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BAe Sea Harrier FRS MK. 1 in 1/72, Teil 3 von Lutz Fuhrmann Drucken
Dienstag, 23. September 2008 um 07:00

Zuerst habe ich alle Kleinteile montiert und lackiert, aber noch nicht angebaut. Die Außenlasten z.B. dürfen erst nach dem Aufbringen der Decals auf die Flächenunterseiten angebracht werden, da sie zum Teil über die Decals geklebt werden.

Apropos Außenlasten... Zuerst wollte ich eine richtig fette Ente bauen, also Aden-Gunpods, Anti Schiffsraketen Sea-Eagle und Luft/Luftraketen Sidewinder. Bei der Suche nach einem Farbfoto las ich dann, das die Sea-Eagle erst 1985 eingesetzt wurde. Für mein 1979 Modell konnte ich diese Waffe also nicht verwenden.  Also neue Kombination: Aden, Sidewinder und Zusatztanks. Als ich dann bei den Sidewindern nach der richtigen Farbe suchte, mußte ich lesen, das 1980 die AIM-9/B in Gebrauch war - dem Kit liegt dagegen die Variante AIM-9L/M bei, die dummerweise deutlich anders aussieht. Ich verwendete sie trotzdem, in der Hoffnung, dass die wenigsten Betrachter die verschiedenen Versionen kennen. 

Ein Ärgernis, das mich immer wieder verfolgt sind Haftungsprobleme von Tamiya Weiß. Selbst wie hier auf einem Teil, das mit P600 geschiffen wurde, gelingt es dem Tamiyatape meine Arbeit zu "sabotieren" - also Abschleifen, nachgravieren, noch einmal lackieren. Zum Gravieren habe ich die Zusatztanks übrigens in die Standbohrmaschine gesteckt. 50 U/min und lässig die Graviernadel andrücken. Das wurde gleichmäßiger als wenn ich es in Handarbeit gemacht hätte.

Nun konnte ich mit dem Anbringen der Decals beginnen. Ich hatte einen Satz von Model Alliance zugekauft, weil der Originalbogen vergilbt und leicht verdruckt war. Diese war teurer als der Bausatz und als ich dann den Satz las: "For stencil data use kit decal sheet" war ich ein wenig verärgert, denn der MA-Satz war kein Sonderangebot. Letztendlich nahm ich, was der Fundus hergab. Jetzt zieren Stencils vom Harrier, Phantom und SeaFury das Modell.

Über die Decals lackierte ich eine hauchdünne Schicht Klarlack zum Versiegeln. Anschließend montierte ich die Außenlasten und das Fahrwerk. Beim Ausrichten der Flügelwaffen mußte ich etwas aufpassen, damit sie senkrecht an den stark angewinkelten Flügeln hängen. Beim Fahrwerk sollte man unbedingt eine goldene Regel der Statiker beachten: Drei Punkte bedeuten Standsicherheit. Der Harrier hat 4 Stützpunkte, zwei entlang des Rumpfes und zwei an den Flügelspitzen. Ich montierte zunächst nur das Bugrad und die beiden Stützräder an den Flügeln. Nachdem der Vogel diesen sicheren Stand hatte, paßte ich das Hauptfahrwerk an und tatsächlich mußte ich es um fast 1mm kürzen, damit die Räder des Hauptfahrwerks die richtige Höhe hatten.

Im Anschluß daran bekam der fertige Rumpf ein Ölwashing in Hellgrau. EInige Gravuren hätte ich besser novh einmal bearbeitet. Sie waren durch den Lack- und Klarlackauftrag zu flach geworden, um noch mit Farbe gefüllt zu werden. Es folgte eine Abschlußlackierung mit seidenmattem wasserlöslichem Klarlack von Marabu, die mir diesmal allerdings nicht so gut gelang wie bei früheren Anwendungen und stellenweise etwas orangenhäutig trocknete. Das seidenmatte Aussehen steht ein wenig im Widerspruch mit der glänzenden Originallackierung, aber das Modell wirkt imho authentischer.

Danach habe ich das Cockpit fertiggestellt, sprich Sitz, Steuerknüppel und einige Kleinteile eingebaut. Obwohl die Instrumente nur als Decals dargestellt werden, bin ich ganz zufrieden mit dem Erscheinungsbild der Führerhauses.

 Mit den Tamiya wheathering sets habe ich die hinteren (heißen) Düsen bearbeitet und leichte Schmauchspuren am Heck angebracht. Mit den gleichen Pigmenten wurde anschließend noch der Auspuff der Hilfsturbine etwas verschmutzt.

Da ich schwerpunktmäßig Schiffe baue, befindet sich keine Future-Bodenversiegelung in meinem Fundus. Ersatzweise habe ich die Cockpitverglasungen mit Handy-Displaypolitur bearbeitet. Ich denke, es ist auch so ganz passabel geworden. Ich war allerdings zu ängstlich die Sprengschnur im Kabinendach anzumalen. Ich habe es zwar mit Pinsel, Buntstift und Pigmenten versucht, aber an irgendeiner Stelle habe ich jedesmal verrissen und mußte von vorn beginnen. Irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr....

 Beim Rollout Check habe ich noch einige Kleinigkeiten gefunden, die behoben werden müssen. Am auffälligsten sind die zu steil abgeschliffenen Reifen der Stützräder.
 

 

 

 

Bilder des fertigen Modells

 
Lutz