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Baubericht Brigg Irene (1/50) - Teil 21 Das Anbringen der Rahe Drucken
Donnerstag, 11. Dezember 2008 um 07:00

Als nächstes steht das Anbringen der Rahen auf dem Programm.

Hierbei ist mir, auf der Suche nach den Belegpunkten des laufenden Gutes der Rahen, ein nicht unerheblicher Fehler aufgefallen. Dieser stammt noch aus einer frühen Bauphase der Irene. Ich hab keinerlei Belegnägel direkt an den Masten angebracht. Nach nochmaligen stöbern im Buch von Petrejus sind diese aber durchaus erkennbar.

Gott sei Dank aber kein Fehler der nicht zu beheben war. Hier die Korrekturen

Sowohl der Bettingsbalken am Fockmast…

...als auch der Balken unter dem Bratspill sind jetzt mit Belegnägel versehen.

Beide Balken mussten zum Bohren entfernt und wieder angebracht werden.

Die Nagelbank vor dem Großmast war noch überhaupt nicht vorhanden und ist komplett neu.

Im übrigen sieht man hier schön das Klotenrack (die Kügelchen) an der Gaffel. Hier fanden Kunststoffkügelchen (2 mm) aus dem Bastelzubehör eine neue Heimat. Je öfter ich jedoch hingeschaut habe, desto mehr musste ich feststellen das die Kügelchen eine Nummer größer sein müssten. Ein Umstand der beim nächsten Schiff auf jeden Fall besser gemacht wird.

Und nun aber zum eigentlichen Thema, dem Anbringen der Rahen.

Beginnen wir mit den unteren Rahen. Diese waren mit einem Kardeel aufgehängt und mit einem Hanger gesichert Die oberen Kardeelblöcke waren, wie auf den nächsten Bild (aus dem Buch von Lennarth Pettersson "Rigging Period Ship Models") zu sehen ist, am Masttop befestigt.

Zuerst also die Kleidmaschine angeschmissen und gleich mal ca. 1 m Garn gekleidet. Diese Menge hat genau für die benötigten Stroppen gereicht.

Der erste Versuch die oberen Kardeelblöcke am Masttop zu befestigen endete in einer mittleren Katastrophe. Also musste mal wieder die Erbse unter der Schädeldecke auf Hochtouren gebracht werden. Das Ergebnis sah folgendermaßen aus:

Ich brachte auf einem Holzbrett zwei sich gegenüberliegende U-Stifte an und wickelte dünnes Garn darum.

Anschließend hab ich in der Mitte (wo die roten Kreise sind) etwas mit Sekundenkleber auf das Garn aufgebracht, so dass die einzelnen Fäden nicht mehr auseinander gehen konnten. Anschließend das Ganze an den roten Strichen dann getrennt. Danach brauchte es nur noch etwas Alleskleber auf den restlichen Teil der Fäden und schon hatte ich die "Haltebänder" fertig.

Die "Haltebänder" waren in Wirklichkeit dünne Taue, die mit mehreren Schlägen durch eine Klampe am Masttop und durch den Stropp des oberen Kardeelblocks genommen wurde.

Dieses hab ich einfach durch den Stroppen geführt ...

...und mit einem speziellen Kleber am Masttop befestigt.

Dort wo der Stoß ist kommen noch die Holzklampen hin, dann sieht man davon nichts mehr.

Und hier das Ergebnis:

In der Mitte der Rah erkennt man auch das Hanger (zum Sichern der Rah) das von der Rah hoch zum Eselshaupt verläuft

Nach den unteren Rahen folgten die Marsrahen. Ein wirklich schönes Detail hierbei ist das Rack der Marsrahe. Aus diesem Grund möchte ich auf dessen Herstellung etwas genauer eingehen. Es besteht aus sogenannten "Schekel" und Kloten die Abwechselnd auf einer Leine aufgefädelt und dann um den Mast gelegt werden.

Hier ein paar Bilder von der Herstellung bis zur Anbringung:

Im ersten Bild erkennt man die Herstellung der Schekel mit Hilfe einer sehr einfachen Schablone

 

Diese Schekel wurden anschließend auf dünne Tauen gefädelt. Und zwar immer abwechselnd Schekel – Kügelchen.

Es kamen wieder die Kügelchen aus dem Bastelbedarf zum Einsatz.

Anschließend musste das Rack noch an der Rahe befestigt werden...

...und diese dann am Mast.

Unterhalb des Marsracks sieht man wie das Rahhanger der unteren Rahe über das Eselshaupt verläuft

Zum Abschluss noch ein Blick auf die unteren beiden Rahen:

Natürlich sind auch die Bram- und Royalrahen an ihrem Platz. Dessen Anbringung ist aber wenig spektakulär und bedarf keiner genaueren Beschreibung. Einen schönen Überblick über da Gesamtbild bekommt man dann im nächsten Teil des Bauberichts. Hier sieht man dann auch das laufende Gut der Rahen.

Jürgen Nicklis