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Französische Galeere La Réale (1/450, Revell) von Bruno Schilli Drucken
Dienstag, 07. Januar 2014 um 06:00

La Reale

Der Bausatz

Ein kleiner Preis entspricht einem einfach zu bauendem Modell. Diese Annahme ist im Fall der französchen Galeere La Réale im Maßstab 1:450 von Revell nicht richtig, falls der Modellbauer ein einigermaßen ansehnliches Modell bauen will. Zum Preis von 4,99 Euro ist das Modell in den meisten Kaufhäusern in den Regalen. In der für Revell typischen Faltschachte steckt eine Wiederauflage von Heller, die braun gespritzen Bauteile sitzen stramm in der winzigen Schachtel auf drei Gußrahmen verteilt. Ein zusätzlicher Spritzling deckt den Rumpf ab, eine übersichtliche Bauanleitung und ein kleines Blatt Papier mit aufgedruckten Flaggen vervollständigen den Bausatz.

La Reale
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Die Bauteile weisen in der Regel wenig Grat auf und sind aus einem relativ weichen Kunststoff hergestellt. Die Passgenauigkeit ist gut. Die Segel sind starkwandig an die Rahen angespritzt. Leider haben die Segel innen erhebliche Auswerfermarken, ebenso die beiden Beiboote. Der Bauplan sieht keinerlei Takelung vor und auch wichtige Ausrüstungsgegenstände wie die Anker, Fallen, Knechte, Geländer und Treppen sind nicht vorhanden. Hier ist Kreativität gefragt, um ein ansprechendes Modell zu bauen.

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Das Modell

Sämtliche Galeerenruder sind bereits an das Hauptdeck gespritzt. Die Ruderbänke sind lediglich reliefartig angedeutet und der Höhenunterschied zwischen Rudererbereich und Corvus ist nicht korrekt. Falls dieser Bereich realistisch dargestellt werden soll, wäre ein Scratchbau des kompletten Decks notwendig. Es läßt sich aber mit Hilfe von Farbe einiges aus dem vorhandenen Bauteil herausholen, wie die folgenden Bilder zeigen. Überhaupt sollte man bei diesem Modell mit Farbe nicht sparen. Es empfiehlt sich allerdings, aufgrund der fragilen Ruder die Bauteile vor dem Zusammenbau zu lackieren, solange sie noch im Spritzling sind. Die folgenden Bilder zeigen die Rumpfbaugruppe (aus 2 Teilen), das Hauptdeck, die Seitenteile der Heckgalerie, die Abdeckung der Heckgalerie, ein Beiboot und den Modellständer im bemalten Zustand.

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Nach Montage des Hauptdecks sieht die Galeere schon recht beeindruckend aus. Es wird sehr schön die elegante Linienführung deutlich. Allerdings stechen die kahlen Flächen ins Auge, wo normalerweise Geländer oder Schnitzereien vorhanden sind. Hier habe ich etwas mit blauer Farbe eine Struktur angedeutet. Auch fällt auf, dass kein Geländer entlang des Ruderbereichs vorhanden ist, wohl aber ein paar dicke Noppen, die wohl Geländerstützen sein könnten. Hier habe ich eine schmale Messingleiste aufgeklebt.

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Nun könnte man die beiden Masten mit Segeln vervollständigen und einkleben. Diesen Weg bin ich allerdings nicht gegangen, da ich einerseits ein Minimum an Takelage realisieren wollte und andererseits mir die fragilen Ruder beim Takeln im Weg schienen. Daher habe ich beide Masten weitestgehend fertig getakelt, bevor ich sie einbaute.

Die etwas vereinfachte Takelage besteht aus Wanten, eine Andeutung von Gordings, Schottaue und Brassen. Um die Wanten darzustellen, habe ich am Masttop zwischen Mast und Spiere ein kleines Loch gebohrt und vier dünne Fäden durchgeführt. Mehr ging leider nicht. Ich hätte gerne beim Hauptmast die Zahl auf sieben erhöht, dies hätte allerdings wohl zum Bruch geführt. Sodann wurde mein dünnstes Fadenmaterial als Gordings am Fußliek angeklebt und über eine Umlenkung am Masttop zu einer improvisierten Klampe am Mast geführt und aufgefiert. Auf Fallen und Halstaljen habe ich verzichtet. Schoten, Halsbrassen und Oberbrassen vervollständigen die Takelage. Am Ende wurden die Masten mit den mitgelieferten Papierflaggen vervollständigt.

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Nun erfolgte die Montage der beiden Masten in den Rumpf und Befestigung des stehenden und laufenden Guts. Mangels Details wie Klampen sind die meisten Tauenden mittels Schnellkleber festgeklebt ohne weitere Detailierung wie aufgeschossenen Tauenden. Als letztes erfolgte dann noch die Montage des Gestells für den Baldachin, des Baldachins und der beiden Flaggenspieren am Heck.

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Insgesamt sieht die Takelage immer noch unvollständig aus und auch das etwas leere Vorschiff fällt auf. Zwei Anker wären da sicher angebracht. Als Schreibtischzier ist das Modell aber recht ansehnlich und es ist ein echtes Zwischendurchprojekt.

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Bruno Schilli