.


So sieht der Seehund zwischenzeitlich aus, nachdem die Antriebseinheit montiert ist:


Nun ging es an die Bewaffnung des Bootes. Dafür mussten längsseits die Halterungen für die beiden Torpedos gebaut werden. Damit die Halterungen und Torpedos später richtig gerade am Modell sitzen würden, habe ich die Torpedos erst einmal provisorisch montiert und dann die Halterungen und die Auslösevorrichtung angeklebt. Am Bug waren einige Nacharbeiten am Ätzteil nötig, bis es richtig passte. Damit ich dann mit dem Lackieren beginnen konnte, habe ich noch die letzten Ösen montiert. Da der mitgelieferte Draht nicht stabil genug war, habe ich Nadeln aus Edelstahl (normalerweise für das Aufpieken von Insekten) zweckentfremdet.
 


Und so sieht jetzt mein Endergebnis, vor dem Lackieren aus:


Jörg Schäfer