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Xtrakit: Supermarine Scimitar F.1 1/72 Drucken
Sonntag, 18. Juli 2010 um 07:00

Xtrakit: Supermarine Scimitar F.1 1/72

Modell: Supermarine Scimitar F.1
Hersteller: Xtrakit (eigentlich MPM)
Massstab: 1/72
Material: Polystirol Spritzguss, 1 Resinteil
Art. Nr: XK72011
Preis: ca. 18 GBP (bei Hannants.co.uk)

Das Original

Die Supermarine Scimitar enstand aus einer Serie von möglichen Entwicklungen von Trägerflugzeugen, die ohne Fahrwerk(!) hätten auskommen sollen. Die Idee dahinter war, dass ein Flugzeug ohne Fahrwerk mehr Platz für Treibstoff und Bewaffnung hat. Diese Idee hat sich, wie die heutige Realität zeigt, nicht durchgesetzt, da die Nachteile überwogen und das Projekt deshalb sehr schnell wieder in der Schublade verschwand.

Aus einem dieser Projekte ohne Fahrwerk, die Type 505, entstand die 508, die als erster Urahn der Scimitar gilt. Der erste Prototyp hatte aber noch ungepfeilte Flügel und ein V-Leitwerk. Der dritte Prototyp schliesslich wies gepfeilte Flügel und ein herkömmliches Leitwerk auf. Dieser wurde in Type 525 umbenannt, und hatte seinen Erstflug am 27. April 1954. Er stürzte später ab, aber das Design wurde damit als machbar bewiesen. Die Royal Navy bestellte daraufhin 100 Exemplare, aber mit leicht geändertem Pflichenheft. Es sollte nun ein Atomschlag-fähiges Angriffsflugzeug werden, und kein ausschliesslicher Jäger. Gleichzeitig änderte man die Bezeichnung in Type 544 (Supermarine) und N113 (Navy). Das erste Serienflugzeug flog am 11. Januar 1957.

Zu dieser Zeit hatte die Navy nur wenige genügend grosse Flugzeugträger im Einsatz, und die Scimitar war ein ziemlich grosses Flugzeug. Dies, zusammen mit den vielen neuen Technologien, führte dazu, dass sehr viele Scimitars durch Unfälle verloren gingen. Von den schlussendlich gebauten 82 Exemplaren - inklusive Prototypen - gingen 39 durch Unfälle verloren!

In der Rolle als Angriffsflugzeug kam die Scimitar nie zum Einsatz; es wurden diverse Versuche mit Bomben, ungelenkten Raketen und Lenkwaffen durchgeführt, sogar die Atombombe "Red Beard" war dafür vorgesehen und wurde erprobt (allerdings nur mit Trainingswaffen, da das Risiko eine scharfe Waffe anzuhängen als zu gross empfunden wurde). Mit der Einführung der Buccaneer wurde die Scimitar ins zweite Glied gedrängt; so diente sie oft dazu, die Buccaneers in der Luft aufzutanken. Die ersten Buccaneers hatten relativ schwache Triebwerke, so dass die Treibstoffmenge beim Start zugunsten einer grösseren Bewaffnung reduziert wurde. Die Scimitar flog bis 1966 im Einsatz für die Navy, und der letzte Flug fand im Dezember 1970 statt.

Der Bausatz

Die Formen stammen (wie andere Modelle unter dem Xtrakits-Label) von MPM. Leider ist dieser Bausatz qualitätsmässig im unteren Bereich angesiedelt. Wer die Meteor von der gleichen Firma gebaut hat, hat mehr erwarten dürfen.
Die Verpackung ist eine Faltschachtel in den rotgelben Xtrakits-Farben. Auf Vorder- und Rückseite ist das gleiche Bild vorhanden, die eine Scimitar im Flug zeigt. Die Klarsichtteile wurden immerhin separat eingepackt. Was Aussenlasten betrifft, sind wenigstens 4 Zusatztanks beigelegt. Leider wurde die Offensivbewaffnung vergessen, oder aber ein Luftbetankungspod, was bei den Zusatztanks einen Sinn ergeben würde.

