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Flugzeugträger USS Enterprise (1/350 MHM, 1/400 Revell, 1/500 Nichimo, 1/600 Kangnam) von Gernot Hug Drucken
Sonntag, 27. November 2011 um 07:00

 

25.11.1961 - 50 Jahre Indienststellung des

Flugzeugträgers USS Enterprise (CVN-65)

 

Enterprise

Zum besseren Vergleich der unterschiedlichen Flugzeugträgermodelle der CVN 65 USS Enterprise möchte ich heute einmal vier dieser Modelle kurz in Bildern vorstellen.

1/350 Modell von MHM (ähnlich Tamiya)

Dieses 1 m langen Schiff gibt es schon seit fast 30 Jahren als Modell. Entwickelt wurde es von Tamiya, die Formen wurden dann anscheinend an Trumpeter und später auch MiniHobbyModel (MHM) weitergegeben oder dort kopiert.

Mit dem Bausatz lässt sich schon Out of Box ein stattliches Modell bauen. In Verbindung mit Photoätzteilen, die es von verschiedenen Herstellern gibt, lässt sich das Ganze noch aufwerten. Bei diesem Bausatz wurde das GMM PE-Set verbaut. Allerdings habe ich auf die geätzten Aufzüge von GMM verzichtet.

Der Airwing, also die Flugzeuge, die dem Bausatz beilagen, waren im Jahr 2000 noch ausreichend, mittlerweile würde ich zu den neuen Versionen von Trumpeter greifen. Auch diese können inzwischen mit Ätzteilen wie Fahrwerksklappen, Landeklappen, Airbreaks und Waffenstationen aufgewertet werden.

Der Rumpf des Schiffes ist zweigeteilt und so muss der Bug mit dem Rest des Rumpfes verschraubt und verspachtelt werden. Gegen Verdrehen des Rumpfs gibt es drei Alustreben, auf denen auch gleichzeitig das Flugdeck aufliegt. Da das Modell für den Einbau einer RC-Anlage vorgesehen ist, ist das Flugdeck dreiteilig und wird ebenfalls verschraubt. Nachteil hierbei ist, das es dann zwei unschöne Spalten auf dem Flugdeck gibt.

Den größten Aufwand an den 1:350 Enterprise-Modellen dürfte die Lackierung darstellen. So müssen sämtliche Decksmarkierungen, so auch die sog. „Tie-Down-Points“ von Hand auflackiert werden.

1/400 Modell von Revell

Auch diese Formen sind offenbar schon steinalt und wurden an andere Hersteller weitergegeben. Im Vergleich zur Tamiya/Trumpeter/MHM Version ist dieser Bausatz ein wahrer Graus und er ist eigentlich sein Geld nicht wert. (Sorry Revell) Am Rumpf gibt es kein noch so kleines Detail (wie z.B. Bullaugen oder Versorgungsplattformen) , die Raketenwerfer sind überdimensional groß, die einzelnen Flugzeugtypen sind nur mit Mühe erkennbar. Da sind z.B. die maßstabsgleichen Heller-Flieger deutlich besser.

Schlecht gelöst ist auch die Darstellung der Netze vorne und hinten am Flugdeck. Diese ursprünglich angegossenen dünnen Plastikteilchen lagen bei mir nur noch als kleine Brösel in der Verpackung.

Spezielle Ätzteile sind mir für die 1:400 Enterprise-Version auch nicht bekannt. Man kann allerdings problemlos z.B. Relinge, Radaranlagen usw. im entsprechenden Maßstab als Ätzteil bekommen, wenn man denn soviel Geld für diesen Bausatz ausgeben will. Dafür gibt es bei Revell die ganz alte Turmversion mit dem „Bienenstockaufbau“.

Alles in allem ein sehr rudimentärer Bausatz, dem man sein Alter anmerkt und der in meinen Augen leider keinesfalls als preisgünstige Alternative zum 1:350 Bausatz anzusehen ist.

