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U-Boote Typ VIIC und Seehund in 1/72 von Gernot Hug Drucken
Montag, 25. Oktober 2010 um 07:00

U-Boote Typ VIIC und Seehund in 1/72 von Gernot Hug

Deutschlands "Kaiten"

Im Zuge des Deutsch-Japanischen Rüstungsabkommens erprobte die Deutsche Kriegsmarine ab dem Jahre 1943 neue U-Boot-Waffen. Ein solches Projekt nahm Bezug auf die japanischen „I-16“ U-Boote, die sog. „KAITEN“ -Ein- bzw. Zweimann-Kleinst-U-Booten huckepack an Bord hatten, um größere Wegstrecken bewältigen zu können.

So konnte auch das deutsche Zweimann-U-Boot vom Typ XXVII „Seehund“ mehr als die üblichen 300 Seemeilen zum Einsatzort bewältigen, ohne unterwegs von Versorgungsschiffen abhängig zu sein. Einsatzziel eines solchen Kleinst-U-Bootes waren meist Sabotageaktionen in schwer zugänglichen, bzw. schwer bewachten feindlichen Marinestützpunkten.

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Die bekanntesten Einsätze solcher U-Boot-Waffen im WWII waren:

Auf Seiten der Japaner beim Angriff am 7. Dezember 1941 auf Pearl Harbour.
Erfolglos, da alle fünf eingesetzten Kleinst-Boote schon vor dem Einsatzziel verloren gingen. Noch vor dem Angriff der japanischen Flugzeuge auf den US-Flottenstützpunkt soll ein amerikanischer Zerstörer auf Patrouillenfahrt eines der KAITEN entdeckt, beschossen und versenkt haben. Diese Versenkung wurde aber nie offiziell bestätigt, da keine Wrackteile gefunden wurden. Der Einsatz wurde 1941 aber nur bekannt, da eines der fünf Boote (HA-19) am Strand von Oahu angespült wurde.

Auch die Briten setzten Kleinst-U-Boote ein.
Ingesamt neun sog. „X-Craft“ U-boote mit je fünf Mann Besatzung liefen im September 1943 von Schottland aus, um das deutsche Schlachtschiff Tirpitz in Norwegen zu versenken. Allerdings verloren auch die Briten schon auf der Überfahrt nach Norwegen sechs der neun Boote. Dennoch schafften es die drei übrigen in den Fjord und zwei Boote konnten sogar in den Netzkäfig um die Tirpitz eindringen und ihre, seitlich am Rumpf angebrachten Sprengladungen unter dem deutschen Schlachtschiff abwerfen. Die Detonationen brachen dem größten, noch verbliebenen deutschen Schlachtschiff das Rückgrat, und es konnte die norwegischen Fjorde bis zu seiner Versenkung durch britische Lancaster-Bomber nicht mehr verlassen.

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Das Modell

Es handelt sich bei meinem „Kaiten-Transporter“, wie gehabt, um das VII C von Revell in 1:72. An und für sich nichts außergewöhnliches, hat man gebaut schon hundert mal gesehen, wenn man es nur von der einen Seite betrachtet... aber auf der anderen Seite wird es interessant.

Dort habe ich insgesamt, nicht wie sonst üblich, nur vier, sondern fünf Innenraumsektionen von CMK eingebaut. Der Vordere Offiziersraum fehlt nämlich normalerweise, den stellt CMK nämlich nicht her.
So ergäbe sich zwischen Zentrale und vorderem Torpedoraum eine unschöne Lücke, was meines Erachtens nach ziemlich blöd aussieht. Also hab ich den fehlenden Offiziersraum/Funkraum/Messe/Kaleu selbstgebaut, indem ich eine zweite Officers-room von CMK komplett umbaute.

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Die CMK Innenraumsektionen sind nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, da die Resinteile stellenweise recht stark verzogen sind und man einiges an Zwingen benötigt, um sie einigermaßen ordentlich ins Boot zu bekommen. Schwierig ist auch, die notwendigen Ausschnitte der Bootsaußenhülle festzulegen, da CMK keine Schablone dafür mitliefert.
Man muss also die CMK Teile zusammenbauen, innen an die Bootswand anlegen, die Außenabmessungen der Innensektion anzeichnen, die Wandstärken der Resinteile rechts und links subtrahieren, dieses Maß wieder anzeichnen, grob an diesen Markierungen vorbohren und hoffen, dass anschließend alles passt.

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Zusätzlich kamen noch elf LED an die Decken, ansonsten wäre es im Bootinnern finster wie in einem Bärenar...

Der Seehund auf dem Rumpfrücken entspricht den japanischen Kaiten und es handelt sich um den Bausatz von ICM. Zusätzlich sind insgesamt noch 33 Figuren von CMK, Hecker&Goros sowie Revell an Bord, um dem ganzen etwas Leben einzuhauchen und die beklemmende Enge im Bootsinneren zu dokumentieren.

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Die Flutschlitze hab ich nicht alle aufgebohrt, da war ich zugegebener Weise zu faul. Lackiert wurde wie immer mit Airbrush und Tamiya-Farben.

Das Boot ist keinem speziellen Vorbild nachgebildet, sowohl was Tarnschema als auch Turmwappen betrifft (obwohl ich den berühmten Sägefisch von U-96 am Turm angebracht habe)

Gernot Hug

U-Boot Typ VII C von Revell
Torpedoraumsektion von CMK
Offiziersmesse, Funkraum und Kapitänsraum von CMK/Eigenbau
Kommandosektion von CMK
Offiziersraum von CMK
Motorraums von CMK
U-Boot Typ XXVII von MPM
Figuren von CMK, Hecker & Goros

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