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U-Boot U 564 (Revell, 1/72), Teil 2 von Frank Dargies Drucken
Dienstag, 11. Oktober 2011 um 07:00

 

U-Boot-Spezialwoche

 

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Das Deck

Zeit für die Montage des Decks (Modelbrass Messingdeck-Set). Die drei Decksteile passen recht gut, nur musste das gesamte Deck mit Plastikstreifen unterfüttert werden, da es sonst zu tief liegen würde. Um am Bug zu beginnen: Hier wurde ein Messingrohr zur Darstellung der vorderen Klüse für den Schlepphaken eingebaut. Die Ausschnitte für das vordere Torpedo-Ladeluk und die achtere Oberdeckstube mussten natürlich vor Montage der drei Decksteile ausgesägt und schon bei der Montage des Druckkörpers exakt ausgemessen und dem Deck angepasst werden.

Die Deckel der druckfesten Behälter für die „Marcks“ Rettungsflöße wurden komplett neu hergestellt und mit den Scharnier-Armen aus dem Eduard Ätzteilset versehen. Aus diesem Set stammen ebenfalls alle Decksklappen, Scharniere und der Gleitschutz für die Geschützbedienung und das Ankerspill.

Die achteren Dreibein-Stützen für die Netzabweiser-Antennen wurden neu gefertigt, da die Revell-Teile erstens zu hoch und zweitens zu primitiv waren….genau wie alle Relings, diese wurden aus 0,6 mm Messingdraht komplett neu gelötet. Auch die beiden Bootshaken wurden neu hergestellt und montiert.

Nach Montage des Decks erfolgte die komplette Lackierung des Bootes:

  • Rumpf Oberseite: RAL 7000 = Revell 57
  • Rumpf Unterseite: RAL 7016 = Revell 77
  • Oberdeck: Mix aus Vallejo Model Color 862 Schwarzgrau, 984 Mattbraun, 913 Ocker

Holzdecks wurden beim Original mit einem schwarzen Holzschutzmittel gestrichen (Teerfirnis TF 99 oder Carbolineum), die eisernen Decksteile in Schwarz. Durch die Verwitterung bekam die schwarze Holzschutzfarbe mit der Zeit einen grau-bräunlichen Ton, der mit der Zeit immer heller wurde, vor allem in Decksbereichen, die häufiger betreten wurden.

Nach der Lackierung erfolgte das Aufbringen der AMP Waterline Decals und ein Filtering / Washing / Weathering mit Ölfarben, Pastellkreide und Pigmentpulver. Abschließend wurde alles mit mattem Klarlack versiegelt.

Als Schiffsschrauben wurden zwei Messingpropeller von Raboesch verwendet. Diese wurden in der Bohrmaschine in die richtige Form gebracht und anschließend ein paar Tage in ein Salz / Essig Gemisch gelegt, um eine leichte Korrosion zu erzeugen.

Das 8,8 Geschütz

Das 8,8 Geschütz ist ein Mix aus Revell, CMK, Eduard Teilen. Als Basis wurde die Lafette aus dem Revell-Bausatz verwendet. Hier war das CMK Teil (Exterior Set Part1 - Turret) mal deutlich schlechter. Das Geschützrohr stammt wiederum von CMK. Alle anderen Teile wurden im Eigenbau hergestellt. (Arbeitsaufwand für das Geschütz mit vorheriger Recherche ca. 10 Stunden…)

Der Turm

Für den Turm wurde zunächst ein Druckkörper mit Einstieg und einige Entlüftungen hergestellt, da man diese später durch das Turmdeck hindurch sehen kann. Aus dem Revell-Bausatz wurden nur die Turmhälften und die beiden Hälften der Brücke verwendet, alles andere ist leider völlig unzureichend und teilweise primitiv detailliert, so dass ich es nicht verbauen wollte. Die Turmhälften wurden komplett überarbeitet: alle Klappen weggeschliffen und durch Eduard und U-Brass Ätzteile ersetzt, diverse Öffnungen erstellt, Reling und Aufstiege aus Messingdraht neu gebaut, der gesamte Bereich der Hecklaterne und diese selbst umgestaltet, die Isolatoren für die Antennenleitungen und letztendlich das Turmdeck aus dem Modelbrass Set eingebaut.