1/500 Modell von Nichimo

Ein inzwischen sehr seltener Bausatz aus dem Hause Nichimo. Die Japaner hatten in den 70er Jahren des letzten Jahrtausends vor allem Schiffe der japanischen Kriegsmarine des WWII im Maßstab 1:500 im Programm. Auch Trumpeter versuchte zu Beginn des Milleniums mit Flugzeugträgern der Nimitz-Klasse im Maßstab 1:500 auf dem Markt Fuß zu fassen, was aber nicht so recht klappte. Fujimi startet gerade mit einer hochpreisigen Yamato und Nagato einen neuen Versuch 1:500 als Maßstab zu etablieren. Auch die Nichimo-Enterprise ist mit ca. 120 Euro kein günstiger Spaß.

Eigentlich finde ich persönlich den 500er Maßstab ganz nett. Die Modelle nehmen nicht ganz so viel Platz in Anspruch wie 1:350er, mit entsprechenden Zurüstteilen ließe sich aber eine prima Detailierung hinbekommen, womit wir auch beim Hauptproblem dieses Bausatzes sind: Für die Nichimo-Enterprise in 1:500 gibt es keine Ätzteile oder sonstiges Zubehör.

Also mußte die Restekiste herhalten, in der glücklicherweise noch GMM-Überreste des Satzes Modern Aircraftcarrierer im Maßstab 1/542 übrig geblieben waren. So konnte ich die Relinge, Netze und Radaranlagen zweckentfremden, in der Hoffnung, dass es niemandem auffällt.

Wirklich grottig sind auch hier die Airwings, die den 1:500er Flugzeugträgern beiliegen. Sowohl die Trumpeter-Flieger als auch die Nichimos sind in diesem Maßstab eigentlich unbrauchbar. Fahrwerksklumpen sind dort angegossen, es spottet jeder Beschreibung. Die Tragflächen der Maschinen hätten in 1:1 umgerechnet wohl eine Stärke von 1 1/2 Metern und müssen dringend überarbeitet bzw. dünner geschliffen werden.

An Decals liegen auch nur die beiden Trägernummern der Insel bei, alle Decksmarkierungen müssen von Hand auflackiert werden oder stammen aus der Decal-Restekiste.

Das Modell ist eigentlich für den RC-Betrieb ausgelegt und es liegt ein echt prima Metallgetriebe bei, das mit einem E-Motor alle vier Schiffsschrauben antreibt. Allerdings habe ich mich für die Standmodell-Option entschieden, da man für die RC-Option das Flugdeck nur auflegen konnte. Also, das Schiff ohne RC-Komponente gebaut und das Deck mit dem Rumpf verklebt.

1/600 Modell von Kangnam

Die hab ich zwar hier schon mal vorgestellt, zum besseren Vergleich aber hier noch mal. Hierzu ist zu sagen, das der Maßstab 1:600 schon etwas verbreiteter ist als 1:500. Vor allem die Firma Airfix arbeitet schon viele Jahre mit diesem Maßstab, es gibt eine recht große Auswahl an Schiffsmodellen und sogar einige Hersteller, die sich den Ätzteilen dieser Schiffe angenommen haben. Auch die Firma Kangnam hat zwei Schiffe in 1:600 im Programm. Die USS New Jersey und eben die Enterprise.

Überraschend für mich, als ich den Karton des Bausatzes öffnete, war die Tatsache, dass mir die einzelnen Gußastrahmen seltsam vertraut vorkamen. Als ich dann den Rumpf in die Hand nahm, wusste ich auch woher... Kangnam hat tatsächlich den 1:350 Tamiya Enterprise-Bausatz bis ins Detail kopiert und herunterskaliert. Ausnahme waren auch bei diesem Bausatz wiedermal die Flugzeuge...die sind eindeutig eine Eigenentwicklung. Die Ätzeile entstammen auch hier wieder der Restekiste

Der Vollständigkeit wegen sei noch erwähnt, dass es neben den gerade gezeigten Bausätzen auch noch jeweils ein Modell einer CVN-65 Enterprise in 1:720 von Revell sowie einen 1:800-Bausatz gibt. Dragon/Cyber Hobby hat einen neuen Bausatz im Maßstab 1/700 der Enterprise im ursprünglichen Bauzustand angekündigt.

Gernot Hug