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Passat Verlag: Eisrandforschungsschiff Maria S. Merian (1/250) Drucken
Donnerstag, 12. Juli 2012 um 06:00

 

Forschungsschiff Maria S. Merian-Spezial

 

Deckelbild

Modell: Forschungsschiff Maria S. Merian
Hersteller: Passat Verlag
Maßstab: 1/250
Material: Karton
Art.Nr.: Bau-Nr. 21
Preis: 45 €

Das Original

Die Maria S. Merian ist das nach der Polarstern größte deutsche Forschungsschiff und wurde als Ersatz für die Alexander von Humboldt, Valdavia und Victor Hensen gebaut. Sie ist für alle Felder der maritimen Grundlagenforschung ausgerüstet. Neben denen im Schiff befindlichen Laboratorien, sind 22 Container-Stellplätze vorhanden, so dass die Ausstattung leicht den Erfordernissen der jeweiligen Expedition angepasst werden kann. Um die diversen Messinstrumente aus- und einbringen zu können, sind drei Kräne, zwei Hilfskräne, zwei Schiebebalken und ein A-Rahmen vorhanden. Mit dem letzteren können auch ferngesteuerte Tauchroboter eingesetzt werden. Dazu verfügt das Schiff über acht Winden. Für die Erkundung des Meeresbodens ist neben verschiedenen Echoloten auch eine Luftpulser-Anlage (Air Gun) vorhanden. Im Gegensatz zu den Schiffen, die die Maria S. Merian ersetzte, kann sie auch in bis 80 cm starken Eis operieren (Polar Class PC 7) – weshalb sie auch als Eisrandforschungsschiff bezeichnet wird. Damit ist sie neben der Polarstern das einzige deutsche eisgängige Forschungsschiff, sie ist aber nicht nur für Einsätze in den Polarregionen vorgesehen.

Die Maria S. Merian ist 94,8 m lang, 19,2 m breit und verdrängt 5573 BRZ. Der Antrieb ist diesel-elektrisch, wobei vier Diesel-Motoren über Generatoren den Strom für zwei 2583 PS starke POD (drehbare Gondeln) und einen 2175 PS-starken Pumpjet liefern. Damit werden 15 kn erreicht. Die Besatzung umfasst maximal 23 Personen, dazu können maximal 23 Wissenschaftler untergebracht werden.

Maria S. Merian wurde von 2003-05 bei Maritim Ltd. In Gdansk (Rumpf) und der Kröger-Werft in Schacht-Audorf (Endausrüstung) gebaut und 2006 an das Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde als Betreiber übergeben. Sie wird von Briese Schiffahrt bereedert, während die Forschung von dem Institut für Meereskunde der Universität Hamburg koordiniert wird. Der Heimathafen ist Rostock-Warnemünde. Maria S. Merian führte bisher 21 Expeditionen überwiegend im Atlantik (Südatlantik bis in die nördlichen Polarregionen), aber auch in der Ostsee, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer durch. 2007 fiel sie länger wegen eines Maschinenschadens aus. Bei der Reparatur in Emden 2008 wurde auch der Aufbau an Backbord hinter der Brücke vergrößert. Am 28. Februar 2010 fuhr ihr die Ro-Ro-Fähre Notos in Limassol, Zypern, ins Heck, wobei u.a. das Freifallrettungsboot zerstört und die Luftpulser-Anlage beschädigt wurde. Sie fuhr danach zeitweise ohne ein Rettungsboot, was bei einer Werfliegezeit im August und September 2010 in Emden wieder ersetzt wurde.

Der Bausatz

Der Passat Verlag hat die Maria S. Merian als Kartonbausatz im Maßstab 1/250 herausgebracht. Aus den zwölf Bögen kann ein Wasserlinienmodell gebaut werden, was den Bauzustand von 2006 darstellt.

Neun der Bögen sind auf weißen Karton gedruckt, zwei auf roten und einer auf grauen. Dadurch sind auch die Rückseiten der Teile bereits gefärbt. Die Klebeleisten sind überwiegend als extra Teile ausgeführt, was saubere Kanten bzw. Übergänge zwischen den Teilen erlaubt.

Die Originaltreue wirkt sehr gut, aber zumindest mir fällt es schwerer als bei Plastik- und Resinmodellen sie zu beurteilen. Ein kleiner Fehler ist die Reling, die beim Modell am Unterbau des 5 t-Krans Nr. 2 auf dem Backdeck vorbei läuft, beim Original aber durch diesen unterbrochen wird. Laut den Markierungen auf den Decks besteht dieser Unterbau aus den Teilen 33k (zwischen Backdeck und 1. Aufbautendeck) und 32k (über dem 1. Aufbautendeck), tatsächlich sind es aber die Teil 32k bzw. 90b (die auch beide korrekt in rot ausgeführt sind).

Hier Detailaufnahmen der Teile:

Die einzelnen Baugruppen sind sehr detailliert. Die Schotten liegen auch noch jeweils extra bei, so dass sie auch geöffnet dargestellt werden können. Container liegen in verschiedenen Farben bei. Die aus Karton beiliegenden Relings können durch die ebenfalls vom Verlag erhältlichen Fotoätzteile ersetzt werden.

Zusätzlich liegen fünf weiße und ein roter unbedruckter Bogen bei, die für Verdoppeln (Verstärken) von Teilen sowie Korrekturen gedacht sind.

Der Verlag hat auf gefundene Fehler sehr schnell mit der kostenlosen Lieferung der entsprechende Teile reagiert, so neuer Rumpfaußenseiten. Korrigierte Teile für Reling und Schanzkleid kann man hier herunterladen:

www.kartonbau.de/forum/index.php

Teile für die Inneneinrichtung des Hangars und der Brücke, die von Lars Wahl konstruiert wurden, findet man hier:

www.kartonbau.de/forum/index.php

Beim Passat Verlag ist auch eine Ätzteilplatine mit Teilen u.a. für die Relings (bereits abgelängt), dem Mast und Niedergänge erhältlich.

Wer die Maria S. Merian im aktuellen Zustand bauen will, sollte sich das Handbuch besorgen, da dieses aktualisierte Pläne inklusive zahlreicher Detailpläne enthält.

Die Anleitung

Die Anleitung besteht aus einem Heft mit 15 Seiten. In diesem wird das Vorbild beschreiben. Die Anleitung für den Zusammenbau besteht aus kurzen Texten, die den Zusammenbau der einzelnen Baugruppen beschreiben. Für einen Teil der Baugruppen sind auch kleine Explosionszeichnungen beigefügt (siehe Beispielseite links). Vier weitere Skizzen zeigen die Positionen der Teile von oben gesehen sowie den Zusammenbau des A-Rahmens am Heck, des Davits für das Freifallrettungsboot sowie den großen Schiebebalken. Am Ende findet man sich auf diesem dünneren Papier gedruckte Klebelaschen für die Bordwände (siehe Beispielseite rechts).

Der Umschlag enthält vier Farbfotos und 14 Schwarz-Weiß-Fotos des Kontrollbaus von Michael Sandner, die sicher beim Zusammenbau auch helfen. Hier weitere Fotos des Kontrollbaus:

Ich möchte mich bei Wilfried Wieczorek und Michael Sandner für diese Fotos und bei Lars Wahl für Hinweise zum Bogen bedanken!

Quellen

Fazit

Dieser Bogen sollte den Bau eines sehr detaillierten Modells dieses modernen Forschungsschiffs ermöglichen, dürfte aber wegen der Komplexität nur für fortgeschrittene Modellbauer geeignet sein.

alt uneingeschränkt empfehlenswert

Lars