Dieses wurde ebenfalls verändert, denn die Ösen für die Befestigung der „Wintergarten“ -Reling sind für das Revell-Teil ausgelegt, welches viel zu dick ist und daher nicht von mir verwendet wurde. Außerdem findet man diese Ösen am Original nicht. Somit wurden sie weggeschliffen und eine Umrahmung aus Plastikstreifen hergestellt. Für die Wintergartenreling wurde in der Bohrmaschine eine Schablone aus Holz gedreht und damit eine Neue aus 0,6 mm Messingdraht gelötet. Nach einigen zusätzlichen Deck-Details im Brückenbereich wurde der Turm samt Deck lackiert.

Die Brücke

Die beiden Hälften wurden innen abgeschliffen, die Brückenoberkante korrigiert und Löcher mit Ösen für die Sicherungsgurte der Brückenwache gebohrt. Das Gehäuse der Rundantenne wurde nach unten hin verlängert, die Holzverkleidung, Klappsitze und Trittbretter eingebaut. Es folgten weitere Details, wie die Schutzgitter über den Dieselzuluftschächten, Sprachrohr, Ruderlageanzeiger, Kompass, etc.

Von Außen wurden Halterungen für die Rettungsringe, der Windabweiser und Relings aus Messingdraht angebracht. Die Positionslampen wurden aus klarem Plastik neu gefertigt und die nur angedeuteten Öffnungen für den vorderen Antennen-Isolator und die Typhoone ausgebohrt und neu gestaltet. Ergänzt wurde das Ganze durch Befestigungen und Spanner für die spätere Takelage.

Nach Lackierung der Brücke wurde diese auf dem Turm montiert und das ULAD Decal mit dem Turm - Emblem „3x Schwarzer Kater“ angebracht.

Der Schacht für das Luftziel-Sehrohr wurde „scratch“ gebaut, weder das Revell, noch das CMK Teil waren richtig wiedergegeben. UZO-Säule, Turmluk, der Angriffs-Sehrohrbock und das 2 cm Flak-Geschütz wurden mit Hilfe von CMK und Eduard Teilen, einem Schatton Geschützrohr, sowie viel Eigenbau völlig neu konstruiert.

Für das Luftzielsehrohr wurde das Revell-Teil gewählt, das Angriffssehrohr kam aus dem CMK (Exterior Set Part1 - Turret) und wurde noch mit 0,1 mm Kupferdraht um die herumgedrehten „Stahlseile“ ergänzt, welche die Wasserwirbel und Vibrationen bei Sehrohrbetrieb verringerten.

Damit war der Turmaufbau abgeschlossen und dieser wurde auf den Rumpf montiert.

Abschluss

Als letzter Akt erfolgte die Montage der Torpedo-Lademulde aus dem CMK Winch For Loading Torpedoes Set und der Einbau eines Schatton Messing-Torpedos.

Ein Thema für sich war die Takelage, bzw. Netzabweiser-Antennen. Die mitgelieferten Takelblöcke / Isolatoren von Revell waren dieses Mal nicht zu groß, sondern zu klein…und falsch. Blieb also wieder nur der Eigenbau: Die Blöcke wurden von Hand aus Holz hergestellt (20 Stück) die Seilspanner (11 Stück) waren im U-Brass Set enthalten. Mit 0,6 mm Dacron Schnur wurde alles aufgetakelt und die Antennendrähte samt Isolatoren angebracht. Abschließend wurde das Boot durch die Decks und Brückenbesatzung von CMK und Hecker&Goros vervollständigt. Damit wurde das Projekt U 564 im Juli 2011 nach insgesamt 3 Jahren und 4 Monaten Bauzeit beendet.

Weitere Bilder und Details, sind auf meiner Webseite www.dargies.de zu sehen.

Teil 1

Frank Dargies