Die Gussäste

Es sind insgesamt vier Gussäste vorhanden, drei mittelgraue und die Klarsichtteile, sowie einen Schleudersitz aus beigem Giessharz (Neudeutsch: Resin). Die Qualität ist wie erwähnt eher bescheiden. Zwar sind die Gravuren brauchbar, aber diverse Auswerfermarken müssen zuerst entfernt werden. Was sehr schlecht ist, ist die Detailierung: In den Fahrwerkschächten herrscht gähnende Leere, das Cockpit ist rudimentär, und an den Oberflächendetails gibt es noch einiges zu ergänzen. So ist die Luftbremse beispielsweise nicht separat - was ja noch ginge - aber sie hat die typische Perforation nicht. Die Kanonenöffnungen sind nur angedeutet, und müssen nachbearbeitet werden. Die Liste der Mängel liesse sich noch lange fortführen. Man muss sich aber bewusst sein: die Scimitar wird nie so nachgefragt werden wie eine Spitfire, daher ist das bescheidene Angebot durchaus nachvollziehbar. Wer eine wirklich saubere Scimitar möchte, kann zum Resin-Modell von Czech Master greifen. Sie spielt qualitätsmässig in einer anderen Liga, ist aber auch in einer anderen Preisklasse.

 

Xtrakit: Supermarine Scimitar F.1 1/72Xtrakit: Supermarine Scimitar F.1 1/72Xtrakit: Supermarine Scimitar F.1 1/72
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Details

Obere Zeile: das sehr bescheidene Cockpit. Davon wird beim fertigen Modell nicht mehr viel zu sehen sein, und der Schleudersitz aus Resin rettet das noch eingermassen. Das Instrumentenbrett bietet Potential für Verbesserungen.

 

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Mittlere Zeile: die Auslassseite der Triebwerke, der Hauptfahrwerkschacht ohne Innenleben, und die Einlassseite der Triebwerke
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Untere Zeile: verwaschene Gravuren, Luftbremse ohne jede Struktur, und zwei sehr schwach angedeutete Kanonenöffnungen. Von den anderen beiden sind gerade einmal die Gravuren sichtbar.
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Decals und Versionen

Dem Bausatz liegen Decals für zwei Versionen bei, die sich kaum unterscheiden. Die Bemalung ist bei beiden auch identisch - weisse Unterseiten und die Oberseiten im typischen Extra Dark Sea Grey. Die erste, mit dem Bierkrug auf dem Seitenleitwerk, ist von der 800B Squadron. Sie war 1964/1965 auf der HMS Eagle stationiert und trägt die taktische Kennung 116/E. Die andere Version, mit dem Säbel, war 1960/1960 auf der HMS Ark Royal stationiert und hat als Kennung 194/C. Die Decals sind fein und sauber auf glänzendem Trägerpapier gedruckt. Wartungshinweise sind in ausreichender Anzahl vorhanden.

 

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Die Anleitung

Die Anleitung ist übersichtlich. Es beginnt mit der Geschichte der Scimitar, eine Auflistung der Bauteile, die Farbcodes werden aufgeschlüsselt, danach wird der Bau in 18 Schritten erläutert. Die Farben werden im Klartext beschrieben, und die Nummern beziehen sich auf die eigenen Xtracolour und Xtracryl-Farben. Leider ist nicht immer ganz klar, wo die Teile positioniert werden müssen, da muss man sich Vorbildphotos bedienen.

 

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Fazit

Wer diesen eleganten Nachkriegsjäger bauen will, hat leider wenig Auswahl: Entweder dieser Bausatz, oder ein Resin-Modell von Czech Master Kits (es waren auch andere Exoten auf dem Markt. die aber schwer erhältlich sind). Mit etwas Nacharbeit lässt sich auch aus diesem Bausatz ein schönes Modell der Scimitar fertigen. Dennoch hätte man mehr Liebe zum Detail erwarten dürfen.

 

 

Xtrakit: Supermarine Scimitar F.1 1/72Empfehlenswert

Alex

Quellen
http://www.thunder-and-lightnings.co.uk/scimitar/index.php
http://en.wikipedia.org/wiki/Supermarine_Scimitar